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Aus für Magna Steyr Werk in Potsdam

Österreichischer Automobilzulieferer schließt Standort in Brandenburg Aus für Magna Steyr Werk in Potsdam

Bittere Nachricht für rund 60 Angestellte in Potsdam: Der Automobilzulieferer Magna Steyr schließt sein Werk in Potsdam. Das österreichische Unternehmen wird sich aufgrund schlechter Auftragslage aus der Landeshauptstadt verabschieden.

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Standort an der Friedrich-Engels-Straße.

Quelle: Foto: Detlev Scheerbarth

Potsdam. Der Magna-Steyr-Standort in Potsdam steht vor der Schließung. Am Mittwoch wurden die rund 60 Angestellten des österreichischen Automobilzulieferers in Potsdam darüber informiert, dass der Produktionsbetrieb zum Ende des Jahres eingestellt wird. Grund sei, dass ein Nachfolgeauftrag von Daimler Benz für die Herstellung von Druckluftbehältern für Bremssysteme an einen Konkurrenten gegangen sei. Magna Steyr hatte das Werk am Potsdamer Hauptbahnhof erst Anfang 2014 modernisiert. „Wir waren guter Dinge, den Folgeauftrag zu bekommen. Nun müssen wir die Konsequenzen ziehen“, erklärte Unternehmenssprecher Rej Husetovic auf MAZ-Anfrage.

Was aus den etwa 50 Festangestellten und zehn Zeitarbeitern wird, ist unklar. Einen Teil der Belegschaft wolle man in anderen Standorten unterbringen. „Wir arbeiten auch eng mit den Behörden in Potsdam zusammen, um die beste Lösung für die Leute zu finden“, sagte der Sprecher.

Magna Steyr ist neben dem Katjes-Werk der größte Industriebetrieb Potsdams. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bedauert die Schließung. „Leider sind wir im Vorfeld über die aktuelle Situation nicht informiert worden.“ Jakobs gehe davon aus, dass den Mitarbeitern ein adäquates Jobangebot an einem der anderen elf Standorte des Unternehmens unterbreitet werde. Auch im Wirtschaftsministerium zeigt man sich betroffen, aber optimistisch. „Was die Mitarbeiter anbetrifft: Mechatroniker und Metallfacharbeiter werden händeringend gesucht, sodass wir die Hoffnung haben, dass es für die Magna-Beschäftigten rasch eine neue Perspektive geben wird“, erklärte Sprecherin Claudia Lippert. Der Potsdamer IG-Metall-Geschäftsführer Bernd Thiele reagierte indes zurückhaltend. „Wir haben bei Magna keinen Betriebsrat. Aber wenn die Kollegen Hilfe brauchen, können Sie gerne auf uns zukommen.“

Der österreichische Automobilhersteller war Ende 2010 als Retter nach Potsdam gekommen: Magna Steyr übernahm den vor der Zahlungsunfähigkeit stehenden Tankhersteller Erhard & Söhne, der seit 2009 eine Niederlassung im früheren Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) hatte. Magna Steyr hatte das Ziel ausgegeben, mehr Aufträge an Land zu ziehen und mehr Beschäftige einzustellen. Ob mit der Schließung nun Fördergelder der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) – laut MAZ-Informationen rund drei Millionen Euro – zurückgezahlt werden müssen, ist unklar. Theoretisch ist das möglich, denn die Bindefristen für Arbeitsplätze, Wirtschaftsgüter und Immobilien seien noch nicht abgelaufen, sagte ILB-Sprecher Matthias Haensch. Nun werde es ein Anhörungsverfahren mit Magna Steyr geben, dann werde man entscheiden. „Die ILB wird sich mit ihren Partnern dafür einsetzen, am Standort eine Nachfolgelösung zu finden“, so Haensch.

Von Marco Paetzel

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