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So war es in der legendären 17. Etage des Mercure-Hotels

Potsdamer Hotel „Mercure“ So war es in der legendären 17. Etage des Mercure-Hotels

Am Tag ein Café hoch über der Stadt, am Abend eine Bar mit Tanzmusik: 1300 Gäste feierten am Samstag ein rauschendes Fest in Potsdams umstrittensten Hochhaus. In der 17. Etage hat man eben noch Träume – und es zeigt sich: Wahre Schönheit kommt von Innen. Jene die das Event nicht besuchen konnten, dürfen nun hoffen.

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Plaudern, tanzen, Freunde treffen: In der Bar in der 17. Etage ging es hoch her – und für viele ein Traum in Erfüllung, denn hier oben gibt es schon lange keine Bar mehr.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Wahre Schönheit kommt von Innen – das ist nicht nur bei Menschen so. Das „Mercure“, dieses viel gescholtene DDR-Hotelhochhaus in Potsdams stuckverbrämter historischer Mitte, strahlte am Samstag über alle Abrissdiskussionen hinweg.

Fünf Monate ist es her, dass drei Potsdamer Gastrononomen die Parole „In der 17. hat man noch Träume“ ausgaben und ankündigten, für einen Tag und eine Nacht das legendäre Café „Bellevue“ und die Bar in der 17. Etage aufleben zu lassen. Nun war es soweit und 1300 Potsdamer und Zugereiste kamen, um zu plaudern und zu tanzen, um Freunde zu treffen, sich bei Kaffee, Kuchen und Cocktails verwöhnen zu lassen, den einmaligen Ausblick zu genießen – um mitzuträumen.

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Über alle Abrissdiskussionen hinweg: Das umstrittene „Mercure“ hat am Sonnabend gestrahlt. „In der 17. hat man noch Träume“ – so der Slogan. In der legendären Bar haben viele Gäste die Nacht zum Tag gemacht, um zu plaudern und zu tanzen, Cocktails zu trinken und den einmaligen Ausblick zu genießen. (Teil 1)

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Unter den Gästen waren wie von den Initiatoren erwartet und erhofft etliche ehemalige Interhotel-Angestellte wie Mathias (53) und Kerstin (51) Prodell aus Glindow. Viele Jahre haben sie das Haus, in dem sie sich kennen- und lieben gelernt, in dem sie ihre Lehre absolviert und bis 1991 gearbeitet haben, nur aus der Ferne betrachtet. Nun können sie sich kaum mehr losreißen. Immer wieder gehen sie durch die Ausstellung, die mit Fotos und Requisiten durch die Hotel-Geschichte führt. Immer wieder fallen sie einstigen Kollegen in die Arme. Tränen fließen – meist aus Freude, denn die Belegschaft, so Kerstin Prodell, war „wie eine Familie, die man nicht mehr findet in der heutigen Arbeitswelt“. Aber auch aus Kummer: „Es kann nicht sein, dass man in Erwägung zieht, ein Haus aus der Welt zu schaffen, das immer funktioniert hat und funktioniert.“ Immer wieder fahren sie auch hin­auf in die 17. Etage, in der Menschen mit und ohne Interhotel-Erinnerungen bis um 3 Uhr morgens ein rauschendes Fest feiern.

Übrigens: Weil die Stadt im letzten Augenblick Sicherheitsbedenken angemeldet hatte, durften statt der geplanten 220 nur 150 Gäste zugleich hinauf. Ein Schreck, dem eine kecke Idee folgte: Das „Team 17“ um Ingo Opitz, Claudia Thom-Neumann und Ronny Rammelt öffnete stracks eine zweite Bar im Erdgeschoss. Ihr Fazit eines aufregenden Tages: „Wir wiederholen das – am liebsten noch in diesem Jahr.“

Von Nadine Fabian

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Teil 1: Träumen und feiern in der 17. Etage

Über alle Abrissdiskussionen hinweg: Das umstrittene „Mercure“ hat am Sonnabend gestrahlt. „In der 17. hat man noch Träume“ – so der Slogan. In der legendären Bar haben viele Gäste die Nacht zum Tag gemacht, um zu plaudern und zu tanzen, Cocktails zu trinken und den einmaligen Ausblick zu genießen. (Teil 1)

Bau des Mercure in Potsdam

Das Mercure, ehemaliges Interhotel Potsdam, wurde im Jahr 1969 fertiggestellt. Nach dem der Fall der Mauer wurde das Hotel saniert und umgebaut. Es steht an der Langen Brücke und grenzt an den Lustgarten. Seit Jahren wird über einen möglichen Abriss des Hotels gestritten. Hasso Plattner wollte am Standort des Hotels eine Kunsthalle bauen, gab das Vorhaben aber schließlich auf, weil diese Pläne auf erheblichen Widerstand stießen.

Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

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