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Potsdam Mehr Geld für das Jan-Bouman-Haus
Lokales Potsdam Mehr Geld für das Jan-Bouman-Haus
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20:05 05.08.2018
Hans Göbel und Susanne Marok. Quelle: Volker Oelschläger
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Potsdam/Innenstadt

Das Museum im Jan-Bouman-Haus hat mit der Historikern Susanne Marok (42) erstmals seit seiner Eröffnung vor gut 20 Jahren eine hauptberufliche Leiterin. Hans Göbel (66), der Potsdams ältestes Privatmuseum als Vorsitzender des Fördervereins zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam bisher ehrenamtlich führte, bezeichnet die Personalie als „riesigen Meilenstein“. Die halbe Stelle ist Bestandteil einer Vereinbarung der Stadt und des Vereins, nach der der Betrieb des Jan-Bouman-Hauses in diesem Jahr erstmals mit 70 000 Euro gefördert wird.

Susanne Marok hat an der Universität Potsdam Geschichte und Philosophie studiert und arbeitet auch weiterhin in Teilzeit als Schlossführerin bei der Fridericus-Servicegesellschaft der Schlösserstiftung. Besonders vertraut sind ihr das Schloss Charlottenburg in Berlin, das Neue Palais und das Schloss Caputh. Zum Jan-Bouman-Haus hat die Historikerin bereits seit langem enge Kontakte: 2001 erarbeitete sie erstmals eine Ausstellung über den Baumeister Jan Bouman (1706-1776), unter dessen Leitung von 1733 bis 1742 das Holländische Viertel errichtet wurde.

Das um 1735 erbaute Jan-Bouman-Haus in der Mittelstraße 8 ist das erste für Immigranten gebaute Siedlungshaus des 18. Jahrhunderts in Potsdam, das komplett öffentlich zugänglich ist. Der Förderverein gründete sich als einer der ersten neuen Potsdamer Bürgervereine nach der politischen Wende 1989/90. Die originalgetreue Restaurierung des barocken Typenhauses und dessen dauerhafte Öffnung als begehbares Exponat zählte zu den zentralen Projekten.

Die Wüstenrot-Stiftung förderte die Sanierung mit 1,5 Millionen Mark. 1997 wurde das Haus von der Stiftung an die Stadt übergeben, die den Betrieb des Museums per Nutzungsvertrag an den Verein übertrug. Ab 2007 wurde das Museum von der Stadt mit einem jährlichen Betriebskostenzuschuss von 8000 bis 11 000 Euro gefördert. Verhandlungen über eine deutliche Erhöhung liefen, seit Göbel 2016 im Kulturausschuss bei schwindenden Kräften vor dem langsamen Aus des Projekts gewarnt hatte.

Aktuell hat der Verein, der auch den Töpfermarkt, das Tulpenfest und das Sinterklaasfest veranstaltet, 33 Mitglieder, von denen rund zehn zum aktiven harten Kern gehören. Die Arbeit des Museums, das laut Göbel als einziges in Potsdam täglich geöffnet ist, wird von fünf Mitarbeitern auf Minijob-Basis unterstützt. Aktuell kommen 7000 Gäste pro Jahr. Den Rekord erreichte das Haus 2006 mit 14 000 Gästen bei einer weiteren Sonderausstellung über Jan Bouman.

Von Volker Oelschläger

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