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Potsdam MAZ-Restauranttest in der Villa Culinaria d`Italia
Lokales Potsdam MAZ-Restauranttest in der Villa Culinaria d`Italia
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13:23 05.07.2018
Die Villa Culinaria d`Italia. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Jägervorstadt

In unserer Serie „Restauranttest in Potsdam“ besucht die MAZ verschiedene Gastrolokalitäten . Heute? Die Villa Culinaria d`Italia.

Es war einmal eine Villa – so könnte ein Potsdamer Märchen beginnen. Normalerweise endet eine solche Geschichte mit einem Kuss oder einer Hochzeit.

Ende zugleich ein Neuanfang

Nicht aber mit der Schließung. Im Falle der Villa von Haacke jedoch ist dieses Ende zugleich ein Neuanfang. Seit einigen Wochen wird die klassizistische, Villa aus dem 19. Jahrhundert als „Villa Culinaria d’Italia“ bespielt. Und zwar so, als mische man schon lange im kulinarischen Geschehen mit.

Davon zeugen die zahlreichen Gäste, die sich mitten in der Woche auf diese Italienreise begeben. Die beginnt im großen Sommergarten, durch den man über eine Veranda ins Restaurant gelangt.

Es gibt viel zu gucken im ehemaligen Domizil des Generalmajors Graf von Haacke: hohe Decken, rotbraunes Parkett, teils lindgrüne, teils steinerne Wände, vorne eine Bar mit Mosaiken und Romantik-Fensternische, eine Bibliothek mit zwei kleinen Sitzgruppen.

Ovale Kronleuchter schaffen ein herrschaftliches Ambiente, ebenso die Silberflitter-Decke in einem der beiden kleineren Räumlichkeiten. Klassisch, elegant, schick. Das passt zur Küche, die zwar einen gehobenen Anspruch hat, aber auch keine Scheu, Pizza zu offerieren.

Rechnung im Restaurant der Villa Culinaria d' Italia. Quelle: Maz

Culinaria d’Italia, also Kochkunst Italiens ist die selbst gestellte Aufgabe. Zur Begrüßung gibt es Weißbrot und eine gut gefüllte Schale mit köstlichen grünen und schwarzen Oliven.

Von Fleisch bis Fisch

Die Ölbaumfrüchte knabbernd wird die Karte inspiziert. Klassiker wie Vitello tonnato und Carpaccio di Manzo grüßen, für jeweils 14 Euro steigt die Erwartungshaltung an die Produktqualität. Caspanata, Jakobsmuscheln mit Rhabarberschaum und grünem Spargel (14,50 Euro) gehören zum Fine Dining.

Das gegrillte Zanderfilet (17,50 Euro) mit Marktgemüse ist durch Meerrettichpüree und Pancetta-Chips modern angehaucht (17,50 Euro). Mit Filetto di Manzo vom Black Angus Rind (26,50 Euro), Dry Aged Beef wie Tomahawk und florentinischem Chiania (100 Gramm 7,90 bzw. 16 Euro) wird der aktuellen Fleischeslust Genüge getan.

Wenn irgendwo Pulpo zu haben ist, setzt bei mir ein Automatismus ein: bestellen und basta. Diese liebgewonnene Gewohnheit und Sucht wird nicht enttäuscht: Der Pulposalat nach Art der Villa ist ein weiches Meeresbewohnervergnügen, die Kombination mit Sellerie- und Kartoffelstückchen sorgt für eine ansprechende Bodenständigkeit.

Der Begleiter reagiert bei Vitello tonnato ähnlich. Ein Muss im Vorspeisenreigen. Auch weil bei dem Klassiker aus dem Piemont Kapern und Kapernäpfel das einzige „Gemüse“ ist, Zitrone fällt für ihn unter die Gewürze.

Das Kalbsfleisch ist perfekt, zart und rosa, und die Thunfischcrème auf hausgemachter Mayonnaise basierend. Einst beim Italiener mit Anspruch beheimatet, heute eher in den Geschichtsbüchern zu finden, ist die Pasta aus dem Parmesanlaib.

Lachsfilet fällt etwas ab

In der Villa sind es Tagliolini und ihnen wird alles Brimborium zuteil. Ein Rollwagen mit großem Käserund wird herangeschoben, Parmesanflocken werden herausgeschält. Die Pasta wird darin gebadet und landet schön aufgedreht auf dem Teller.

Dann noch Trüffel darüber gehobelt, das ist Dolce Vita im Mund. Das Lachsfilet in Olivenbutter auf Spargelrisotto, das leider nicht zeitgleich mit der Pasta serviert wird, fällt dagegen etwas ab.

Man kann es in der Villa schön klassisch ausklingen lassen. Tiramisu ist kein neuer Dolce-Hut, aber er muss sitzen – und das tut er in der Villa, die schon kurz nach der Eröffnung eine Bereicherung für Potsdam ist.

Das Fazit der Genussexpertin

Essen: 4

Trinken: 4

Service: 4

Ambiente: 4,5

Preis-Leistungs-Verhältnis: 4

Von Manuela Blisse

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