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Manja Schüle holt einziges SPD-Direktmandat

Bundestagswahl, Wahlkreis 61 Manja Schüle holt einziges SPD-Direktmandat

Wahlkrimi: Als einzige Direktkandidatin der Sozialdemokraten in allen ostdeutschen Flächenländern und in einem extrem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen gegen CDU-Kandidatin Saskia Ludwig hat die 41-jährige Manja Schüle aus Potsdam das Rennen gemacht.

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Hatte allen Grund zum Strahlen: Manja Schüle (SPD) gewann den Wahlkreis 61.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Sensation ist perfekt: Manja Schüle (41) hat im Wahlkreis 61 das Direktmandat für die SPD geholt – als einzige Direktkandidatin der Sozialdemokraten in allen ostdeutschen Flächenländern und in einem extrem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen gegen CDU-Kandidatin Saskia Ludwig. Letztlich lag sie mit 2500 Stimmen vorn. Norbert Müller (Linke) kam auf den dritten Platz, gefolgt von AfD-Mann René Springer, Annalena Baerbock (Grüne) und Linda Teuteberg (FDP). Baerbock gratulierte Schüle: „Das freut mich.“ 2013 konnte die CDU mit Katherina Reiche das Direktmandat gewinnen, obwohl der Potsdamer Wahlkreis immer als rote Bastion galt. Katherina Reiche holte damals 32,6 Prozent der Stimmen, Andrea Wicklein 32,2 Prozent – ein Unterschied von 730 Stimmen.

Vorausgegangen war der Wahlentscheidung am Sonntagabend ein Wechselbad der Gefühle. Während die Genossen im Restaurant „Genusswerkstatt“ neben dem Filmmuseum um 18 Uhr zuerst mit versteinerten Mienen die ersten bundesweiten Hochrechnungen verfolgt hatten, besserte sich die Stimmung angesichts der Zahlen im Wahlkreis immer mehr.

Die Stimmung um 18 Uhr war knapp am Gefrierpunkt

Die Stimmung um 18 Uhr war knapp am Gefrierpunkt.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Als sich dann gegen 20 Uhr der Vorsprung von Schüle immer mehr manifestierte, gab es den ersten frenetischen Applaus. „Einfach nur geil“, jubelte Unterbezirkschefin Ulrike Häfner. „Dass wir das Direktmandat von der CDU zurückerobert haben, ist eine Sensation“, sagte der Potsdamer SPD-Fraktionschef Pete Heuer. Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) nannte Schüles Erfolg „das Highlight dieses ansonsten teilweise schockierenden Wahlabends“ – damit spielte er auf das AfD-Ergebnis in Brandenburg an. Immerhin: In Potsdam fuhr die AfD mit 13 Prozent ihr niedrigstes Ergebnis im Land ein, wie Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) erleichtert anmerkte. Aber: „Man muss sich mit den Menschen auseinandersetzen, die die AfD wählen – offensichtlich erreichen wir sie nicht mit unseren Aussagen.“ Auch Jakobs zollte Schüle, die bislang als Büroleiterin von SPD-Bildungsminister Günter Baaske tätig war, seinen Respekt: „Sie ist überzeugend und authentisch und sie hat einen tollen Wahlkampf gemacht.“

Kopf-an-Kopf-Rennen

Kopf-an-Kopf-Rennen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

In den vergangenen Wochen hatte sich die Politologin unbezahlten Urlaub genommen, um mit ihrem „Manjamobil“ durch den Wahlkreis zu touren – mindestens zwei öffentliche Auftritte pro Tag absolvierte sie, dazu viele interne Besuche von Forschungseinrichtungen und Betrieben. Plus: Praktikumstage bei einem Apotheker, in einem Kino, einer Kita. Ihren ersten Dank richtete Schüle an die 400 Wahlkampfhelfer. Ausdrücklich bedankte sie sich auch bei ihrer Vorgängerin im Bundestag, Andrea Wicklein. Die hatte zuvor bei einer kurzen Rede die Parole ausgegeben: „Es ist unser Wahlkreis.“ Manja Schüle trug am Wahlabend übrigens ein Paar schicke Pumps, deren Farbe sie mit Bedacht ausgesucht hatte: „Oben rot – unten schwarz.“

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Von Ildiko Röd

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