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Potsdam OB-Wahl: Hälfte der Potsdamer noch unentschieden
Lokales Potsdam OB-Wahl: Hälfte der Potsdamer noch unentschieden
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01:15 30.08.2018
Das Stadthaus/ Rathaus an der Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam Quelle: MAZonline
Potsdam

Knapp vier Wochen vor der Wahl des neuen Potsdamer Oberbürgermeisters am 23. September sind 51 Prozent der Wahlberechtigten noch unentschlossen, wem sie ihre Stimme geben oder ob sie überhaupt ins Wahllokal gehen werden.

Von denen, die sich an der Abstimmung beteiligen wollen, würden 29 Prozent Mike Schubert (SPD) wählen. 25 Prozent der Stimmen bekäme die parteilose Kandidatin der Linken, Martina Trauth. Götz Friederich (CDU) könnte 18 Prozent für sich verbuchen. Jeweils zehn Prozent entfielen auf Lutz Boede (Die Andere) und Dennis Hohloch (AfD). Janny Armbruster (Bündnis 90/Die Grünen) wäre mit acht Prozent Schlusslicht.

92 Prozent leben gerne in der Stadt

Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Institut Forsa im Auftrag der Märkischen Allgemeinen vom 14. bis 23. August unter 1002 Bürgerinnen und Bürgern der Stadt durchgeführt hat.

Die Befragung bestätigt auch die hohe Attraktivität der Stadt: 92 Prozent der Bürger geben an, alles in allem gerne in ihrer Stadt zu leben, dies ist ein im Vergleich zu anderen Städten sehr hoher Wert. In Berlin sind es gerade 70 Prozent, die sich derart positiv äußern.

Probleme mit Verkehr und Wachstum

Doch es gibt auch Schattenseiten: Befragt nach den größten Problemen der Stadt, nennen 90 Prozent der befragten Potsdamer Verkehrsthemen. Kritikpunkte sind insbesondere die Angebote des Öffentlichen Nahverkehrs, die Baustellen in der Stadt, der Zustand der Straßen und Brücken sowie der Verkehr generell.

Eine Sperrung der Innenstadt für den privaten Autoverkehr – im Wahlkampf kontrovers diskutiert – lehnen 57 Prozent der Befragten ab, 38 Prozent sind dafür. Für einen dritten Havelübergang am Templiner See, die sogenannte „Havelspange“, spricht sich eine überraschend klare Mehrheit von 77 Prozent der Befragten aus, nur 16 Prozent sind dagegen.

Diese Probleme nerven Potsdamer am meisten

Die Stadt Potsdam wird von fast allen Bewohnern gemocht, sie leben gerne hier. Dennoch gibt es Ärgernisse, die das Leben im Alltag beschwerlich machen. Die MAZ-Umfrage zeigt, welche Probleme die Potsdamer am meisten nerven. Zu den Spitzenreitern gehören nicht nur Wohnraum und Verkehr. Lesen Sie hier mehr.

Geteilt sind die Meinungen zum rasanten Wachstum der Stadt. Prognosen gehen davon aus, dass die Einwohnerzahl Potsdams in zehn Jahren die Grenze von 200.000 Einwohnern überschreiten wird. 47 Prozent der Bewohner Potsdams finden das gut, 45 Prozent sind entgegengesetzter Meinung. Drei Viertel der befragten Bürger Potsdams glauben, dass der weitere Zuzug die Stadt vor größere Probleme stellen wird. 21 Prozent sind der Meinung, die Stadt werde die mit dem Zuzug verbundenen Herausforderungen gut meistern.

Zu wenig in die Zukunft investiert?

Besonderen Zündstoff birgt der Wohnungsmarkt in Potsdam. Für 44 Prozent der Bürger ist das nicht ausreichende Angebot bezahlbarer Wohnungen ein großes Problem. 31 Prozent empfinden, dass für die Zukunft der Kinder und Enkel in der Stadt zu wenig getan werde: Elf Prozent klagen über den Zustand der Schulen beziehungsweise über andere Probleme an und in der Schule, 16 Prozent über mangelnde Angebote zur Betreuung der Kinder und vier Prozent über fehlende Betreuungsangebote für Jugendliche. Das in der politischen und öffentlichen Diskussion dominierende Thema der Zuwanderung spielt bei den Potsdamern kaum eine Rolle.

Kommentar: „Es gibt zu tun“

Die Potsdamer leben gern in ihrer Stadt. Doch allein darauf können sich die Kandidaten für den Posten des Oberbürgermeisters nicht ausruhen. Sie müssen den Wählern zeigen, wer vor der OB-Wahl das richtige Konzept für Potsdam hat, meint MAZ-Chefredakteurin Hannah Suppa. [Lesen Sie mehr]

Geteilt sind die Meinungen beim Streitthema „Minsk“. Knapp jeder zweite Potsdamer meint, dass das ehemalige Terrassenrestaurant aus DDR-Zeiten unbedingt erhalten bleiben sollte. 39 Prozent sagen, ein Abriss wäre nicht schlimm. Eine Mehrheit für das „Minsk“ gibt es besonders unter den gebürtigen Potsdamern (55 Prozent für den Erhalt) und den vor 1990 zugezogenen (59 Prozent) .

Von Jens Trommer

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