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Potsdam „Mikro-Apartments“ für Bornstedt
Lokales Potsdam „Mikro-Apartments“ für Bornstedt
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13:06 08.05.2018
Werbebanner der Project Immobilien an der Gabelung von Pappelallee und Reiherweg in Bornstedt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam/Bornstedt

Auf dem Grundstück des abgerissenen Offizierskasinos in Bornstedt gibt es Bewegung. Auf Plakaten und Transparenten kündigt eine Gesellschaft „Project Immobilien“ an: „Hier entstehen in Kürze 214 Mikro-Apartments.“

Bei dem neuen Investor handelt es sich um die bundesweit aktive Unternehmensgruppe Project Immobilien, die auf ihrer Internetseite auf aktuell 80 Objekte in Planung und Bau mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro verweist. Pressesprecherin Ines Kilgenstein bestätigte das auf MAZ-Anfrage.

Der Baubeginn sei nach aktueller Planung noch für 2018 vorgesehen, so die Sprecherin. In fünf Geschossen würden überwiegend Wohnungen mit einer Fläche von 23 bis 35 Quadratmetern entstehen. Hinzu kämen drei größere Apartments mit 62 Quadratmeter Wohnfläche. Auf die Frage nach der Miethöhe oder dem Verkaufspreis antwortete die Sprecherin, zu den Verkaufspreisen könne die Gesellschaft erst ab Verkaufsstart eine genaue Auskunft geben.

Das Offizierskasino im Herbst 2012 – drei Jahre vor dem Abriss. Quelle: Christel Köster

Auf dem Grundstück an der Gabelung von Pappelallee und Reiherweg befand sich das 1936 errichtete Offizierskasino der Neuen Kriegsschule. Nach der Wende wollte der Förderverein Militärmuseum Brandenburg-Preußen das Gebäude zum Museum ausbauen. 4,5 Millionen Euro waren für den Umbau des Gebäudes geplant, 500 000 Euro sollte das Grundstück kosten. Das Projekt wurde 2012 wegen fehlender Finanzen aufgegeben.

Ende 2014 wurde der Erwerb des Grundstücks durch eine Immobiliengesellschaft bekannt, die das Kasino abreißen und auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück 166 Studentenapartments errichten wollte.

Das Kasino mit dem großen Ballsaal als Herzstück, das nach Angaben von Mitstreitern des Fördervereins Militärmuseum in einem guten Zustand war, wurde im Herbst 2015 abgerissen. Danach ruhte der Bau.

Verlust eines historischen Gebäudes

Das über Jahrzehnte ungenutzte Gebäude des ehemaligen Offizierskasinos in Bornstedt hatte im Kiez Visionen geweckt. Nach dem Ausstieg des Fördervereins Militärmuseum gab es auch die Idee für ein Nachbarschafts- und Begegnungszentrum für den rasch wachsenden Stadtteil.

Am Abriss gab es vielfach Kritik: „Bedauert wird der Abbruch des Offizierskasinos“, schrieb der Gestaltungsrat, „Sanierung und Umnutzung des historischen Gebäudes wäre wünschenswert.“

Im Januar dieses Jahres ergaben Recherchen des SPD-Stadtverordneten Uwe Adler, dass es zwischen Stadt und Eigentümer seit 2015 keinen Kontakt mehr gab. Er war von Anwohnern alarmiert worden: „Seit 2015 hat der Besitzer die Baugenehmigung“, so der SPD-Mann, doch die Potenziale würden „trotz Bedarfs nicht abgerufen“. Er äußerte einen „Spekulationsverdacht“.

Nach Angaben von Project-Immobiliensprecherin Kilgenstein hat ihre Gesellschaft das Grundstück im Juli 2017 erworben.

Rathaussprecherin Christine Homann bestätigte auf Anfrage, dass es für das Grundstück Pappelallee 14 bis 17 eine Baugenehmigung für einen „Neubau Studentisches Wohnen“ mit 214 Studentenapartments gibt: „Mit dem Studentenwohnheim sollen in zwei Bauabschnitten über 5000 Quadratmeter Wohnfläche für Studenten erzeugt werden.“

Stadtteilrundgang des SPD-Ortsvereins

Das Grundstück des ehemaligen Offizierskasinos ist am Sonnabend, 12. Mai, eine Station eines Stadtteilrundgangs des SPD-Ortsvereins Potsdam-Mitte/Nord mit seinem Oberbürgermeisterkandidaten Mike Schubert quer durch Bornstedt.

Treffpunkt ist um 15 Uhr am Johan-Bouman-Platz auf Höhe der Bäckerei Exner. Mit einigen kleinen Umwegen soll es von dort bis zum Freizeittreff Ribbeckeck des Arbeitskreises Potsdamer Kinder in der Ribbeckstraße 25 gehen. Zum Ausklang wird gegrillt.

Von Volker Oelschläger

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