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Potsdam Mehr Sexualdelikte in Potsdam erfasst
Lokales Potsdam Mehr Sexualdelikte in Potsdam erfasst
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01:16 16.03.2019
163 Straftaten „gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, wie sie die Polizei nennt, wurden 2018 in Potsdam registriert. Quelle: dpa
Potsdam

In der Landeshauptstadt haben sich im vorigen Jahr wieder mehr Straftaten ereignet. Die Zahl stieg im Vorjahresvergleich um 857 Fälle auf insgesamt 16.168 an. Zumeist handelte es sich um Diebstähle, Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie Rauschgiftverstöße. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die die Polizei am Mittwoch vorgestellt hat. Auffällig ist die von 99 auf 163 gestiegene Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Dazu zählen 43 verschiedene Straftatbestände wie Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Kindesmissbrauch oder exhibitionistische Handlungen, erklärte Polizeisprecherin Therese Franz. 84,7 Prozent dieser 163 Fälle wurden aufgeklärt, was zumeist daran liegt, dass sich die Beteiligten kennen.

Einen Grund für den Anstieg sieht die Polizei im 2016 eingeführten Strafrechtsparagrafen der sexuellen Belästigung. 19 Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen sind 2018 in Potsdam registriert worden und damit vier weniger als im Vorjahr. In der gesamten Polizeidirektion West, zu der die Inspektionen Potsdam, Brandenburg, Havelland und Teltow-Fläming zählen, stieg diese Zahl um fast 24 Prozent auf 88. Die Statistik der Gewaltstraftaten führen in Potsdam 295 gefährliche und schwere Körperverletzungen an. 2016 waren es noch 234, im Jahr danach 259. Wie berichtet, gibt es rund um den Hauptbahnhof und auf der Freundschaftsinsel immer wieder Probleme mit Vandalismus und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Zuletzt debattierten die Stadtverordneten über die Einrichtung einer Sicherheits- und Waffenverbotszone, die mit großer Mehrheit abgelehnt wurde.

Weniger Autodiebstähle

Weiterer Kriminalitätsschwerpunkt in Potsdam ist der Fahrraddiebstahl. 1986 Drahtesel wurden entwendet, 570 mehr als im Vorjahr. Die gesamte Direktion West kommt für das Jahr 2018 auf 4512 Raddiebstähle, wonach fast die Hälfte auf die Landeshauptstadt fällt. „Wir haben diesen Schwerpunkt erkannt und wollen weiterhin regelmäßig Präventivmaßnahmen wie die kostenlose Fahrradcodierung anbieten“, sagte Sprecherin Therese Franz. Anders ist dieser Trend zum Beispiel in Brandenburg/Havel, Werder und Beelitz: Dort gehen die Fahrraddiebstähle zurück. Gesunken ist in Potsdam die Zahl der geklauten Autos. 153 Fahrzeuge wurden voriges Jahr als gestohlen gemeldet, zuvor waren es noch 236, respektive 247 im Jahr 2016.

Peter Meyritz ist Leiter der Polizeidirektion West. Quelle: Jaqueline Steiner

Die meisten der insgesamt 5523 ermittelten Tatverdächtigen in Potsdam waren männliche Erwachsene. Weiterhin tauchen 614 Jugendliche und 491 Heranwachsende in der Statistik auf. Im Vorjahr konnte die Polizei knapp 270 Tatverdächtige mehr ermitteln. Dennoch zeigt sich der Leiter der Kriminalpolizei, Sven Mutschischk, beim Blick auf ganz Westbrandenburg zufrieden: „Unser selbst gestecktes Ziel, die Aufklärungsquote zu steigern oder auf gleich gutem Niveau zu halten, konnten wir im zurückliegenden Jahr trotz leicht gestiegener Fallzahlen wieder füllen.“ Die Quote liegt sowohl in der gesamten Direktion als auch in der Stadt Potsdam bei 54,6 Prozent. Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist um fast einen Prozent gesunken.

Mehr Einbrüche in Potsdam – entgegen dem Trend der Direktion

Besonders positiv bewertete der Leiter der Polizeidirektion, Peter Meyritz, die rückläufige Zahl der Wohnungseinbrüche im westlichen Brandenburg. Bei fast der Hälfte aller 956 aufgenommenen Fälle brachen die Täter ihren Versuch ab. „Präventionsarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Peter Meyritz. Potsdam richtet sich hier leicht gegen den Trend. Nach einem Rückgang von 220 auf 176 Fälle im Jahr 2017 schlugen im vorigen Jahr 190 Einbrüche zu Buche.

Von Luise Fröhlich

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