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Mit Red-Bull-Dosen statt Geld bis nach Paris

„Can You Make It?“ Mit Red-Bull-Dosen statt Geld bis nach Paris

Mit Red-Bull-Dosen als Währung reiste das Potsdamer Studententeam „Whatever“ durch Europa. Wie das gehen soll? Tauschen, fragen, Glück haben. Eine Woche lang hatte das Team Zeit, um von Edinburgh nach Paris zu gelangen – und sie mussten sich so einiges einfallen lassen.

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Mit Brausedosen durch Frankreich: Nele Kruse, Conrad Mantei und Ulrike Koch (v.l.) von der Uni Potsdam.

Quelle: Armin Walcher

Potsdam. Drei Studenten der Universität Potsdam haben ein großes Abenteuer erlebt. Unter dem Namen „Whatever“ – zu deutsch „Was auch immer“ – bildeten Conrad Mantei (23), Nele Kruse (21) und Ulrike Koch (21) eines von 165 Studententeams aus über 50 Ländern, die bei der Red Bull Challenge „Can You Make It?“ („Kannst du es schaffen?“) sieben Tage lang durch Europa reisten.

Die Herausforderung bestand darin, die Route nach Paris ohne Geld und ohne privates Handy zu meistern. Wie das funktionieren sollte? – Mit Red-Bull-Dosen als Zahlungs- und Tauschmittel. Von Red Bull erhielten die Teams, die in fünf verschiedenen Orten Europas starteten, ein Handy, auf dem lediglich eine Karte und eine Firmen-App gespeichert waren. Alles was die Teilnehmer auf ihrem Trip erlebten, wurde per Video und Foto festgehalten und in sozialen Netzwerken hochgeladen. Für jeden „Like“ und jeden „Share“ auf Facebook und Twitter gab es einen Punkt.

In einer Woche von Edinburgh nach Paris

Das Team der Uni Potsdam startete am 12. April in Edinburgh (Schottland). „Es war ein Wurf ins kalte Wasser“, sagt Ulrike Koch. „Wir mussten erstmal einen Plan schmieden, wie wir aus der Stadt rauskommen.“ Wie die Teilnehmer ihren Weg bestreiten, ob per Bus, Zug, Flugzeug, Rad, Skateboard oder zu Fuß, war egal. Entscheidend war, dass sie am 19. April zwischen 11 Uhr und 14 Uhr am Eiffelturm eintrafen.

Auf der Reise nach Paris musste das Team Punkte sammeln. „Es waren insgesamt sechs Checkpoints zu erreichen“, erzählt Nele Kruse. „Um Social Points zu sammeln, mussten wir es zum Beispiel schaffen, ins Fernsehen zu kommen oder in einem Fünf-Sterne-Hotel zu übernachten. Adventure Points sammelten wir, indem wir Aufgaben lösten. Eine Aufgabe sah so aus: „Fahre mit verbundenen Augen Kajak und lasse dich dabei nur von Anweisungen leiten.“

Acht Getränkedosen für eine Taxifahrt

Für „Whatever“ führte der Weg von Edinburgh zunächst nach Glasgow. „Es war schon erschreckend zu sehen, wie abhängig man von anderen Menschen war“, sagt Conrad Mantei. „Wenn uns keiner mitgenommen hat, mussten wir laufen.“ Die drei Studenten verbrachten ihre erste Nacht in einer Hotellobby. Acht Dosen der koffeinhaltigen Brause tauschten die Potsdamer für eine Taxifahrt ein, zwei Dosen gingen für Essen drauf und drei Dosen für eine Zugfahrt nach Warwick. Hier musste sich das Team in Ritterspielen beweisen um Punkte zu sammeln.

„Während unserer Reise haben wir engere Bekanntschaft mit einem französischen und einem serbischen Team geschlossen“, sagt Conrad Mantei. „Ab Warwick haben wir fast den gesamten Weg nach Paris zusammen bestritten. Gegenseitige Hilfe und Motivation waren sehr wichtig für uns alle.“ Den drei Teams gelang es, mit dem Zug nach Milton Keynes zu fahren. Dort wechselten sie die Reifen eines Formel-1-Fahrzeugs und sammelten weitere Punkte.

Dank einer Glückssträhne schafften es die neun Studenten noch am selben Tag bis nach London. Den vierten Tag begannen sie mit Sightseeing. Dabei ist ein Tanzvideo vor dem Buckingham Palace entstanden, wofür alle zahlreiche Adventure Punkte bekommen haben. Mit der Fähre ging die Reise weiter nach Calais (Frankreich) und mit dem Bus nach Paris.

„In Paris hatten wir einen echten Tiefpunkt. Es waren Ferien, Wochenende und alle Hotels ausgebucht oder die Hotelmanager nicht zu sprechen“, sagt Conrad Mantei. „Wir waren echt erschöpft und müde.“ Nach langem Suchen fanden die neun Studenten einen Schlafplatz in einem Gästehaus – für 24  Getränkedosen.

Den emotionalsten Moment erlebten Conrad, Nele und Ulrike am letzten Checkpoint in Mont St. Michel. „Von dort konnten wir den angeblich schönsten Sonnenuntergang Europas miterleben. Es war alles so friedlich und still. Mit Blick auf Mont St. Michel haben wir eine Champagnerflasche geöffnet und den Augenblick genossen“, sagt Nele Kruse.

Die Marke Red Bull

Red Bull („Roter Stier“) ist ein koffeinhaltiger Energy-Drink des österreichischen Unternehmens Red Bull GmbH. Größter Eigentümer ist der Milliardär Dietrich Mateschitz (71).

Das Unternehmen unterhält zwei Formel-1-Ställe – mit einem wurde Sebastian Vettel mehrfach Weltmeister –, und mehrere Fußball-, und Eishockeyvereine. Zudem sponsert es eine Vielzahl sportlicher Veranstaltungen, vor allem im Bereich Extremsport.

Weltweite Aufmerksamkeit erregte der von Red Bull finanzierte Stratosphären-Sprung von Felix Baumgartner im Oktober 2012.

Die drei Teams gingen in Paris gemeinsam über die Ziellinie und feierten gemeinsam. „Ich würde so ein Abenteuer auf jeden Fall noch mal mitmachen“, sagt Conrad Mantei. „Es ist völlig egal, dass wir nur Platz 148 Platz erreicht haben. Viel wichtiger sind uns die gesammelten Erfahrungen. Auch die persönliche Wahrnehmung von Geben und Nehmen, Helfen und Nichthelfen wird einem ganz anders bewusst.“

Von Lisa Kalkkuhl

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