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Märchenhaftes Doppel

Kunst- und Musikschule mit „Es war einmal“ Märchenhaftes Doppel

Es waren einmal eine Kunstschule und eine Musikschule, die hatten einander so lieb, dass sie in Zeiten knapper Kassen und wegbrechender Kulturförderung beschlossen, nun erst recht zusammen zu arbeiten.

Weil ihnen beim Plan, die Ergebnisse der Arbeit mit den Potsdamer Kindern bekannt zu machen, jedes Mittel Recht war, luden sie am Wochenende gemeinsam zur Eröffnung der Ausstellung „Es war einmal“ ins Kulturhaus Babelsberg ein.

Die Ausstellung von Plastiken, Bildern und Grafiken hatten sie zu Ehren der Gebrüder Grimm dem unerschöpflichen Thema Märchen gewidmet. Die eigentlichen Helden dieser Vernissage aber waren die Kinder. Gleich nach der Begrüßung durch Bernd Krenkel traten die Schützlinge der Gesangslehrerin Ulla Manhenke neben das von Sigrid Schmalz gespielte elektronische Tastenmöbel, um ihren „Abendsegen“ aus Hänsel und Gretel zu Gehör zu bringen. Franziska Plaschke und Ella Roy sangen nicht nur im Duett, sondern begeisterten anschließend auch als Solistinnen. Ella wagte sich an den träumerischen Beatles-Ohrwurm „Michelle“, Franziska verzückte ihre mitfiebernde Gesangslehrerin mit der „Seguidille“, einem Volkslied aus Bizets „Carmen“.

Märchenhaftes wusste auch Peter Pelzmann zu berichten, von dem die Kinder erfuhren, dass die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm in einem Bett schliefen und selbst als Erwachsene noch unzertrennlich waren. Solche Innigkeit muss auch in der Kunstschule zwischen den lehrenden Künstlern und ihren rasant lernenden Schülern die vorherrschende Gemütsverfassung sein.

Anders lassen sich die auf unglaublich hohem künstlerischem Niveau stehenden Arbeiten der oft gerade einmal Fünfjährigen nicht erklären. Die fast schon plastischen, in jedem Fall aber fantastischen Materialcollagen von „bösen Hexen“ und „Feen“, die Anastasija, Darja, Victoria und Dahlia unter der Anleitung der Susanne Ramolla kreierten, sind geeignet, bei professionellen Künstlern Malblockaden auszulösen.

Überhaupt: Wer sehenden Auges durch diese Ausstellung wandelt, muss einfach begeistert sein vom Übermaß an schöpferischer Kraft, das in diesen zarten Körpern Platz hat. Dabei bleibt es wohl ein Rätsel, wie zum Beispiel Christa Panzner nicht nur ihre siebenjährige Elevin Ellen Sagradow dazu brachte, sich an einen beinahe monumentalen „gestiefelten Kater“ heranzuwagen. Warum sich hier Blautöne mit orangen Sprengeln zu einer Einheit verbinden und dabei eine erzählerische Detailfülle zum Klingen bringen, ist einfach nur mit dem Prädikat Kunst zu erklären.

Mögen auch die Menschen, die unsere öffentlichen Goldklumpen verwalten, den Weg in diese Ausstellung finden, damit es nie heißen muss: „Kunstschule Babelsberg: es war einmal“.

Karl-Liebknecht-Straße 135,

bis 5. April, Mo–Do 10–20 Uhr. (Von Lothar Krone)

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