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„Sichtachse“ von Karstadt zum Mercure

Bauen in Potsdam „Sichtachse“ von Karstadt zum Mercure

Das Karstadt-Kaufhaus in der Brandenburger Straße soll in die Höhe wachsen. In einem weiteren Geschoss sind zusätzliche Angebote für die Kunden des Einkaufstempels geplant. Die Aufstockung war insbesondere bei der Schlösserstiftung wegen der Sichtachsen umstritten. Im Bauausschuss feixte die Linke – denn nun entsteht eine ganz neue „Sichtachse“.

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Bürgerbegehren gegen Mercure-Abriss

Karstadt wird in die Höhe wachsen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Das Karstadt-Palais an der Brandenburger Straße kann in die Höhe wachsen. Am Dienstag gab der Bauausschuss grünes Licht für eine Aufstockung. Der Eigentümer möchte das Kaufhaus im Dachbereich erhöhen.

Strandkörbe mit Blick auf Potsdams Innenstadt?

Wie berichtet, ist eine Dachterrasse mit Yogadeck, Strandkörben und einer Sauna geplant. Diese soll in einer Glaskonstruktion residieren – Weitblick inklusive. Die Edel-Ertüchtigungsstätte auf dem Dach ist als Teil eines Fitnessstudios gedacht, das dann auch die vierte, bislang noch leer stehende Etage des Gebäudes ausfüllen würde: „Es gibt einen Mietinteressenten”, sagte der Geschäftsführer der KKL Consulting GmbH, Guido Wodetzki, vor einiger Zeit zur MAZ. Die KKL Consulting verwaltet die Immobilie für den Eigentümer, einen Immobilienfonds. Was damals noch fehlte, war das Baurecht für die Dachanlagen – nun ist man dem Ziel einen großen Schritt nähergekommen. Doch das neue Sauna-Gebäude in luftiger Höhe macht nicht jeden froh – so bangte zum Beispiel die Schlösserstiftung, dass Sichtbeziehungen durch die Aufstockung beeinträchtigt werden könnten. Deshalb plädierte sie in ihrer Stellungnahme für eine deutlich sensiblere Lösung.

Die Linken trösten die Bündnisgrünen: „Schöne neue Sichtachse.“

Der Bauausschuss hielt die Beeinträchtigung jedoch für akzeptabel: „Es gibt auch noch andere Bedürfnisse – ich denke, das kann man in Potsdam durchaus verkraften“, sagte Babett Reimers (SPD). Michél Berlin (Linke) fand sogar ein – nicht ganz ernst gemeintes – Trost-Argument für Saskia Hüneke (Grüne), die gegen die Aufstockung gestimmt hatte: „Auf diese Weise gibt es eine schöne Sichtachse von Karstadt zum Mercure.“

Von Ildiko Röd

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