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Gedenksteinwerfen am Stadtschloss

Linksalternative planen Politsatire Gedenksteinwerfen am Stadtschloss

Nach der Absage eines ersten „Max-Dortu-Gedenksteinwerfens“ auf das Stadtschloss in Potsdam im Herbst 2014 will die linksalternative Wählergruppe Die Andere zum 12. November einen zweiten Versuch unternehmen. Mit ihrer Aktion wollen die Veranstalter an Ereignisse vom November 1848 erinnern.

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Der Potsdamer Revolutionär Max Dortu (1826-1849).

Quelle: Archiv

Innenstadt. Die linksalternative Wählergruppe Die Andere unternimmt einen zweiten Anlauf zur Inszenierung eines satirischen „Max-Dortu-Gedenkstein-Werfens“ auf das Stadtschloss. Mit der zum 12. November geplanten Veranstaltung mit Wurfgeschossen aus Schaumstoff und Styropor soll an den 12. November 1848 erinnert werden, als „eine Volksmenge Steine gegen das verhasste Stadtschloss“ warf.

Mobilisiert von Max Dortu (1826-1849), hatte die Menge zuvor Eisenbahngleise zwischen Potsdam und Nowawes herausgerissen sowie die Telegraphenverbindungen zerstört, um weitere Truppentransporte zur Niederschlagung der Revolution in Berlin zu verhindern. Der später von preußischen Militärs in Freiburg (Breisgau) hingerichtete Revolutionär wurde nach dem Sabotageakt steckbrieflich gesucht und floh nach Belgien.

Das erste „Max-Dortu-Gedenksteinwerfen“ wurde von den Veranstaltern kurz vor dem Jahrestag 2014 abgesagt. Lutz Boede, Sprecher der Anderen, verwies dabei auf einen Auflagenbescheid der Polizei: „Wir haben das als Verbot bewertet.“

In dem Bescheid vom 10. November 2014 hieß es: „Das Werfen von Gegenständen jeglicher Art an das Landtagsgebäude (Stadtschloss) in Potsdam sowie auch das Werfen in Richtung des Landtagsgebäudes wird untersagt.“ Boedes Kritik: „Ein politisches Kunstwerk, dem abverlangt wird, in die falsche Richtung zu werfen, hätte ja nichts mehr mit der Ausgangsidee zu tun.“

Ein weiterer Einwand betraf die von den Anderen mit der Veranstaltung verbundene „Traditionspflege“: „Das Steinewerfen am 12. November 1848 war ein geschichtlich einmaliges Ereignis“, schrieb das Polizeipräsidium, „welches sich in der Folgezeit bis zum heutigen Tage zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Daseinsform wiederholt hat. Insofern geht der Traditionsbegriff in diesem Zusammenhang fehl.“

Dieser Hinweis hielt die Andere allerdings nicht davon ab, auch in der Ankündigung des zweiten Anlaufs von einer „Tradition“ zu schreiben, die „wir wieder erlebbar machen ... möchten“.

Kern der Veranstaltung wäre laut Ankündigung das „Nachspielen der historischen Szene vor dem Stadtschloss ... nach dem Prinzip des Improvisationstheaters (Dabei werden Parolen gerufen und Steine gegen das verhasste Stadtschloss geworfen).“ Folgen würde ein „Ausklang mit historischen Freiheitsliedern“. Die Veranstalter verweisen dabei auch auf einen erfolgten Test von Styropor: „Selbstverständlich wurden diese Wurfgeschosse bereits vor Ort erprobt. Beschädigungen der Hausfassade“ könnten daher „ausgeschlossen werden“.

Von Volker Oelschläger

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