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Mal ulkig, mal unheimlich: Hunde unter Wasser

Potsdamer Fotograf hält einmalige Momente fest Mal ulkig, mal unheimlich: Hunde unter Wasser

Er hatte schon alles vor der Linse, was so durch die Sieben Weltmeere schwebt und schnorchelt: Mantas, Delfine, Haie. Nun fotografiert der Potsdamer Sven Gruse Chihuahuas in Planschbecken. Doch egal, wie klein oder groß seine Hunde-Modelle auch sind: Die Bilder von den Vierbeinern auf Tauchgang sind ein großer Spaß.

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Weimaraner Armani auf Tauchstation.

Quelle: Sven Gruse

Drewitz. Hat Nessie Schottland verlassen? In Drewitz ist in diesen Tagen zumindest ein wundersames Wesen gesichtet worden, das den Umzug des Seeungeheuers in märkische Breiten vermuten lässt. In einer himmelblauen Unterwasserwelt, umgeben von Blubberblasen und Lichtreflexen, treibt es mit weit aufgerissenem Maul und gespreizten Krallen dahin, die Beute nur einen Paddelschlag entfernt...

Was unter der Wasseroberfläche wild und bedrohlich daher kommt, ist an Land ein fideler Malinois. Jaleo vom Herrenberger Schloss, genannt Leo, ist einer der ersten Hunde, die Sven Gruse in Potsdam ins Bassin und vor die Kamera bekommen hat. Auf den Bildern sieht Leo mal ulkig, mal gefährlich aus. So oder so sind die Bilder des tauchenden Schäferhundes ein Hingucker. Wann sieht man seinen Wuffi schon mal unter Wasser?

Malinois-Schäferhund Leo rettet sein Lieblingsspielzeug

Malinois-Schäferhund Leo rettet sein Lieblingsspielzeug.

Quelle: Sven Gruse

Begründet hat dieses Genre vor einigen Jahren der US-Amerikaner Seth Casteel. Seine Fotos haben sich über das Internet schnell um die ganze Welt verbreitet und waren in Ausstellungen zu sehen; sein Buch „Underwater Dogs“ stand auf diversen Bestsellerlisten. Nun schwappt der Trend auch nach Deutschland. In Stuttgart, im Ruhrpott und in Berlin gibt es dieses besondere Angebot schon. In Potsdam ist Sven Gruse der erste Fotograf, der mit den Hunden abtaucht.

Seit 2008 zieht es den 39-Jährigen, der in Potsdam geboren, aufgewachsen, zur Schule und zum Studium gegangen ist, hinab in die blaue Tiefe. Das Hobby allein genügte ihm irgendwann nicht mehr, inzwischen ist der Diplomkaufmann auch Tauchlehrer – und eben Unterwasser-Fotograf. Auf seinen Reisen bekam er so ziemlich alles, was durch die Sieben Weltmeere schwebt und schnorchelt, vor die Linse: Mantas, Delfine, Haie, Schildkröten.

Unter dem Meer

Unter dem Meer: Sven Gruse in Aktion.

Quelle: Christophe Rouziou

Jetzt sind Chihuahuas im Planschbecken an der Reihe. Doch egal, wie groß oder klein der Hund: Der Effekt ist stets einmalig. Selbst ein harmloser Mini zeigt beim Shooting seine wilde Seite – immerhin geht es darum, den Lieblingsball zu schnappen und ans Ufer zu retten! „Was wir gern verleugnen: Der Biss eines Hundes, und sei er auch noch so klein, ist der Beutebiss eines Raubtieres“, sagt Juliane Lange. Sie muss es wissen, schließlich ist sie Hundetrainerin und sorgt in ihren Kursen für eine harmonisches Miteinander von Hund und Herrchen. Ihre Hundeschule ist am Verkehrshof zu finden. Dort draußen veranstaltet Sven Gruse mit Juliane Langes Unterstützung seine Foto-Sessions. Bevor er den einen, fantastischen Moment abpasst („Timing ist alles!“), bringt sie den Hunden Zentimeter für Zentimeter das Tauchen bei. „Grundsätzlich kann das jeder Hund,“, sagt Juliane Lange. „Es kommt nur auf die Herangehensweise an.“ Den Hund ins Wasser zu zwingen, bringe überhaupt nichts. „Der Hund muss die Schwelle mental allein überwinden.“ Mit Spielzeug und Leckerlis könne man ihn animieren. „Bei einem klappt’s früher, beim anderen später.“

Leo und Juliane Langes andere zwei Hunde waren die ersten, die Sven Gruse in Potsdam mit der Unterwasserkamera abgelichtet hat. „Alle, die die Bilder kennen, sind begeistert“, so Juliane Lange. „Ich hab in meinem Leben schon so viele Hundefotos gesehen: Hund auf grüner Wiese, Hund auf Baumstamm, Hund vor Denkmal – das ist endlich mal eine neue Perspektive. Die Bilder machen einfach Spaß.“

So kommt Bello zum Shooting

Das Tauchen ist für die Hunde nicht schädlich. Beim Shooting ist der Kopf der Tiere nur wenige Sekunden unter Wasser – wie lange, bestimmt der Hund. Er sollte gesund, nicht aggressiv oder ängstlich sein.

Die Tiere werden laut Hundetrainerin Juliane Lange Zentimeter für Zentimeter ans Tauchen herangeführt, meist geschieht das mit Hilfe des Lieblingsspielzeugs.

Wer seinen Hund unter Wasser fotografieren lassen möchte, zahlt zunächst eine Anmeldegebühr und später die Bilder. Für all jene, die mit ihrem Vierbeiner gerade einen Kurs an der Hundeschule Potsdam belegen, entfällt die Anmeldegebühr.

Sven Gruse ist für Anfragen per E-Mail unter contact@svengruse.de zu erreichen. Die Hundeschule Potsdam unter www.hundeschule-potsdam.de

 

Von Nadine Fabian

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