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Mehr Werbung für die Gesundheitsbranche

Beelitz-Heilstätten Mehr Werbung für die Gesundheitsbranche

Rund 140 Betriebe und Einrichtungen arbeiten in Potsdam und Potsdam-Mittelmark auf dem Gesundheitsmarkt. Etwa 40 von ihnen haben sich bislang der Marketingkampagne „Mehr Zukunft Potsdam/Potsdam-Mittelmark“ angeschlossen. Sie soll Investoren neugierig auf die Region machen und die Unternehmen enger vernetzen.

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Werben für die Gesundheitsregion: Oliver Latt, Wirtschaftsförderer Potsdam, Kerstin Drescher und Daniel Bolz, bridgeneers GmbH Beelitz-Heilstätten, Henry Kniesche, Sanitätshaus Kniesche und Eveline Vogel, Wirtschaftsförderin Potsdam-Mittelmark (v. l.)

Quelle: Heinz Helwig

Beelitz-Heilstätten. Rund 140 Betriebe und Einrichtungen in Potsdam und Potsdam-Mittelmark arbeiten auf dem Gesundheitsmarkt. Etwa 40 von ihnen haben sich bislang der Marketingkampagne „Mehr Zukunft Potsdam/Potsdam-Mittelmark“ angeschlossen. Die bridgeneers GmbH, eine Tochter der familiengeführten Recura-Gruppe in Beelitz-Heilstätten, und die traditionsreiche Kniesche Orthopädietechnik Potsdam GmbH sind die jüngsten Mitglieder dieser Initiative.

Potsdams Wirtschaftsförderer Oliver Latt und seine Kollegin Eveline Vogel in Potsdam-Mittelmark hatten die Kampagne 2016 vorbereitet und Anfang Mai 2017 im Internet an den Start gebracht. „Potsdam und Potsdam-Mittelmark werden sich bis 2025 zu einem dynamischen, attraktiven und international gefragten Wirtschaftsstandort der Gesundheitswirtschaft entwickeln. Schon jetzt haben wir in der Region eine hohe Konzentration von Unternehmen der Biotechnologie, der Pharma- und Medizintechnik, wissenschaftlicher Einrichtungen sowie großer Kliniken und Rehaeinrichtungen. Mit der Kampagne wollen wir einerseits Investoren, Wissenschaftler und Unternehmen auf unsere Region aufmerksam machen und sie vielleicht zu Neuansiedlungen animieren. Andererseits soll ein Netzwerk der vorhandenen Betriebe und Institutionen für eine engere Zusammenarbeit untereinander aufgebaut werden, aus dem wieder Innovationen hervorgehen“, beschreiben die Wirtschaftsförderer das Ziel des Projekts.

„Brückenbauer“ wollen zusammenbringen

„Für uns ist die Kampagne ein Glücksfall. Mit ihr können wir uns bekannt machen und haben zugleich ein Netzwerk für viele Kontakte“, sagen Kerstin Drescher, Geschäftsführerin der bridgeneers GmbH, und Daniel Bolz, Technischer Leiter des Unternehmens. Die Firma wurde erst im Dezember des vorigen Jahres gegründet. Ihr Name ist Programm: Die „Brückenbauer“ wollen Existenzgründer der Gesundheitswirtschaft, Ärzte, medizinische sowie Pflegeeinrichtungen und Patienten zusammenbringen. In einem Gemeinschaftsprojekt mit der AOK Nordost sieht das praktisch so aus: Ein Patient erhält nach seinem Klinikaufenthalt ein Tablet mit nach Hause. Damit kann er seine Nachsorge jederzeit mit seinem Therapeuten abstimmen, um das Ergebnis zu verbessern. Demnächst will die bridgeneers GmbH eine Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam vereinbaren. HPI-Studenten könnten die Arbeit in Kliniken und Praxen kennenlernen.

„Um selbst zukunftsfähig zu bleiben, brauchen wir die Vernetzung. Das haben noch nicht alle Unternehmen erkannt“, sagt Henry Kniesche. Durch Verknüpfung von Tradition und Hightech hat sich das bekannte Sanitätshaus in Potsdam zu einem führenden Anbieter für Prothetik und Hilfsmittelherstellung entwickelt. „Wir gehören zu den wenigen, die digitale Messtechniken erfolgreich anwenden.“ Als Beispiel führt er eine Scan-Technik über das Tablet für ein Korsett an. Statt stundenlangem Gipsen wird der Oberkörper jetzt über das Tablet mit wenigen Schritten gescannt. „Wir wollen uns IT-Experten hinzuholen, um neue Produkte für unsere Branche zu entwickeln“, kündigt Kniesche an.

Geschäftsführer Henry Kniesche nimmt digital die Maße für ein spezielles orthopädisches Korsett

Geschäftsführer Henry Kniesche nimmt digital die Maße für ein spezielles orthopädisches Korsett.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Vorbild für die Marketingkampagne war die Region um Nürnberg, sagt Wirtschaftsförderin Vogel. Dort begann man vor etwa zehn Jahren mit dem Netzwerk. Inzwischen sprechen dort alle nur noch vom „Medical Valley“. Die Marketingkampagne soll im Juni dieses Jahres erst einmal abgeschlossen werden. „Die vergangenen Jahre können aber nur ein Anlauf gewesen sein. Wir wollen nicht, dass das begonnene Netzwerk wieder zerbricht, sondern sich stabilisiert“, sagt Vogel. Darum will sie mit ihrem Potsdamer Kollegen und der Unterstützung der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) einen Folgeantrag für eine nächste Phase stellen. Rund 380 000 Euro haben Potsdam und Potsdam-Mittelmark für ihre Kampagne erhalten, von denen 75 Prozent gefördert wurden. Am kommenden Montag wollen Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs und Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (beide SPD) die Marketingkampagne dem Wirtschaftsforum des Landes Brandenburg vorstellen. Sie hoffen, dort weitere Unterstützer zu finden.

„Es braucht eine gewisse Zeit, bis sich positive Reaktionen einstellen“, bittet Eveline Vogel um Geduld. Vor etwa fünf Jahren hatte der Landkreis Potsdam-Mittelmark auf der „Expo Real“, der Fachmesse für Investitionen, in München, auf sich aufmerksam gemacht. Im vorigen Jahr kamen erste konkrete Anfragen, die Ansiedlungen anbahnen könnten, so die Wirtschaftsförderin.

Spezielle Webseiten zu konkreten Themen

In der Kampagne wurden unter den Stichwörtern „Mehr Zukunft“, „Mehr Jobs“, Mehr Investition“ und „Mehr Innovation“ vier thematische Webseiten zur Förderung der Gesundheitswirtschaft in Potsdam und Potsdam-Mittelmark angelegt. Eine fünfte Webseite mit dem Stichwort „Mehr Gesundheit“ befindet sich in Planung.

Die bridgeneers GmbH sieht den Landkreis Potsdam-Mittelmark als ein „wunderbares Labor“, in dem man „Dinge in der Fläche ausprobieren“ kann.

Mit dem Netzwerk können unter anderem Gesundheitsdaten im Verbund genutzt werden. Mit einer speziellen App könnten Patienten Verschreibungen beziehungsweise Gesundheitswerte übermittelt werden, die der Patient ablesen kann.

Henry Kniesche will mit seinem Unternehmen auch an Schulen oder in Universitäten gehen, um dort für den benötigten Fachkräftebedarf zu werben.

Weitere Infos unter www.mehr-zukunft.info

Von Heinz Helwig

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