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Potsdam Marke am Schweinekopf brachte keine heiße Spur
Lokales Potsdam Marke am Schweinekopf brachte keine heiße Spur
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17:28 10.03.2017
Imam Kamal Mohamad Abdallah im Gespräch mit Polizisten. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen der Schändung der Potsdamer Al-Farouq-Moschee mit einem Schweinekopf nach fünf Monaten ergebnislos eingestellt. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christoph Lange, am Freitag gegenüber der MAZ. Der Kopf, den Unbekannte am 1. Oktober in einem Paket vor dem Gebetsraum Am Kanal abgelegt hatten, war zwar mit einer Ohrmarke versehen, diese führte aber nicht zum letztendlichen Käufer, erläutert Lange.

Der Staatsschutz habe aufgrund der Marke zwar Schlachthof und Großhändler ausfindig machen können, wer das Spanferkel erwarb, konnte nicht herausgefunden werden. „Die anfängliche Spur verliert sich“, so Oberstaatsanwalt Lange.

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte im November im Innenausschuss des Landtags erklärt, dass der Weg des Schweinehauptes bis zu einem Schlachtbetrieb in Mecklenburg nachverfolgt werden könne. „Es gibt nicht so viele Käufer, man kann ausmachen, zu welchem Fleischer, Großmarkt oder Caterer der Kopf geliefert wurde“, sagte Schröter. Doch eine konkrete Person konnte nicht gefunden werden.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte die Tat seinerzeit scharf verurteilt: „Das ist nicht Potsdam, das ist die Tat einzelner Provokateure.“ Eine Anwohnerin hatte den Schweinekopf an einem Samstagabend gegen 21.40 Uhr entdeckt und die Polizei verständigt. Da Muslime kein Schweinefleisch essen, waren die Beamten sofort von einer ganz gezielten Provokation ausgegangen und übergaben die Ermittlungen an den Staatsschutz.

Ominöser Anruf beim Imam

Im Oktober fand das Freitagsgebet der Muslime noch am Kanal statt. Anwohnern hatten beklagt, dass die Gläubigen wegen Überfüllung auf dem Bürgersteig beten mussten. Die AfD hatte mit einem Infostand an der Moschee Position bezogen. Bei einem Tag der offenen Tür hatte der Verein der Potsdamer Muslime versucht, mit Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Zuvor waren immer wieder Hetzaufkleber an dem Gebäude angebracht worden. Inzwischen nutzt die Gemeinde die Orangerie in der Biosphäre für das Freitagsgebet.

„Wir hatten natürlich gehofft, dass der Täter ermittelt wird – auch zur Abschreckung für andere“, sagt Imam Kamal Mohamad Abdallah. Drohungen oder Provokationen habe es seit dem Vorfall vergangenen Herbst nicht mehr gegeben. Nur einmal habe er einen ominösen, anonymen Anruf bekommen, so Abdallah. „Ein Mann erklärte mir, dass ich den falschen Glaube habe“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Einen dauerhaften neuen Standort für die Moschee haben die Muslime noch nicht gefunden. Die Biosphäre ist nur eine Übergangslösung. Auf die Anfrage bei einem Vermieter, der im Internet ein Gewerbeobjekt in Potsdam anbietet, habe er noch keine Antwort bekommen, so Abdallah.

Von Marion Kaufmann

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