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Potsdam Mehr als Graffitis an grauen Wänden
Lokales Potsdam Mehr als Graffitis an grauen Wänden
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10:40 13.06.2017
Straßenmaler werden das Stern-Center mit optischen Illusionen schmücken. Quelle: Promo
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Am Stern

Street Art ist die Kunstbewegung des 21. Jahrhunderts: schnell, direkt, urban. An vielen Ecken der Landeshauptstadt findet man sie schon, die Kunstwerke im Großformat an Türen und Hauswänden oder unscheinbar an Straßenlaternen. Sie zeigen mal klassische Graffiti mit Schriften, die nur die Profis lesen können oder die Fußballer von Babelsberg 03. Manchmal setzen sie sogar politische Zeichen, wenn sich zwei Menschen die Hände reichen – für mehr Toleranz. Ab Donnerstag widmet sich erstmals ein Festival der Kunstform, bis 24. Juni im Stern-Center.

Dabei entstehen Kunstwerke in den Ladenstraßen direkt vor den Augen der Besucher, die selbst mitmachen können. Neun Tage lang werden in dem Shopping-Center während der Öffnungszeiten ab zehn Uhr verschiedene Workshops angeboten. Schulgruppen können sich noch spontan für die zweistündigen Aktionen, die immer in den Vormittagsstunden stattfinden, melden. „Die Resonanz der Schulen auf die Workshops ist äußerst positiv“, berichtet Center-Manager Stefan Kosterka. „Nur wenige Plätze sind noch frei.“ Ab 15 Uhr können dann auch Besucher jeden Alters ohne Voranmeldung an den Workshops teilnehmen und unter fachmännischer Anleitung Street-Art-Kunstwerke kreieren. Sie werden mit Acryl-Filzstiften und der Unterstützung eines Graffitiprofis auf Leinwände gemalt und können im Anschluss mit nach Hause genommen werden. Alle Workshops sind kostenlos.

Preisgekrönte Straßenkünstler zu Gast

Gleichzeitig zeigen professionelle Straßenmaler ihr Können auf den Fußböden des Stern-Centers. Mit dabei sind unter anderen der Kroate Filip Mrvelj, der es mit einem 140 Meter langen Kunstwerk ins Buch der Weltrekorde geschafft hat und die preisgekrönte, deutsche Künstlerin Melina Berg. Mehrere Stunden lang werden sie täglich an ihren dreidimensionalen Werken arbeiten, die Schluchten, Klippen und Abgründe zeigen.

Am Ende sollen die Center-Besucher darauf herumtrampeln. Denn wenn sie sich an die richtige Stelle des Bildes begeben, entstehen beeindruckende Perspektiven und optische Illusionen, die auf Fotos festgehalten werden können. Die Besucher haben während der Malereien auch die Möglichkeit, den direkten Kontakt zu den Künstlern suchen und so spannende Hintergrundinformationen zu erfahren.

In Potsdam gibt es bereits einige Street Art-Projekte, wie die Fassade des Freiland-Geländes. Quelle: Bernd Gartenschläger

An einzelnen Tagen werden außerdem kleinere Ströme der Street-Art-Kunst präsentiert. Die Hamburger Illustratorin Jana Bonsignore zeigt Digital Urban Art, bei der die Kunstwerke auf elektronischen Geräten wie Tablet-PCs und Laptops entstehen und später zu Postern oder Aufklebern verarbeitet werden. Am kommenden Montag wird es Tape Art des Künstlers Ostap zu sehen geben. Bei dieser Form der Street Art entstehen die Bilder aus Klebeband. Ostap klebt damit bunte Selfies, ganze Skulpturen und sogenannten Tape-Graffiti.

Viele Street-Artisten kommen aus der Graffitiszene, deren Geschichte bereits im alten Ägypten begann. Damals wurden Tempel und Grabstätten mit bunten Wandmalereien ausgestattet. Bei der Street Art überwiegt der Bildteil jedoch den Aspekt des kunstvollen Schreibens, der beim Graffiti im Vordergrund steht. Der Begriff Street Art wird erst seit wenigen Jahren für die meist nicht kommerzielle Kunstform im öffentlichen Raum verwendet. Die Bezeichnung Urban Art umfasst hingegen die Kunstformen Street Art und Graffiti gemeinsam. Auch Stickerkunst und urbane Garten- und Strickprojekte, die an öffentlichen Plätzen zu sehen sind, werden zu diesem Stil gezählt.

Von Victoria Barnack

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