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Potsdam Mehr als 14 600 Stimmen gegen Mercure-Abriss
Lokales Potsdam Mehr als 14 600 Stimmen gegen Mercure-Abriss
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17:21 28.11.2017
Die Fachhochschule in Potsdam. Links das Fortunaportal des Landtages.  Quelle: dpa
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Innenstadt

 Knalleffekt im Streit um die Fachhochschule (FH) am Alten Markt: Die Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ möchte, dass die FH künftig auch als Plenarsaal für die Stadtverordneten genutzt wird. Derzeit tagen die Fraktionen in einem Saal im Stadthaus in der Friedrich-Ebert-Straße. Wegen Platzmangels steht derzeit ein Neubau des Plenarsaals auf dem Verwaltungscampus zur Debatte. Für die Initiative ist klar: Die ehemalige Turnhalle im obersten Stockwerk der FH könnte als Tagungsort für die Stadtverordneten genutzt werden. „Damit würde die Stadt die fünf Millionen für die Sanierung des alten Plenarsaals oder für einen Neubau sparen“, argumentiert die Initiative rund um Frauke Röth, André Tomczak und Steffen Pfrogner, die das laufende Bürgerbegehren gegen die Verwendung städtischer Gelder für Kauf und Abriss des Mercure-Hotels sowie für den Abriss des Staudenhof-Wohnblocks und der FH initiiert hat.

In der ersten Etage der Fachhochschule könnten Büroräume untergebracht werden, etwa für Start-up-Firmen. Im Erdgeschoss könnten soziale und kulturelle Projekte Platz finden, zudem würden die Volkshochschule und die Bibliothek dringend mehr Raum benötigen. Auch eine Schule oder ein Förderkindergarten sei für diesen zentralen Ort in der Stadt denkbar. Die Miet- und Pachteinnahmen würden wiederum der Stadt zugute kommen.

Bei der Pressekonferenz am Freitag – passenderweise unter der Kolonnaden der FH mit Blick auf das Mercure – machte das Initiatoren-Trio noch einen Vorstoß: „Wir stellen uns auf einen Bürgerentscheid ein, sind aber auch gesprächsbereit“, sagte Tomczak: „Vielleicht schafft es die Stadt, jetzt noch mal innezuhalten.“ Dass Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) trotz der vorerst gescheiterten Kauf-Pläne für das Mercure-Hotel weiter an der Idee festhält, kommentierte Tomczak mit Erstaunen: „Jakobs hätte jetzt den geordneten Rückzug antreten können.“

Die Initiative plädiert für ein Moratorium, sprich: eine Auszeit bei der Weiterentwicklung der Potsdamer Mitte, wo nach dem Abriss der Fachhochschule zwei Karrees mit Wohnungen, Läden und Gastronomie entstehen sollen. Einen entsprechenden Beschluss über das sogenannte Leitbautenkonzept fasste die Rathauskooperation (SPD, CDU, Grüne, Potsdamer Demokraten) am Mittwoch.

Die Macher des Bürgerbegehrens betonen ihre Kompromissbereitschaft: So können sie sich damit anfreunden, dass auf der jetzigen Freifläche zwischen Fachhochschule und Friedrich-Ebert-Straße eine Häuserzeile gebaut wird. Am Gebäude selbst wollen sie aber festhalten, wobei auch Umbauten nicht ausgeschlossen seien. Kritik äußerte die Initiative an den Aussagen der Rathauskooperation, die für eine FH-Sanierung 33 Millionen Euro veranschlagt hatte. „Das ist eine sehr unrealistische Rechnung“, sagte Frauke Röth. Je nach Art der Nutzung könnte die Sanierung – finanziert aus Fördertöpfen oder von einer Stiftung, die das Haus übernimmt – auch wesentlich billiger werden.

Bürgerbegehren auf der Zielgraden

 Schon 14 600 Potsdamer
 

Der genaue Zeitpunkt der Abgabe der Unterschriften steht noch nicht fest. Darüber soll in der nächsten Woche beraten werden, sagte Mit-Initiator André Tomczak am Freitag.

Der Termin der Abgabe ist hinsichtlich eines Bürgerentscheids wichtig. Sollte es zu einem Entscheid kommen und dieser in die Sommerpause fallen, würde das die Chancen verschlechtern.

Von Ildiko Röd

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