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Mehr Geld für Mitarbeiter des Klinikums

Protest vor Potsdams Rathaus Mehr Geld für Mitarbeiter des Klinikums

Geschäftsführung und Aufsichtsrat des Klinikums „Ernst von Bergmann“ in Potsdam haben eine bessere Bezahlung des nichtärztlichen Personals angekündigt. Die Gespräche mit dem Betriebsrat seien bereits „terminiert“. Mitarbeiter des Klinikums protestierten am Mittwoch mit einer Demonstration zum Rathaus für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal.

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Die protestierenden Mitarbeiter zogen vom Vorplatz des Klinikums zum Rathaus.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Mitarbeiter des kommunalen Klinikkonzerns „Ernst von Bergmann“ sollen mehr Geld bekommen. Das hat Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) am Mittwoch am Rande einer Protestkundgebung von Beschäftigten des Klinikums vor dem Rathaus angekündigt: „Richtig ist, dass wir in der Pflege eine Anpassung der Vergütung brauchen, auch um im Wettbewerb um das Pflegepersonal mithalten zu können.“ Schubert ist in seiner Funktion Aufsichtsratschef des Klinik-Konzerns.

Laut Klinikums-Sprecherin Damaris Hunsmann sind die nächsten Gespräche zur „Anpassung der Gehaltsstrukturen“ mit dem Betriebsrat schon terminiert. Geschäftsführer Steffen Grebner gehe davon aus, dass „schnell eine Einigung erzielt“ werde.

Andrea Goschnik, stellvertretende Konzern-Betriebsratsvorsitzende der Klinik-Gruppe, bekräftigte: „Wir brauchen schnell eine Anpassung der Gehaltsstrukturen, um im Wettstreit um neue Mitarbeiter in der Pflege mithalten zu können.“ Die Mitglieder der Betriebsräte seien sich „sicher“, dass die Geschäftsführung „im Sinne der Mitarbeiter eine angemessene und vertretbare Lösung finden“ werde. Größter Bedarf an neuen qualifizierten Mitarbeitern besteht laut Hunsmann im Pflegebereich. Bei aktuell 1200 Mitarbeitern seien 35 Stellen unbesetzt.

Zum Protest „für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal“ hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Mehr als 200 Mitarbeiter zogen am Nachmittag mit Transparenten wie „Jetzt seid ihr dran – Steht zu uns!“, „36 Patienten und eine Schwester – kein Problem nachts“ oder „Genug gespart!“ und einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert vom Klinikum vor das Rathaus. Zum Abmarsch lief der NDW-Klassiker „Bruttosozialprodukt" vom Band, als die Demonstranten das Nauener Tor passiert hatten, kam Helene Fischers „Atemlos“ aus der Box. Vor den Stadtverordneten übergaben Abgesandte später eine Urne mit Forderungen an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD).

„Viele Beschäftigte geben ihren Beruf schon nach ein paar Jahren auf oder reduzieren ihre Arbeitszeit“, kritisierte Verdi-Gewerkschaftssekretär Torsten Schulz. Grund sei die „immens hohe Arbeitsbelastung“. Pausen könnten selten genommen werden, Mehrarbeit und häufiges „Einspringen aus dem Frei“ seien an der Tagesordnung. Auch die „seit Jahren andauernde Ausgliederung vieler Arbeitsbereichen und Berufsgruppen“ müsse „gestoppt und rückgängig gemacht werden“.

Die von Verdi geforderte „vollständige Rückkehr in den kommunalen Arbeitgeberverband mit Übernahme des aktuellen Flächentarifvertrages für den öffentlichen Dienst“ stieß bei der Führung des Klinikums auf Unverständnis. Das Klinikum habe auch für das nichtärztliche Personal auf Zusammenführung der Tarifverträge für die kommunalen Krankenhäuser in Brandenburg, Cottbus und Potsdam gedrungen – analog zu den gemeinsam geführten Verhandlungen mit dem Marburger Bund für die Ärzteschaft.

Der Vorschlag sei von Verdi jedoch „als höchst problematisch angesehen und nicht aufgegriffen“ worden. Deshalb gebe es nun bereits separate Tarifabschlüsse für Brandenburg und Cottbus. Schulz erwiderte, Verdi sei gegen einen separaten Flächentarif für Brandenburg unter dem bundesweit geltenden Flächentarifvertrag.

Die Stadt steht auch der Forderung nach zusätzlichen Personalstellen offen gegenüber, sagte Aufsichtsratsschef Schubert am Mittwoch auf Nachfrage: „Wir haben heute über alle Punkte Gesprächsbereitschaft signalisiert.“

Größtes Unternehmen der Landeshauptstadt

Das Klinikum „Ernst von Bergmann“ ist mit neun Tochtergesellschaften unter anderem in Brandenburg/Havel, Bad Belzig, Forst/Lausitz und aktuell 3973 Mitarbeitern das größte Unternehmen der Landeshauptstadt.

Die Mitgliedschaft im kommunalen Arbeitgeberverband hat das Klinikum 2006 in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung umgewandelt.

Laut Sprecherin Damaris Hunsmann haben auch alle anderen kommunalen Kliniken in Brandenburg und der überwiegende Teil der kommunalen Krankenhäuser Ostdeutschlands diesen Status.

Aktuell sei das Klinikum an gültige Haustarifverträge gebunden. Bislang sei es von der Gewerkschaft Verdi nicht zu neuen Verhandlungen aufgefordert worden.

Das Klinikum „Ernst von Bergmann“ in Potsdam als Haupthaus ist nach eiggenen Angaben mit mehr als 1100 Betten ist das größte und am besten ausgestattete Krankenhaus in West-Brandenburg.

Von Volker Oelschläger

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