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Legendäre Panorama-Bar öffnet wieder

Hotel „Mercure“ in Potsdam Legendäre Panorama-Bar öffnet wieder

Nachtschwärmer dürfen sich freuen, denn Potsdams höchstes Tanzcafé kehrt zurück. Die legendäre Bar in der 17. Etage des „Mercure“-Hotels soll wieder ihre Türen öffnen – ein Trio aus der Potsdamer Gastro- und Hotelbranche macht’s möglich und bittet um Mithilfe. Wer Fotos aus Interhotel-Zeiten hat oder seine Erinnerungen teilen möchte, möge sich melden.

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4600 Unterschriften für Potsdams Mercure

Ein Hubschrauber schwebt vor dem Interhotel Potsdam.

Quelle: Michael Utech

Innenstadt. An alle Nachtschwärmer und Kaffeetanten, an alle Nostalgiker und Neugierigen, an alle Befürworter und Kritiker: Hoch oben im Hotel „Mercure“ soll’s schon bald hoch hergehen. Das Café Bellevue und die legendäre Panorama-Bar werden wieder öffnen – für einen Tag und für eine Nacht. Damit wollen Potsdamer Gastronomen ein Zeichen setzen und sich in den Zeiten hitziger Debatten zu dem umstrittenen Hotelhochhaus und dessen Belegschaft bekennen.

Ausgeheckt haben die Aktion Ingo Opitz, Claudia Thom-Neumann und Ronny Rammelt – jeder ist auf seine Weise mit der Gastronomie und Hotellerie verbandelt. Ingo Opitz, vielen sicher noch aus dem Café Heider bekannt, arbeitet in der Branche inzwischen als Coach. Claudia Thom-Neumann ist Geschäftsführerin vom „Hospitality Team“, einer Personal- und Dienstleistungsagentur. Ronny Rammelt ist Mitbegründer und Mitinhaber der „Barfritzn“.

Er wolle sich „aus gastronomischer Sicht positionieren“, sagt Ronny Rammelt. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit.“ Das Mercure sei nicht nur ein Haus. „Es ist ein laufender Betrieb. Man spielt hier mit 70 Arbeitsplätzen. So ein Haus abzureißen – das widerspricht allem, an das ich glaube und für das ich stehe.“

Man wolle sich mit der Aktion für etwas engagieren, nicht gegen etwas, betont Ingo Opitz. „An unserem Aktionstag sollen die Menschen im Vordergrund stehen, nicht das Gebäude.“

Ingo Opitz, Claudia Thom-Neumann und Ronny Rammelt (vl) haben die Bar-Renaissance in der 17

Ingo Opitz, Claudia Thom-Neumann und Ronny Rammelt (v.l.) haben die Bar-Renaissance in der 17. Etage des Hotels „Mercure“ ausgeheckt.

Quelle: Nadine Fabian

Unverhofft kommt dieser Beistand für Hoteldirektor Marco Wesolowski. „Dass wir in der Potsdamer Bevölkerung auf viel Sympathie und Rückhalt stoßen, ist uns bekannt – diese Offerte aus der Gastronomie-Szene heraus hat uns aber völlig überrascht.“ Und die Idee, Café und Bar noch einmal aufleben zu lassen? „Ich bin begeistert“, sagt Marco Wesolowski. Nur allzu gern öffne er die Räume für dieses Experiment à la „In der 17. hat man noch Träume“ – wohlwissend, wie groß der Ansturm sein könnte. Beinahe 3000 Gäste kamen am Eröffnungswochenende des Landtags im Januar 2014 in die extra geöffnete 17. Etage des Mercure, um bei Kaffee, Kuchen und Sekt den einmaligen Blick über die Stadt zu genießen.

Am 3. September soll’s wieder so sein. Bis dahin haben Ingo Opitz, Claudia Thom-Neumann und Ronny Rammelt noch vieles zu tun. Sie müssen sich um Möbel kümmern und ums Personal, um einen Barrista fürs Café und einen DJ für den Abend – um tausend Kleinigkeiten. Bei einer Sache sind sie jedoch auf all jene angewiesen, die es irgendwann einmal ins Interhotel gezogen hat. Für eine Ausstellung suchen sie Fotografien und Anekdoten. Wer also mit Oma Inge schick Muckefuck im „Bellevue“ trinken war und die Praktica dabei hatte, wer im Hotel geflittert oder Jugendweihe gefeiert hat, wer in der Bar schwofen war oder sich im Intershop die Augen ausgeguckt hat, ist gebeten, seine Erinnerungen und Foto-Schätzchen zu teilen. „Menschen machen Orte“, sagt Ingo Opitz. „Ganz einfach.“

Erinnerungen aus 46 Jahren

Das heutige Hotel „Mercure“ war das zehnte in der DDR errichtete Interhotel. Es wurde am 1. Mai 1969 eröffnet.

Auf 17 Etagen hatte das Interhotel Potsdam mehr als 420 Gästezimmer. Im Sockel waren der Empfang, ein Großteil der Gastronomie und ein Intershop untergebracht. Im Dachgeschoss gab es das „Café Bellevue”, das tagsüber zum Imbiss mit Weitblick einlud und nachts zur höchst gelegenen Tanzbar der Stadt wurde.

Nach der Wende wurde das Hotel mehrfach umgebaut: 1994 wurde das Panoramacafé geschlossen. 2002 wurden die Räume unterm Dach für Konferenzen umgebaut.

Waren Sie einmal Gast im Interhotel? Haben Sie Fotografien von diesem Besuch und möchten Ihre Erinnerungen teilen? Die Organisatoren der Bar-Renaissance sind via E-Mail zu erreichen: 17etage@gmail.com

Von Nadine Fabian

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Teil 1: Träumen und feiern in der 17. Etage

Über alle Abrissdiskussionen hinweg: Das umstrittene „Mercure“ hat am Sonnabend gestrahlt. „In der 17. hat man noch Träume“ – so der Slogan. In der legendären Bar haben viele Gäste die Nacht zum Tag gemacht, um zu plaudern und zu tanzen, Cocktails zu trinken und den einmaligen Ausblick zu genießen. (Teil 1)

Bau des Mercure in Potsdam

Das Mercure, ehemaliges Interhotel Potsdam, wurde im Jahr 1969 fertiggestellt. Nach dem der Fall der Mauer wurde das Hotel saniert und umgebaut. Es steht an der Langen Brücke und grenzt an den Lustgarten. Seit Jahren wird über einen möglichen Abriss des Hotels gestritten. Hasso Plattner wollte am Standort des Hotels eine Kunsthalle bauen, gab das Vorhaben aber schließlich auf, weil diese Pläne auf erheblichen Widerstand stießen.

Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

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