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Potsdam So schmeckt es in der „Genusswerkstatt“
Lokales Potsdam So schmeckt es in der „Genusswerkstatt“
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23:07 09.11.2018
Hristina, Conrad und Shakeel (v.l.) vom Restaurant-Team der Genusswerkstatt am Kutschstall mit Vorspeisen und Pasta-Gerichten. Quelle: Fotos: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Hätte es die Genusswerkstatt damals schon gegeben, wäre die „Olsenbande“ dort wahrscheinlich vielfach eingefallen. Nicht, dass es im Jahr 2018 an einem forsch-nassen, windigen Dienstagabend leise in dem früheren Filmcafé des Filmmuseums zugehen würde. Was allerdings nicht an dem dänischen Gaunertrio liegt, das deshalb erwähnenswert ist, weil im Museum gerade eine Olsenbande-Ausstellung läuft.

Ein Abend in lockerer Runde

Es gibt nicht viele Orte, an denen man mit bis zu zehn Personen an einem der langen Holztische sitzen kann. In der hohen, langgestreckten Genusswerkstatt gibt es, bis auf einen Zweiertisch und die kleine Loungeecke, nur „Gruppentische“. Was nicht despektierlich gemeint ist. Vielmehr ist das Restaurant ein Spot für junge Leute, für Studenten, für muntere Grüppchen von Freundinnen.

In der Genusswerkstatt am Potsdamer Filmmuseum treffen sich jung und alt zu einem lockerem Abend. Auch die MAZ hat an einer der hölzernen langen Tische Platz genommen.

Für Arbeitsbesprechungen ist es ein ganzes Stück zu laut. Plaudern mit dem Nachbarn das funktioniert, ansonsten wird es kompliziert. Das aber gehört auch nicht unbedingt ins Konzept. Man trifft sich für einen unkomplizierten Abend, plaudert querbeet über den Tisch. Stimmung gut, alles gut. Klar, gibt es auch Essen und Getränke, die Karten stehen bereits in einem Klemmständer auf den Tischen. Vorspeise, Hauptgang, Dessert, alles da, aber ist hier weniger die Praxis.

Service mit einer Person funktioniert

Zwei Gänge wie an unserem Zweiertisch, auf dem einer der wenigen Kerzenleuchter steht, muss der junge Kellner nicht häufig notieren. Apropos: Der Laden mit seinen rund 70 Innenplätzen wird von nur einer Person im Service bespielt. Dazu eine Tresenkraft und zwei Mann in der offenen Küche.

• Alle Restauranttest finden Sie auf unserer Themenseite.

Das würde anderswo zu Chaos und extrem langen Wartezeiten führen, hier funktioniert es wundersamerweise. Besser gesagt, weil eben jener Dienstagsservice seinen Job richtig gut versteht und zwischendrin sogar noch Zeit für ein „Alles gut?“ findet. Gelegentlich muss ihm das Tresenmädel unter die Arme greifen. Zumindest bei uns. Die gemischten Vorspeisen sind noch nicht abgeräumt, als die beiden Hauptgerichte kommen.

Das Essen in der Genusswerkstatt

Natürlich gibt es kein „Mmh“ als Geschmackskriterium, der Vorspeisenteller aber ruft dies hervor. Das Thunfischcarpaccio ist leider aus und mit gebackenen Süßkartoffelfritten zu starten, wäre zu viel gewesen. Suppen? Gibt es auch, aber das Wort Creme in der Tomatensuppe löst grundsätzlich bei mir Bedenken aus. Nun also der Querbeeteinstieg, der allerdings nicht alles beinhaltet, was die Karte aufzählt. So fehlen Mozzarella und Hummus. Dafür finden sich ein arg flüssiges vermeintliches Currysößchen und etwas Vitello, allerdings zu dick geschnitten. Mmh.

Erfreulich die marinierten Auberginenscheiben, sie sind gefällig pikant. Es gibt eine ordentliche Auswahl an Risotto, Salaten und Pasta, letztere hausgemacht. Bei den Salaten kann mit zusätzlichem marinierten Fetakäse, Hühnchen, Räucherlachs oder Sprossen mit Gewürznüssen ein individuelles Feintuning vorgenommen werden. Oder mit „rosa gebratenem, dünn aufgeschnittenem Rumpsteak“. Noch ein „Mmh“.

Der Salat an sich mit einem gut gemachten „Hausdressing“ ist, einfach gesagt, prima: grüne Blätter, Möhren, Gurke, Radieschen, Kirschtomaten, Champignons und rohe Paprika, auf die man aber getrost verzichten könnte. Das Rind kommt in kantiger Form, ist ein wenig über rosa gebraten, ein freundliches „Mmh“.

Das Beste am Abend

Die Wahl des Abends aber scheint unsere Werkstatt-gemachten Penne mit Salsiccia, Blattspinat, Ricotta und gerösteten Pinienkernen zu sein. Ich wage zu behaupten, mit die besten in Potsdam und zudem mit einem Preis von 8,90 Euro ein Genuss fürs Portemonnaie. Wie auch bei den Getränken, es gibt einen guten Champagner von Alfred Gratien, der Brut für knapp 80 Euro. Platz fürs Dessert? Keine Chance. Aber es muss ja nicht immer alles auf dem Teller kommen. Es gibt einen Hausschnaps, den Werkstatt-Grappa, ein feiner, lieblicher Tropfen, dem wahrscheinlich auch die Olsen-Bande reichlich zugesprochen hätte.

Von Manuela Blisse

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