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Potsdam Mehr Grün, weniger Plattenbau
Lokales Potsdam Mehr Grün, weniger Plattenbau
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00:44 23.08.2014
Kein Plattenbau, dafür viel Grün und Fontänen, wo derzeit trister Beton regiert: der Lustgarten nach Version von Ludger Brands. Quelle: Simulation: Brands
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Potsdam

Erst am Montag offiziell eröffnet, inspiriert das Werkstattverfahren zur Neugestaltung des Lustgartens die Potsdamer bereits zu zahlreichen Vorschlägen und Meinungsäußerungen – darunter auch zu kompletten eigenen Konzepten, wie Ludger Brands, Professor für Architektur und Städtebau an der Fachhochschule Potsdam, jetzt eines vorgelegt hat.

Er stimmt mit der Stadt darin überein, dass der Lustgarten nach dem Wiederaufbau des Stadtschlosses eine völlig neue Rolle zugewiesen bekommt, sieht ihn nun wieder als den "landschaftsgestalterischen Komplementär zum Stadtschloss", der er einst gewesen sei. Diese Bedeutung werde der Lustgarten aber laut Brands nur durch den "notwendigen Abriss des Mercure-Hochhauses wiedererlangen". Das Gebäude schneide die Verbindung von Schloss und Lustgarten ab, es stelle sich "wie ein Prellbock zwischen Schloss und Garten".

In dieser Info-Box auf dem Festplatz direkt gegenüber dem Landtag nimmt die Stadt Ideen, Anregungen und Vorschläge von Bürgern entgegen. Quelle: Julian Stähle

MAZ-Umfrage

Ist das Mercure ein "städtebaulicher Missstand", den es zu beseitigen gilt?

Im Gegensatz zu einigen Bürgerinitiativen stellt Brands' Entwurf den gefundenen Kompromiss zum Verbleib der Weißen Flotte am Rande des Areals nicht erneut infrage. Der Professor drängt aber auf die komplette Rekonstruktion des Neptunbeckens in seiner "ursprünglichen Fassung und Dimension, und das ohne Bebauung an dessen Fuß am Bahndamm" – was in Teilen den gefundenen Kompromissen mit der Weißen Flotte widerspräche. Den bereits zugebilligten Ticketverkauf unterhalb der Langen Brücke sieht sein Entwurf vor, die Verwaltungsgebäude des Schifffahrtsunternehmens, die bislang im Schatten des Hochhauses stehen, verbannt Brands indes an den Bahndamm – eine Lösung, die die Weiße Flotte stets kategorisch ausgeschlossen hatte.

MAZ sucht Ideen

  • Parallel zum städtischen Workshop sammelt die MAZ Vorschläge der Leser, wie das Lustgarten-Areal in Zukunft aussehen soll. Die Ideen und Zuschriften werden veröffentlicht, damit sie in die allgemeine Debatte einfließen können.
  • Wie stellen Sie sich den künftigen Lustgarten zwischen Potsdamer Stadtschloss und Havel vor? Hat das Hotel "Mercure" in einem neu gestalteten Lustgarten noch seinen Platz oder soll es abgerissen werden? Schreiben Sie uns: Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdamer Tageszeitung, Friedrich-Engels-Straße 24 in 14473 Potsdam. Oder per E-Mail: potsdam-stadt@MAZ-online.de

Wohin das Palmenzelt kommt, wird aus dem Entwurf nicht eindeutig ersichtlich. Insgesamt nimmt in Brands' schriftlicher Begründung zu seinem Entwurf der Abriss des Plattenbaus die zentrale Rolle ein. Die "in penetranter Weise argumentierter Qualitäten einer städtebaulichen Dominanz" des Hochhauses kann Brands ebensowenig nachvollziehen wie das Argument, das Haus diene "als kontrapunktischer Bruch im Stadtraum, als Erkennungszeichen der Zerrissenheit von Geschichte". Das sei "zu kurz und zu oberflächlich gedacht". Eine ganzheitliche Entwicklung der Potsdamer Mitte sei mit dem Mercure-Hotel nicht denkbar, denn das Haus "beschädigt Schloss und Stadtraum".

Neben diesem zentralen Aspekt enthält Brands' Entwurf vor allem deutlich mehr Grün als der bisherige Lustgarten. So verzichtet die Planung auf die Betonflächen neben der Breiten Straße, die bislang für Jahrmärkte oder das Stadtwerkefest genutzt werden. Stattdessen sind dort Pflanzungen, Fontänen und Cafés vorgesehen.

Von Jan Bosschaart

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