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Potsdam Kritik an geplantem RAW-Neubau
Lokales Potsdam Kritik an geplantem RAW-Neubau
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01:19 01.12.2018
RAW-Hallen mit dem geplanten Neubau. Quelle: The RAW Potasdam
Südliche Innenstadt

Massive Kritik an der geplanten Überbauung der historischen Werkhallen des Potsdamer Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) äußert Ludger Brands, Professor an der Potsdam School of Architecture der Fachhochschule Potsdam: „Leider ist dieses Projekt wieder ein Beispiel dafür, wie sogenannte Archistars die Identität, Typologie und den Maßstab der Stadt missachten und die Egomanie im Vordergrund zu stehen scheint“, sagte er am Mittwoch zur MAZ. Das Denkmal werde „überbaut und damit desavouiert. Die Claqueure sind von der Vordergründigkeit geblendet und beteiligen sich an der weiteren Zerstörung der Stadt“.

Architekturprofessor Ludger Brands. Quelle: Bernd Gartenschläger

Wie berichtet, will eine eigens gegründete RAW Potsdam GmbH mit einem in Zypern gemeldeten Partnerunternehmen auf dem Grundstück der 1912 für die Drehgestellfertigung gebaute Neuen Halle Europas größten Einzelstandort für die Digitalwirtschaft errichten. Die bis zu 14 Meter hohe Halle soll für den Neubau mit einer Brückenkonstruktion überspannt werden, die an ihrem höchsten Punkt 33 Meter misst. Als Architekt konnte den Angaben nach Jürgen H. Mayer verpflichtet werden, der mit Projekten wie dem Metropol Parasol in Sevilla europaweit höchstes Ansehen genießt.

Potsdam ist dem Architekten vertraut. 2003 gewann sein Büro den internationalen Architektenwettbewerb für die Speicherstadt. Der Siegerentwurf mit einzeln stehenden Bauwerken an einem zur Nikolaikirche ausgerichteten Boulevard wurde dann allerdings nicht realisiert. Für das RAW-Projekt kündigte der Architekt im Gespräch mit der MAZ bereits vor einigen Monaten einen „ausbalancierten Dialog zwischen alter Bausubstanz und dem neuen Gebäude“ an. Man müsse merken, dass „hier eine neue Dynamik entsteht, die den Bestand in eine neue Nutzung überführt“.

Die RAW Potsdam GmbH will auf dem Grundstück bis Ende 2021 mit einer Investition von mehr als 100 Millionen einen Ort für 1000 innovative Arbeitsplätze schaffen. Nach Angaben von Investor Mirco Nauheimer gibt es bereits zwei sogenannte Ankermieter, die mit insgesamt 800 Mitarbeitern einziehen wollen. Namen sind bisher nicht bekannt. Die Stadtverordneten sollen Anfang Dezember mit dem Aufstellungsbeschluss für einen vorgezogenen Bebauungsplan erste Weichen für das Projekt stellen.

Von Volker Oelschläger

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