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Potsdam Ausgezeichnete Gärtnerei
Lokales Potsdam Ausgezeichnete Gärtnerei
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01:15 13.09.2018
Tolle Nachwuchsförderung: Kati Bräutigam vom Rosengut Langerwisch bekommt die Goldene Gießkanne. Quelle: Foto: B.G.
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Innenstadt

Von wegen Sklavenarbeit. Das Rosengut Langerwisch möchte das schlechte Image, das im Zuge mit Gartenarbeit häufiger aufkomme, ein für alle Mal loswerden. „Es sollen sich wieder mehr junge Leute für den Gartenbau begeistern“, sagt Kati Bräutigam, Leiterin des Rosenguts Langerwisch.

Für ihre zukunftsweisenden Konzepte wurden nun das Rosengut Langerwisch und der Gartenbau Winde aus dem Elbe-Elster-Kreis durch Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger und den Gartenbauverband Berlin-Brandenburg gestern auf der Potsdamer Freundschaftsinsel mit dem Titel „Ausgezeichnete Gärtnerei“ gewürdigt. „Um den Fachkräftenachwuchs zu erhalten, war es uns die Auszeichnung wert“, erklärte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes.

Schüler an den Beruf heranführen

Um 1900 blühten in dem Rosengut Langerwisch erstmals die Blumen – bis dahin reichen die ersten Erwähnungen zurück, erzählt Kati Bräutigam. Heute ist es ein Familienbetrieb mit angrenzendem Café. In das blühende Gartencenter kommen die Kunden auch aus Jüterbog, Oranienburg, Berlin und sogar aus Halle angereist. Das Besondere: Über 350 Rosenarten stehen zur Auswahl. „Regional und mit einem verantwortungsvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“, erklärt Kati Bräutigam.

Seit 2003 führt das Rosengut regelmäßig praxisbezogene Projekttage mit den Schulen aus der Region durch, um den sinkenden Lehrlingszahlen positiv entgegenzutreten. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit komme vor allem immer mit der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst zustande. So wird bei dem Projekt „Bio-Stunde“ der Biologie-Unterricht in das Gewächshaus verlagert. Erklärt wird dabei unter anderem, wie die Fotosynthese im Weihnachtsstern abläuft. Auf diese Weise werden Kinder und Jugendliche in die Arbeit der Gärtner eingeführt. Das Ziel sei es, dass sie sich später daran erinnern und – wenn es an die Ausbildung geht – zurückkehren. Workshops und Praktikas sind in dem Projekt „Regiolife“ möglich. Eine Woche wechseln die Schüler in der Region durch die Betriebe. „Die Dienstleister sind doch sehr unsichtbar für die Kinder. Dabei liegt doch Vieles vor der Tür“, weiß Kati Bräutigam.

Betriebe setzten auf Herbstsaison

Die Gartenbetriebe hätten in diesem Jahr durch die heiße Sommerphase sehr gelitten, erzählt Andreas Jende. 90 Prozent der Flächen in Brandenburg seien bewässerungsfähig. „Die meisten Betriebe waren auch darauf eingestellt“, erklärt er. Dennoch verdunsten die Pflanzen mehr Wasser, als sie aufnehmen können. Die Kosten für die Bewässerung seien mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden gewesen. Die genaue Höhe lasse sich erst am Ende des Jahres sagen. Bislang liegen aber keine Informationen vor, dass die Existenz von Betrieben gefährdet sei, versichert Klaus Henschel, Präsident des Gartenbauverbandes.

Die Fruchternte mit Äpfeln und Co sei zwar gut gelaufen, aber die Früchte seien kleiner als die Norm oft vorgibt. Die großen Lebensmittelketten würden das ausnutzen und die Preise drücken. Das Nachsehen haben am Ende die Gärtnereien. „Die Kunden haben nicht so gekauft – wir brauchen die Herbstsaison“, sagt er.

Mit der Verleihung des Titels wurde gleichzeitig auch die goldene Herbstzeit eingeläutet und Stauden und Gehölzen auf der Freundschaftsinsel in Potsdam gepflanzt.

Infos zum Preis und neue Ausstellungen

Der Titel „Ausgezeichnete Gärtnerei des Jahres 2018“ wurde in diesem Jahr erstmals durch den Gartenbauverband Berlin-Brandenburg und das Ministerium vergeben.

Er zeichnet Gartenbetriebe aus, die mit hervorragender Leistung und innovativen Konzepten vorangehen.

Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem Engagement in der Nachwuchsförderung.

Die Gewinner erhielten eine Urkunde und eine verzierte Gießkanne.

Im Ausstellungspavillion auf der Potsdamer Freundschaftsinsel startet am ersten Novemberwochenende die neue Ausstellung „Flora und Pomona“.

Die genauen Zeiten werden noch bekanntgegeben.

Von Anne Knappe

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