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Potsdam Mieterverein fordert Betriebskostenspiegel
Lokales Potsdam Mieterverein fordert Betriebskostenspiegel
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22:42 24.01.2018
Wenn die Betriebskostenabrechnung kommt, haben Mieter besonders viel Beratungsbedarf. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Betriebskostenabrechnungen und der damit verbundene Beratungsbedarf haben dem Mieterverein Potsdam und Umgebung um den Jahreswechsel herum eine Eintrittswelle beschert. „Wenn die Betriebskosten kommen, ist bei uns am meisten los“, sagt Benedikt Nowak, Geschäftsführer des mit fast 4800 Mitgliedern größeren der beiden Potsdamer Mietervereine. Auch in der Beratungsstatistik stehen Betriebskosten beim Verein an erster Stelle. 4978 Beratungen habe es 2017 insgesamt gegeben, davon waren 1964 Beratungen zu Betriebskosten – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Es folgten 857 Beratungen zu Mängeln am Mietobjekt, 617 Beratungen zu Mietverträgen, 541 Beratungen im Zusammenhang mit Mieterhöhungen. In 98 Prozent aller Beratungsfälle habe es eine außergerichtliche Einigung gegeben.

Gravierende Unterschiede in den Betriebskosten nach Stadtteilen seien ihm nicht bekannt, sagt Nowak. „Ich könnte nicht sagen, in dem oder dem Stadtteil ist es besonders schlimm. Das ist immer auf den Vermieter bezogen.“ Die Wohnungsgenossenschaften lägen meist „erheblich unter dem Durchschnitt“, auch die kommunale Gewoba sei „leicht darunter“. Bei den Privaten könnten größere Gesellschaften Einzelpositionen günstiger kalkulieren als Vermieter kleinerer Objekte. Auch Reinhard Schuster vom 2200 Mitglieder starken Babelsberger Mieterverein sagt, die Höhe der Betriebskosten habe „mit dem Stadtgebiet nichts zu tun“.

Benedikt Nowak ist seit Jahresanfang Geschäftsführer des Mietervereins Potsdam und Umgebung. Quelle: Bernd Gartenschläger

Für Schlagzeilen sorgen einzelne Vorgänge, Nowak spricht von „schwarzen Schafen“. Beide Vereine haben Mitglieder im Kirchsteigfeld, denen die Betriebskosten vom neuen Vermieter auf Flächenbasis statt nach Einzelverbrauch in Rechnung gestellt wurden – mit drastischen Preissprüngen. Auch im ländlichen Raum gebe es kritische Fälle. Nowak berichtet von einer neuen Hausverwaltung in Marquardt, in deren Abrechnung geleistete Vorauszahlungen fehlten: „Wenn man da innerhalb eines Jahres nichts gegen sagt, sitzt man auf der Nachzahlung.“

Politische Forderung des Potsdamer Mietervereins ist nach dem Vorbild des Mietspiegels ein Betriebskostenspiegel für Potsdam, „um eine größere Rechtssicherheit zu bekommen“, so Nowak: „Dann könnte man zum Beispiel sagen: Jetzt ist der Vermieter dreifach über dem Durchschnitt, soll er doch mal belegen, warum das so ist.“ Nowak spricht von einer Umkehr der Beweislast, verweist auf einen Vorgang am Amtsgericht. Ein Mieter, der gegen zu hohe Betriebskosten klagte, sollte acht Vergleichsangebote einholen um zu belegen, dass es günstiger geht. „Für einen Laien fast eine Lebensaufgabe.“ Nowaks Kollege Schuster hält nichts vom Betriebskostenspiegel: Die einzelnen Objekte seien zu schwer vergleichbar.

Doch es gibt bereits erste Ansätze: Mittelfristig sei der Betriebskostenspiegel ein Thema für die Stadt, teilte Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) auf Anfrage mit.

Zehn Prozent der Potsdamer Mieter sind organisiert

Mit rund 7000 Mitgliedern sind rund zehn Prozent der geschätzt 70 000 Potsdamer Mieterhaushalte in einem der beiden Mietervereine organisiert.

Im Jahresbeitrag für die Mitglieder der Mietervereine ist eine Rechtsschutzversicherung enthalten, Beratungen sind kostenlos.

Mehr im Internet auf www.mieterverein-potsdam.de oder www.babelsberger-mieterverein.de

Von Volker Oelschläger

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