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Mehrere Namen für neue Schule im Gespräch

Neues Gymnasium in Potsdam West Mehrere Namen für neue Schule im Gespräch

Der Baupfusch am Neubau der Da-Vinci-Schule bringt auch Annika Buchholz in Schwierigkeiten: Die 33-Jährige soll das neue Gymnasium in Potsdam West führen, das eigentlich pünktlich zum neuen Schuljahr in den Da-Vinci-Altbau in der Haeckelstraße ziehen sollte. Im MAZ-Gespräch spricht die Lehrerin von ihrer künftigen Schülerschaft, fehlender Büroausstattung und einer Frau, nach der sie gerne die neue Schule benennen würde.

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Annika Buchholz wird am neuen Gymnasium Physik und Mathematik unterrichten.

Quelle: Foto: Christel Köster

Potsdam West. Annika Buchholz (33) ist beauftragte Lehrkraft für den Aufbau des neuen Gymnasiums in Potsdam West und wird die Schule, die im September an den Start geht, kommissarisch leiten. In einem Büro in der Zeppelin-Grundschule in der Haeckelstraße, neben dem künftigen Schulstandort, managet sie die Organisation.

Wie ist das, eine Schule komplett neu aufzubauen?

Annika Buchholz: Das ist sehr spannend und interessant. So eine Aufgabe bekommt man ja vermutlich nur einmal im Leben. Man lernt jeden Tag etwas Neues. Von der Büromaterialbestellung bis hin zu Elterngesprächen, dem Auswahlverfahren für die Schüler und ersten Besprechungen mit den künftigen Kollegen – das muss alles im Vorfeld gemacht werden.

Wollten Sie schon immer Schulleiterin werden?

Buchholz: Mein Ziel war es, in ein paar Jahren in der Leitungsebene meiner Schule zu arbeiten. Die Oberstufenkoordination oder auch stellvertretende Schulleitung waren mögliche Ziele. Eine bestehende Schule als Direktorin zu leiten stand eigentlich nicht auf meiner Agenda, aber eine Einrichtung von null aufzubauen, vom ersten Bleistift über die Auswahl der ersten Kollegen bis hin zu jedem Schüler der ersten 7. Klassen dabei sein zu dürfen – diese Aufgabe hatte natürlich ihren Reiz.

Wie viele Schüler haben sich denn für die Schule angemeldet?

Buchholz: Wir werden mit 84 Schülern in drei siebten Klassen starten. Anfangs hatten wir nicht so viele Anmeldungen. Bei uns bekamen dann einige Schüler einen Platz, die mit Erst- und Zweitwunsch an anderen Schulen abgelehnt wurden.

Dann bekommen Sie auch Schüler, die gar nicht an die Schule wollten. Erschwert das nicht den Start?

Buchholz: Ich denke nicht. Nach den Gesprächen waren die meisten Schüler und Eltern von uns überzeugt. Da es uns bislang nicht gab, wussten viele einfach gar nicht, dass sie sich anmelden können. Das wird kommendes Jahr sicher anders werden.

Wegen des Baupfuschs am Da-Vinci-Neubau müssen Sie zunächst ohne eigenes Schulhaus starten und bekommen im OSZ I Asyl. Keine idealen Starbedingungen.

Buchholz: Ja, das hat zunächst auch einige Eltern abgehalten, ihr Kind bei uns anzumelden. Ideal ist das natürlich nicht, ich hatte bis zuletzt gehofft, dass wir gleich in das Haus in der Haeckelstraße einziehen können. Dort wäre alles vorhanden, die Ausstattung, die wir brauchen. Jetzt müssen wir im OSZ erst einmal die Infrastruktur für den Übergang schaffen. Ein Sekretariat etwa müssen wir nun einrichten.

Gutachter braucht länger

Baupfusch beim Neubau für die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule torpediert auch die Pläne für das neue Gymnasium.

Die Gesamtschule in der Haeckelstraße sollte zum neuen Schuljahr ins Bornstedter Feld ziehen und im alten Haus Platz für das neue Gymnasium machen, aber zu weicher Beton und Schimmelbildung verzögern den Umzug.

Der Gutachter ist anders als im April eingeschätzt mit seiner Arbeit noch nicht fertig, teilte die Stadt am Montag auf Anfrage mit. Ein Fertigstellungstermin steht damit in den Sternen.

Das Kollegium ist schon komplett?

Buchholz: Ja, das kleine Team besteht mit mir aus sechs engagierten Kollegen und Kolleginnen, davon sogar vier in Vollbeschäftigung am Gymnasium Potsdam West. Das Interesse an den Stellen war groß. Nun gibt es schon Anfragen von Lehrkräften, die im Schuljahr 2017/18 mit einsteigen würden.

Sie unterrichten derzeit an der Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ Mathematik und Physik. Werden Sie Ihre alte Schule vermissen?

Buchholz: Klar, nach sechs Jahren sind mir die Kollegen dort ans Herz gewachsen. Aber die neue Schule ist ja nicht weit weg, auch in Potsdam West, so dass ich den Kontakt halten kann.

Kommen die künftigen Schüler denn überwiegend aus West?

Buchholz: Einige, aber wir werden Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet einschulen. Wir haben auch einige aus Potsdam-Mittelmark, etwa aus Schwielowsee und Werder.

Haben Sie sich schon einen Namen für die neue Schule überlegt?

Buchholz: Darüber entscheidet die Schulkonferenz, aber ein bisschen überlegt habe ich schon. Ich habe nach Frauen gesucht, die zum geplanten Profil passen. Wir wollen uns ja wirtschaftlich-politisch ausrichten. Meine ersten Ideen kreisten um Indira Gandhi oder Margaret Thatcher, als deutsche Vertreterin dachte ich an Margarete Steiff.

Oh! An einer Margaret-Thatcher-Schule dürfte es streng zugehen.

Buchholz: Nein, keine Sorge. Für mich ist Margaret Thatcher nicht nur die Eiserne ... Der Name steht für eine gestandene Frau, die ihre Ziele durchgesetzt hat.

 

 

Von Marion Kaufmann

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