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Potsdam Max-Dortu-Preis für Christian Ströbele
Lokales Potsdam Max-Dortu-Preis für Christian Ströbele
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14:03 21.10.2017
Hans-Christian Ströbele bei einer Protestwanderung der Initiative Freie Heide nahe Neuruppin. Quelle: Andras Vogel
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Berlin/Potsdam

Hans-Christian Ströbele (78) war in den 1970er Jahren Verteidiger von Angehörigen der RAF und von Teilnehmern des Berliner Studentenstreiks, Mitbegründer der Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz als Vorläufer der Grünen, Mitbegründer der taz als alternativer Tageszeitung für West-Berlin, schließlich viermal von 2002 bis 2017 als einziger seiner Partei mit einem Direktmandat im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg Bundestagsabgeordneter. Am Sonntag wird er im Potsdam-Museum am Alten Markt als erster Preisträger mit dem Max-Dortu-Preis der Landeshauptstadt Potsdam für Zivilcourage und gelebte Demokratie geehrt.

Ehrung für Zivilcourage

„Der Preis ist Symbol und Anerkennung für sein Engagement in der Gesellschaft, in der ein demokratisches Miteinander durchaus keine Selbstverständlichkeit ist und deshalb geschützt, geschätzt und vorgelebt werden muss“, sagt Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). „Der Preis soll zudem ein Zeichen setzen, dass Zivilcourage und der mutige Einsatz für demokratische Grundrechte von der Landeshauptstadt aktiv unterstützt werden. Ich freue mich sehr, dass die Jury sich für Hans-Christian Ströbele als ersten Preisträger entschieden hat.“

Hans-Christian Ströbele habe sich als langjähriges Mitglied des Deutschen Bundestages für bürgerliche Grundrechte eingesetzt und „leidenschaftlich für eine interkulturelle Verständigung, für Integration und Weltoffenheit gestritten“, so Jakobs: „Seine Positionen waren und sind selten bequem. Vielmehr fordert er zur Diskussion und Auseinandersetzung unterschiedlicher Positionen auf.“

Über Dortu informiert

Ströbele räumte auf MAZ-Anfrage ein, dass ihm der bürgerliche Freiheitskämpfer Max Dortu bis zur Mitteilung über diesen Preis nicht bekannt war. „Ich habe mich natürlich mit Literatur versorgt und muss sagen: Es war eine ganz wichtige Figur, wahrscheinlich sogar ein Held, der sich eingesetzt hat für demokratische und Bürgerrechte.“ Er habe sich selbst mit diesem wichtigen Teil der deutschen Geschichte intensiv befasst. „Ich gehöre in Berlin zu einer Initiative, die unter anderem erreicht hat, dass der Platz vor dem Brandenburger Tor Platz des 18. März 1848 heißt.“ Ziel der Initiative sei, dass der 18. März ein Feiertag wird, „dass wir alle in Deutschland uns daran erinnern, was für eine wichtige Etappe auf dem Weg zur demokratischen Gesellschaft in Deutschland das war“. Die Person und das Schicksal Max Dortus seien eine Entdeckung für ihn, sagt Ströbele.

Potsdamer Freiheitskämpfer

Der in Potsdam geborene Max Dortu (1826-1849) gehört zu den namhaften Freiheitskämpfern der 1848er-Revolution und trat leidenschaftlich für Rechte wie Meinungsfreiheit, Presse- und Versammlungsfreiheit, politische Gleichberechtigung und wirtschaftliche Entfaltung ein, die 1949 im Grundgesetz festgeschrieben wurden. In Potsdam brillierte Max Dortu als Redner, griff den Bruder des Königs mit scharfen Worten an und demolierte mit Freunden eine Eisenbahnstrecke in Nowawes bei Potsdam, um Munitions- und Provianttransporte nach Berlin zu verhindern, die zur Zerschlagung der Revolution gedacht waren. Steckbrieflich gesucht, führte seine Flucht schließlich nach Baden, wo er in der Revolutionsarmee mitkämpfte. Die badischen Revolutionäre wurden von preußischen Truppen niedergeschlagen, Max Dortu gefasst. Weil er den Militärdienst in der preußischen Armee absolviert hatte, lautete die Anklage auf Kriegsverrat. Max Dortu wurde zum Tode verurteilt und am 31. Juli 1849 standrechtlich erschossen. Sein Grab ist in Wiehre bei Freiburg.

Von Volker Oelschläger

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