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Manöverkritik zum Demokratiedenkmal

Erinnerung an Herbst 1989 in Potsdam Manöverkritik zum Demokratiedenkmal

Der vom Potsdamer Rathaus eingesetzte Beauftragte für Erinnerungskultur Tobias Büloff vermisst bei der Vorbereitung eines Denkmals für die Demokratie auf dem heutigen Luisenplatz „zivilgesellschaftliche Unterstützung“.

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Potsdams Beauftragter für Erinnerungskultur Tobias Büloff.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Mit deutlicher Manöverkritik verband der Beauftragte für Erinnerungskultur, Tobias Büloff, einen ersten Zwischenbericht zum geplanten Denkmal für die Friedliche Revolution 1989 auf dem Luisenplatz: „Es fehlt ein bisschen an zivilgesellschaftlicher Unterstützung“, sagte er am Mittwochabend im Hauptausschuss. Büloff äußerte sich zudem „enttäuscht, dass die Initiatoren nicht da sind“.

Heike Roth vom Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte im Land Brandenburg und Gabriele Schnell von der Gedenkstätte Lindenstraße hatten das Projekt im Sommer 2015 vorgestellt. Nach ihrer Idee sollte sich das Denkmal unmittelbar auf den 4. November 1989 beziehen, als die größte Demonstration des Wendeherbstes in Potsdam auf dem heutigen Luisenplatz ihren Anfang nahm. Ausgehend von einer Aufnahme des Kleinmachnower Fotografen Bernd Blumrich sollten Abbildungen von rund 20 Transparenten am jeweiligen Standort auf dem Pflaster des Platzes abgebildet werden.

Das Projekt fand breite politische Zustimmung, allerdings gab es schon zu Beginn kontroverse Äußerungen zur Finanzierung. Grünen-Fraktionschef Peter Schüler plädierte für Spendenfinanzierung: „Wenn Geld von der öffentlichen Hand kommt, hat das etwas von oben Verordnetes.“ Hans-Hermann Hertle als der Gedenkstätte Lindenstraße verbundener Historiker hingegen sah die Stadt bei der Finanzierung „auf jeden Fall“ in der Pflicht, verwies aber auch auf das Land: „Ich sehe keinen Grund, warum sich nicht auch das Land daran beteiligen sollte“, sagte er.

Auf Antrag der Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU/ANW erteilten die Stadtverordneten der Verwaltung am 4. November 2015 zunächst einen Prüfauftrag zur Schaffung eines Erinnerungsortes auf dem Luisenplatz. Teil dieses Auftrags ist die Bildung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Verwaltung, zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem Planungsbüro Lützow 7, das den Luisenplatz gestaltet hat.

Zumindest dieser Schritt ist jetzt angebahnt: „Die Arbeitsgruppe wird gerade gegründet“, sagte Büloff am Mittwochabend. Eine erste Äußerung zum finanziellen Bedarf gab es kürzlich im Kulturausschuss. Dort nannte Heike Roth vom Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit mit Verweis auf ein „vergleichbares Denkmal in Plauen“ eine Summe von 60 000 Euro. Sie ergänzte mit einem „Aber“: „Je mehr Geld, desto schöner wird’s.“

Der 4. November 1989

Zehntausende Menschen beteiligten sich am 4. November 1989 an der ersten genehmigten Protestdemonstration des „Neuen Forums” und anderer Gruppen. Gefordert wurden Presse- und Versammlungsfreiheit sowie das Recht auf Bildung von Vereinigungen.

Auf dem Berliner Alexanderplatz fand an dem Tag eine weitaus größere Kundgebung statt. Doch in Relation zur Einwohnerzahl könnte es in Potsdam die größte oppositionelle Demonstration gewesen sein, die jemals in einer Großstadt der DDR stattfand.

Von Volker Oelschläger

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