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Potsdam Marmorplatten für Eremitage im Neuen Garten gefunden
Lokales Potsdam Marmorplatten für Eremitage im Neuen Garten gefunden
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17:33 30.11.2018
In der Eremitage im Neuen Garten: Restaurator Lutz Schummel hat die Marmorfragmente des Fußbodens gefunden – das kostbare Mittelbild mit der Weltkarte fehlt noch. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Berliner Vorstadt

Durch einen Zufall entdeckte Restaurator Lutz Schummel in einem Materialdepot der Potsdamer Schlösserstiftung die marmorne Bodenplatten. Ein Glücksfund: Anhand der Struktur konnte er zuordnen, dass diese einst in der Eremitage im Potsdamer Neuen Garten lagen. Sorgfältig hat er nun die 24 der 240 Mamorplatten nach dem schwarz-weißen Schachbrettmuster auf den vorhandenen Trägerplatten angeordnet.

Die Einsiedelei, auch Eremitage genannt, wurde einst im Auftrag des Königs Friedrich Wilhelm II (1744-1797) errichtet. Der mit einem Reetdach bedeckte Pavillon aus Holz ohne Fenster liegt an der Spitze des Neuen Gartens. Es war Teil eines Gestaltungsprogrammes, das durch die Vorstellungen des Ordens der Rosenkreuzer angeregt war. In dieser Einsiede fand der König innere Einkehr.

Nach Kriegsende geriet die Eremitage in Vergessenheit und wurde im Zuge des Ausbaus der Grenzanlage 1964 abgerissen. Teile wurden im Keller des Neuen Palais eingelagert. 2007 wurde das Gebäude dank Spenden neu errichtet. Im Inneren jedoch ist der einstige Zustand noch nicht hergestellt.

Früher war der überkuppelte ovale Raumes kostbar ausgestattet: So waren die nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans (1732-1808) holzvertäftelten Wände mit diversen Messinstrumente verziert. Das Deckengemälde stellte Apollo inmitten der Musen und Planetengottheiten dar. Auch der Uranus – den Wissenschaftler erst 1781 entdeckten – wurde abgebildet. „Hier sind mythologische mit aktuellen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen verbunden dargestellt. Das ist durchaus spannend“, erklärt Saskia Hüneke, Kustodin für Skulpturen bei der Potsdamer Schlösserstiftung. Den aufwendig gestalteten Fußboden schuf Bildhauer Heinrich Friedrich Kambly (1750-1801).

Die Bodenplatten rahmten eine kostbare Weltkarte, die bis heute verschollen ist. Bei dem ovalförmigen Bild handelt es sich um eine sehr fein gearbeitete Steinarbeit aus mehreren Teilen mit einer Größe von etwa 2,90 Meter mal 1,80 Meter. Mit einem Schmelzkleber aus Baumharz wurde die 10 bis 16 Millimeter große Karte aus Naturstein auf die vier bis sechs Zentimeter dicke Sandsteinträgerplatte aufgeklebt. „Da diese Trägerplatten aber fehlen, gehe ich davon aus, dass es im Ganzen sauber ausgebaut wurde“, erklärt Lutz Schummel.

Zwischen 1945 und 1964 verschwand die Karte. Die näheren Umstände, warum und wie sie abhanden kam, ist bis heute ungeklärt. „Wir haben auch keine Vermutungen, wo die Weltkarte heute sein könnte“, sagt Hüneke.

Bei der Karte handelt es sich um eine deutsch beschriftete Karte. „Es ist erstaunlich, dass Australien und Neuseeland mit dieser Genauigkeit hier dargestellt sind – gerade im Bezug zu anderen Weltkarten aus dieser Zeit“, sagt Hüneke. Auf Spurensuche, stießen die beiden Restauratoren auf zwei mögliche Vorlagen. Hüneke etwa entdeckte eine 1754 erschienene Karte des Geographen Anton Friedrich Büsching (1724 –1793), den König Wilhelm selbst auch kannte und als Wissenschaftler schätzte. Lutz Schummel fand eine Arbeit des Astronoms Elert Bode (1747-1826). Beide Karten passen zu dem dargestellten Erkenntnisstand.

Wer Hinweise hat, die zu der verloren gegangenen Karte führen, kann sich an die Schlösserstiftung wenden. Auch Erinnerungen von Zeitzeugen, historische Fotografien oder Dokumente sind willkommen.

Von Anne Knappe

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