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Marchwitzas Herzschlag-Zitat kehrt zurück

Sonderausstellung über den Potsdamer Künstler Walter Bullert Marchwitzas Herzschlag-Zitat kehrt zurück

Das im Foyer angebrachte Zitat „Kultur ist jeder zweite Herzschlag unseres Lebens“ von Hans Marchwitza war Programmspruch für das 1966 nach ihm benannte Kulturhaus Am Alten Markt in Potsdam. Nach dem Umbau für das Potsdam-Museum verschwand die Bronzearbeit im Depot. In einer Sonderausstellung über ihren Schöpfer Walter Bullert soll sie wieder zu sehen sein.

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Der von Walter Bullert geschaffene Schriftzug im Foyer des Alten Rathauses Anfang 2011 kurz vor der Demontage.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Der Schriftzug des Potsdamer Künstlers Walter Bullert (1895-1986) mit dem Zitat „Kultur ist jeder zweite Herzschlag unseres Lebens“ von Hans Marchwitza (1890-1965) soll nun doch noch einmal zeitweise in dem Haus gezeigt werden, für das er in den 1960er Jahren geschaffen wurde. In Vorbereitung der Sonderausstellung des Potsdam-Museums zum 120. Geburtstag Walter Bullerts werde „geprüft, ob eine Anbringung des Zitats temporär möglich ist“, so Rathaussprecherin Christine Weber auf MAZ-Anfrage. Derzeit sei das Zitat im Museumsdepot auf Hermannswerder eingelagert.

Der Arbeiterdichter und Schriftsteller Hans Marchwitza war der Namenspate des Kulturhauses Am Alten Markt, das 1966 nach dem Wiederaufbau des Quartiers im Alten Rathaus und dem benachbarten Knobelsdorffhaus eröffnet wurde. Der von Bullert geschaffene Schriftzug in Bronze hatte seinen festen Platz im unteren Foyer bis zum Umbau des Kulturhauses für das Potsdam-Museum im Jahr 2011.

Nach den ursprünglichen Plänen des für die Baustelle zuständigen Kommunalen Immobilienservices (Kis) sollte das Zitat nach dem Umbau einen neuen Platz im einstigen Tanzfoyer im zweiten Obergeschoss vis-a-vis zum Wandbild „Potsdamer Alltag“ des Ehrenbürgers Werner Nerlich (1915-1999) bekommen, dem die aktuelle Sonderausstellung des Potsdam-Museums gewidmet ist. Als Ausgangs- und Zielpunkt der ständigen Ausstellung des Museums zur Stadtgeschichte hat dieser Raum eine besondere Bedeutung.

Das Museum als Konfliktherd

Das Verschwinden des Marchwitza-Zitats verweist ebenso wie der Streit um das vom Architekten Reiner Becker ins Museum gesetzte Treppenhausgitter auf das Konfliktpotenzial, das dieses Haus noch immer birgt.

In Erinnerung ist der Streit um eine brauchbare Klimaanlage und um eine Freilegung der weiß getünchten Bollhagen-Säulen, die vom Kommunalen Immobilienservice (Kis) erst nach anhaltenden Protesten erledigt wurde.

Probleme auch beim Raumprogramm: Die Öffnung Richtung Burgstraße mit einem Skulpturenpark fiel aus Kostengründen weg. Die Innenräume sind so knapp bemessen, dass laut Museumschefin Jutta Götzmann für eine dauerhafte Kunstausstellung ein separater Bau benötigt würde.

Schließlich fand sich für Bullerts Schriftzug aber doch kein Platz. Beherrscht wird der Raum statt dessen von einer für das neue Treppenhaus geschaffenen Gitterkonstruktion des Architekten Reiner Becker, die ohne Rücksprache mit den Nutzern sowie ohne denkmalrechtliche Genehmigung eingebaut wurde und deshalb laut Stadtverordnetenbeschluss vom März 2014 „vollkommen entfernt“ werden soll. Auf der Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetensitzung findet sich eine Anfrage der Chefin des Kulturausschusses, Karin Schröter (Linke), zur Umsetzung dieses Beschlusses.

Info Sonderausstellung über Werner Nerlich im Potsdam-Museum noch bis 19. Juli. Die Ausstellung über Walter Bullert wird am 9. August eröffnet.

Von Volker Oelschläger

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