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ProPotsdam-Mitarbeiter rettet Krebspatientin

Blutplasmaspende ProPotsdam-Mitarbeiter rettet Krebspatientin

1500 Menschen kamen Ende 2014 in die Metropolishalle nach Potsdam-Babelsberg, um sich als mögliche Blutplasmaspender typisieren zu lassen. Die Aktion war ein Erfolg: Eine 61 Jahre alte Krebspatientin erhielt bereits eine Spende. Das Blutplasma stammt von Sercan Sek. Sek arbeitet für das Unternehmen ProPotsdam, das die Aktion maßgeblich unterstützt hat.

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Selfie des Spenders: Sercan Sek über den Dächern von Potsdam. Der 27-Jährige arbeitet bei der Pro Potsdam.
 

Quelle: Foto: PRIVAT

Potsdam.  Die große Typisierungsaktion, bei der sich Ende vergangenen Jahres 1500 Potsdamer in der Babelsberger Metropolishalle hatten Blut abzapfen lassen, zeigt einen ersten Erfolg: Es gibt einen Blutplasmaspender – zwar nicht für den kleinen, an Blutkrebs erkrankten Carlos (2), der dringend auf gesundes Mark angewiesen ist und mit dessen Namen die Spender-Aktion verknüpft ist. Dafür aber besteht große Hoffnung für eine 61 Jahre alte Frau, die ebenfalls an Krebs erkrankt ist – sie hat bereits ihre möglicherweise lebensrettende Spende erhalten.

Der mögliche Spender mit den passenden Blutwerten heißt Sercan Sek, ist 27 Jahre alt, hat selbst ein kleines Kind und meldete sich deshalb, als die Aktion „Carlos und du“ anlief. Sek arbeitet seit einem Jahr bei der kommunalen Potsdamer Immobilienholding Pro Potsdam als Assistent der Geschäftsführung. Er sagt: „Ich habe mich sehr gefreut, als ich nach zwei Wochen einen Brief der Patienten bekam. Sie hat zum Ausdruck gebracht, wie viel Hoffnung auf Leben ihr meine Spende gemacht hat.“

 Seks Arbeitgeber hat entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Spendersuche. Die Geschäftsführung hatte im Mitarbeiterkreis dafür geworben, an der Typisierungskampagne teilzunehmen. 22 Angestellte gingen am 9. November zum Blutabnehmen in die Metropolishalle. Das Massenereignis war Ergebnis einer Facebook-Kampagne, die eine Freundin der Mutter des kleinen Carlos gestartet hatte: die Seriendarstellerin Susan Sideropoulos aus „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ (GZSZ). Sie alarmierte die gesamte Potsdamer Filmszene.

Befreundete Schauspieler wie Claudia Wenzel, Rüdiger Joswig und Tanja Szewczenko halfen bei der Organisation. Das Produktionsunternehmen Ufa Serial Drama veranstaltete den Großtest in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS), seine Halle im Filmpark stellte desen Chef Friedhelm Schatz zur Verfügung.

Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius wollte selbst teilnehmen – die DKMS nimmt aber nur Spender bis 55 Jahre. So kamen er und seine Kollegen auf die Idee des firmenweiten Aufrufs. Seinen Mitarbeiter Sercan Sek lobt Müller-Zinsius als „sehr gemeinschaftsorientiert“. Er habe sich auch „total gefreut über all diejenigen, die sich mit Mut und ohne Vorbehalte gemeldet haben.“ Die Kosten, die zur Analyse der Blutproben entstehen, übernahm das Unternehmen – immerhin 50 Euro pro Person.

Der Blutplasma-Entnahme unterzog sich Sercan Sek im Berliner Virchow-Krankenhaus. An beiden Armen wurden ihm Zugänge zum Blutkreislauf gelegt. Das Prinzip: Aus dem einen Arm wird Blut abgezapft, daraus das Plasma gewonnen – in den anderen Arm wird das Blut zurückgeführt. Die Prozedur dauert ein paar Stunden. Sek, der auf einem Krankenbett liegen konnte, vertrieb sich die Zeit mit einem Hörbuch. Was unangenehmer war: Er musste sich zwei Wochen vor der Entnahme Mittel zur Blutbildung selbst spritzen.

Von Ulrich Wangemann

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