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Manche Helfer müssen anonym bleiben

Bundespräsident dankt Ehrenamtlichen Manche Helfer müssen anonym bleiben

Zwei Potsdamerinnen werden am Freitag von Bundespräsident Joachim Gauck für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Die eine engagiert sich seit vielen Jahren als Mediatorin für Schüler, die andere hilft jungen Menschen bei Sorgen am Telefon und darf deshalb nicht einmal ihr Gesicht zeigen.

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Ulrike Cantner hat den Verein „Seniorpartner in School“ in Brandenburg aufgebaut. Dort vermitteln Senioren als Mediatoren zwischen Schülern.

Quelle: Peter Degener

Potsdam. Der Bundespräsident Joachim Gauck lädt am Sonnabend zu einem Bürgerfest in seinen Amtssitz. Doch bereits am Tag zuvor wird er 4000 Menschen aus ganz Deutschland im Berliner Schloss Bellevue empfangen, um sich bei ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement zu bedanken.

Themen am Telefon sind vor allem Sexualität, aber auch Gewalt

Auch aus Potsdam sind mehrere Personen dabei, darunter zwei Frauen, die sich in ihrer Freizeit um die Probleme von Kindern und Jugendlichen bemühen. Eine davon heißt Vera. Die junge Studentin kann ihren vollen Namen und ihr Gesicht nicht öffentlich zeigen, da das ihre Arbeit beeinträchtigen würde. Zwei Mal im Monat arbeitet sie für das Kinder- und Jugendtelefon des Diakonischen Werks. Junge Menschen wenden sich dort vertrauensvoll mit ihren Problemen an die angehende Psychologin. „Liebe und Fragen zur Sexualität sind die wichtigsten Themen, aber es geht bei den Anrufen auch um Gewalt in der Familie, Mobbing und Drogen. Das sind Themen, wo man auch mal durchhalten muss“, sagt Vera.

Für die Arbeit beim Kinder- und Jugendtelefon bleibt Vera anonym

Für die Arbeit beim Kinder- und Jugendtelefon bleibt Vera anonym.

Quelle: Peter Degener

„Es ist ganz wichtig, dass ich mich selbst im Gespräch öffne, um am Telefon Vertrauen aufbauen zu können“, sagt sie. Trotzdem kennen beide Gesprächspartner nicht einmal die Namen des anderen. Scherzanrufe gibt es auch, denn die Seelsorge wird für Mutproben genutzt. Manchmal ist so ein Anruf eine Abwechslung, ein anderes Mal fragt sich Vera, warum sie sich auf diese Art engagiert. „Aber dann kommt ein Anruf, durch den ich wieder weiß, dass wichtig ist, dass ich hier bin“, sagt sie. Sie ist zwar erst seit einem Jahr Teil des Seelsorger-Teams, aber gemeinsam mit zwei Kollegen wird sie stellvertretend für das ganze Kinder- und Jugendtelefon ins Schloss Bellevue fahren.

Auch Ulrike Cantner hat sich lange Zeit als Seelsorgerin am Telefon engagiert. Doch nach über zehn Jahren hat die 67-Jährige eine neue Aufgabe gesucht und den Verein „Seniorpartner in School“ im Land Brandenburg aufgebaut. Im letzten Schuljahr haben mehr als 60 Mitglieder dieses Verein als Mediatoren fast 1000 Vermittlungsgespräche zwischen Schülern an Schulen im ganzen Land geführt.

Zwanzig Stunden in der Woche investiert sie in das Ehrenamt

Cantner hat sich jahrelang um Fördermittel und Kontakte und die Mediationsausbildung gekümmert. Heute betreut sie vor allem die Mitglieder des Vereins und wendet dafür über 20 Stunden pro Woche auf. Die gebürtige Hannoveranerin hat einst Sozialpädagogik studiert, aber nur kurz in ihrem Beruf gearbeitet. Sie folgte ihrem Ehemann, einem Entwicklungshelfer, durch die Welt. Für andere Menschen hat sie sich stets engagiert.

Das Bürgerfest in Bellevue am 12. September

Zum Bürgerfest für jedermann lädt der Bundespräsident Joachim Gauck am 12. September in das Schloss Bellevue und den dazugehörigen Park im Zentrum Berlin.

Von 11 bis 19 Uhr gibt es ein großes Musik- und Showprogramm, auch der Amtssitz des Präsidenten kann besichtigt werden. Ab 14.30 Uhr wird Gauck an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Starke Frauen: Grenzenlos engagiert!“ teilnehmen.

Der Eintritt ist frei, es ist aber mit Wartezeiten am Einlass zu rechnen. Hunde und große Gepäckstücke dürfen nicht mitgebracht werden.

Ihre Motivation liegt in ihrer eigenen glücklichen Kindheit. „Ich hatte ein erfülltes und großzügiges Elternhaus und dieses reiche Leben hat mich dazu bewogen, etwas zurückzugeben und meine große innere Kraft für andere Menschen zu nutzen, die diese Kraft nicht haben“, sagt Cantner. Deshalb hilft sie nicht nur Schülern. Sie leistet gemeinsam mit ihrem Mann Aufklärungsarbeit über das von China annektierte Tibet – und zwar zielgerichtet für Chinesen.

Von Peter Degener

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