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Umbau der „Rolle“ startet

Mehr als 2000 Besucher beim sechsten Gartenstadtfest Drewitz Umbau der „Rolle“ startet

Der Ernst-Busch-Platz in Drewitz verwandelte sich am Sonnabend in ein buntes Festgelände. Gefeiert wurde zum sechsten Mal die Umgestaltung des Stadtteils, die bis 2025 abgeschlossen sein soll. Am 1. Juli beginnt der Umbau des „Rolle“ genannten Wohnkomplexes an der Konrad-Wolf-Allee.

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Fröhliche Gäste beim sechsten Gartenstadtfest in Drewitz.

Quelle: Christel Köster

Drewitz. Mehr Besucher, mehr Akteure, mehr Stimmung: Etwa 2000 Gäste pilgerten am Sonnabend zum sechsten Gartenstadtfest auf den Drewitzer Ernst-Busch-Platz. Die ersten Anwohner sicherten sich die besten Plätze schon am Vormittag, dabei wurde das Fest erst um 14 Uhr mit Eleven der Tanzschule Diemke eröffnet.

Wer nicht täglich durch Drewitz schlendert, dem fällt auf: Es hat sich viel getan – und ab 1. Juli startet in der Konrad-Wolf-Allee 59-61 – Teil der sogenannten „Rolle“ – die nächste Etappe auf dem Weg zur Gartenstadt Drewitz. Die 32 Mietparteien seien schon umgesetzt, dürfen nach abgeschlossener Sanierung als „Bestandsmieter“ in ihre Wohnungen zurückkehren, sagte Pro-Potsdam-Geschäftsführerin Christiane Kleemann. In der „Rolle“ werden neue Wohnformen entstehen. Ziel sei es, verschiedener Nutzungen und Grundrissvarianten zu mixen. So ist geplant, einige Wohnungen zu Maisonetten umzubauen. Im Erdgeschoss können Handwerker, Künstler oder Gewerbetreibende arbeiten und ihre Produkte und Leistungen offerieren, während sich im Obergeschoss die Quartiere befinden. In der Konrad-Wolf-Allee 55-61 soll ein Ärztehaus entstehen. Ein Zahnarzt und ein Allgemeinmediziner haben Christiane Kleemann zufolge bereits zugesagt, mit einem Physiotherapeuten und einem Sanitätshaus-Bereiber sei man im Gespräch. Die Investitionskosten in Drewitz liegen bei rund 22,3 Millionen Euro, das Land fördert mit 10,6 Millionen Euro. 2025 soll der ökologische Umbau des Stadtteils abgeschlossen sein.

Nachdem das 2014 mit zwei Auszeichnungen bedachte Gartenstadt-Projekt in seiner Anfangsphase von vielen Bewohnern mehr als skeptisch betrachtet worden war, erheben sich nun nur noch selten kritische Stimmen. „Drewitz ist besser, bunter und grüner geworden – und inzwischen einer der schönsten Stadtteile“, jubelte der Baubeigeordnete Matthias Klipp (Bündnisgrüne) am Sonnabend bei der Festeröffnung. Der wegen des Vorwurfs, sein Amt beim Bau seines Privathauses missbraucht zu haben unter Druck geratene Klipp kommentierte die Angelegenheit am Sonnabend mit einem Augenzwinkern: „Mein einziger Fehler war, das Haus nicht in Drewitz gebaut zu haben.“ Schließlich tut sich im Stadtteil tut auch kulturell eine Menge. 35 Akteure – so viele wie noch nie – bestückten Programm und Infostände, davon etliche aus Drewitz , wie der „Groove Choir, der probt bei uns“, freute sich Kathleen Walter, Chefin des in der Stadtteilschule angesiedelten Begegnungszentrums „Oskar“. Vom Selbstverteidigungskurs bis zur Stabpuppengruppe – im „Oskar“ ist was los. Ende August organisiert das Team um Kathleen Walter das erste gratis Festival „Rock am Löschteich“ ein. Potsdamer und Berliner Bands spielen dann. Das Begegnungszentrum beteiligt sich außerdem am Localize-Festival, das erstmals in Drewitz zu Gast ist.

Vom 16. bis zum 19. Juli lädt der Localize-Verein unter dem Motto „Acht und Null“ in die Konrad-Wolf-Allee 59-63 ein. Gelegenheiten bieten sich, das Programm mitzugestalten – so beim „1. Potsdamer Balkonballett“. Theatermacherin Gabi Reinhardt verwandelt Balkone in Mini-Bühnen, die Drewitzer mit Geschichten vom Zuhause-Sein beleben. Die Kammerakademie Potsdam empfängt zu „Neuer Musik in alten Räumen“: Die Musiker legen ihre Instrumente weg und erkunden stattdessen, wie etwa ein Abwasserrohr klingt.

Sowieso, die Kammerakademie: Für die Musiker ist die Stadtteilteilschule Drewitz zur zweiten Heimat – neben dem Nikolaisaal – geworden. Seit bald zwei Jahren werden künstlerische Projekte, Unterricht, Ganztagsbereich und Begegnungszentrum miteinander verbunden. Die Künstler haben Schwung in den Stadtteil gebracht. „Die Stimmung hier hat sich verändert, die Kultur des Umgangs auch. Und es steht nicht mehr allein Problembewältigung im Vordergrund“, sagte Elvira Eichelbaum, Leiterin der Stadtteilschule. Drewitz habe mit dem Umbau zur Gartenstadt ein „anderes Gesicht“ bekommen, abseits von Tristesse: „Was hier passiert, regt die Menschen an. Wenn jetzt die Rosen auf der Konrad-Wolf-Allee blühen, bepflanzen auch die Bewohner ihre Balkone.“

Unschöne Geschehnisse ereigneten sich in den Abendstunden des Gartenstadtfestes, als Polizisten drei Anzeigen wegen Körperverletzungen entgegennahmen. So sprayte ein Unbekannter einem 35-jährigen Drewitzer Pfefferspray ins Gesicht – Rettungsdienstleister behandelten ihn ambulant. Ein Schlaatzer (35) erlitt eine Rippenprellung, nachdem er bei einer Schubserei gegen einen Pollen gefallen war. Der Mann musste ins Krankenhaus. In einer Drewitzer Kneipe wurden zwei Männer (33 und 45 Jahre) von einem unbekannten Täter – offenbar grundlos – angegriffen.

Von Ricarda Nowak

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