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Potsdam Luftschiffhafen-Chef weiter unter Druck
Lokales Potsdam Luftschiffhafen-Chef weiter unter Druck
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18:52 19.08.2014
Luftschiffhafen-Chef Andreas Klemund. Quelle: Christel Köster
Potsdam‒

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption in Neuruppin beschäftigt derweil die Frage, wofür Andreas Klemund (42) Mitglied im Kontrollorgan beider öffentlichen Unternehmen - mit seiner Ein-Mann-Unternehmensberatung "K-Solutions" eigentlich von der privaten Immobilienfirma Design Bau bezahlt wurde.

Wie berichtet, hatte Klemund als Berater der Design Bau gut 200.000 Euro bekommen, darunter auch mehr als 30000 Euro im Jahr 2008 für die Vermittlung eines Grundstücksverkaufs über 3,2 Hektar im Bornstedter Feld. Zum Thema war dies geworden, weil Klemund zeitgleich im Aufsichtsrat des stadteigenen Entwicklungsträgers Bornstedter Feld (ETBF) saß, der die Verkäufe kontrollieren soll.

Wofür aber, so fragen sich die Staatsanwälte, hat Klemund überhaupt Geld bezogen? Drei der vier Flächen waren nämlich öffentlich ausgeschrieben, sodass es gar keiner Beratung seitens "K-Solutions" bedurft hätte.

Ebenso rätselhaft ist der zweite Fall: Klemund hatte via "K-Solutions" der Design Bau 2009 einen Kredit über 2,45 Millionen Euro bei der MBS vermittelt und dafür 24.500 Euro bekommen. Die MBS betont, der Kredit sei ohne Zutun Klemunds zustande gekommen, als Mitglied des Verwaltungsrats des Finanzinstituts - er sitzt dort als Vertreter der Stadt - habe Klemund gar keinen Kredit vermitteln können oder dürfen. Es bleibt damit das Geheimnis der Vorstände der Design Bau, wofür sie "K-Solutions" bezahlten, wenn sowohl der Flächenkauf wie auch der Kredit auch ohne den teuren Umweg hätten abgewickelt werden können.

Werner Mattner, damals in der Design Bau der zuständige Vorstand, war gestern nicht zu erreichen. Design-Bau-Mitarbeiter sagten indes der MAZ, Klemund sei damals als jemand eingeführt worden, den man finanziell "bei Laune halten" müsse, da er der "kommende große Mann in der Brandenburger SPD" sei.

Gescheitert ist indes der Versuch des Pro-Potsdam-Aufsichtsratsmitglieds Andreas Menzel, eine Sondersitzung des Konzerns in Sachen Klemund einzuberufen, weil dessen Umtriebe "rufschädigend" seien. Sowohl Luftschiffhafen als auch ETBF gehören zur Pro Potsdam. Menzel sagte, er habe in dem zwölfköpfigen Gremium nicht die nötigen vier Stimmen zusammenbekommen, weil Klemund weiterhin protegiert würde. Offenbar wolle man die Sache "aussitzen". So bleibt es derzeit bei den Überprüfungen in der Pro Potsdam, der MBS und der Staatsanwaltschaft sowie einer Sondersitzung des ETBF im September. Über den Fortgang der Untersuchungen will der Oberbürgermeister nächste Woche im Hauptausschuss berichten.

Von Jan Bosschaart

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