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Potsdam Mit Robotern gegen Geschlechterklischees
Lokales Potsdam Mit Robotern gegen Geschlechterklischees
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13:27 09.02.2018
Um einen Roboter zu programmieren muss man nicht vor dem Rechner sitzen und auch kein Junge sein. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Sie surren, sie nicken und sie sprechen. In einem Seminarraum auf dem Campus Neues Palais waren in dieser Woche kleine Roboter unterwegs. Gebaut und mit ihnen experimentiert haben zwölf Mädchen im Alter zwischen neun und 14 Jahren. Es war Roberta Girls Week. Eingeladen hatte Christina Wolff, die MINT-Referentin im Koordinationsbüro für Chancengleichheit. MINT, das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, also jene Studiengänge, in denen Frauen häufig in der Unterzahl studieren. Allerdings ist die Universität Potsdam in dieser Hinsicht gar nicht so schlecht aufgestellt. Derzeit sind 43 Prozent der Studierenden in diesen Fächern der Universität weiblich. Damit liegt die Hochschule deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 32 Prozent. Grund dafür sind die vielen Lehramtsstudentinnen.

An vier Tagen in ihren Ferien sind zwölf Mädchen früh aufgestiegen. Die Motivation, mit Robotern zu experimentieren war einfach zu groß. Die MINT-Referentin des Koordinationsbüros für Chancengleichheit, Christina Wolff, hatte dazu eingeladen. So konnten die Mädchen ihre kleinen Maschinen etwa programmieren, bei bestimmten Farben bestimmte Befehle auszuführen.

Es wirkt simpel, ist aber verblüffend.

Den Schülerinnen macht die Woche an der Universität großen Spaß. Sie programmieren ihre kleinen Maschinen, damit sie die verschiedensten Dinge tun. Marla Bartosch (13) sitzt an ihrem Roboter und trimmt ihn darauf verschiedene Farben zu erkennen. Je nachdem, welche Farbe sie ihm vorhält, dreht er sich, macht ein Geräusch oder fährt eine kurze Strecke rückwärts. Alle klatschen. Es wirkt simpel. Aber der Gedanke, dass dieses kleine Gerät nur per Farben Befehle ausführt, ist für die Mädchen verblüffend.

Vier Tage dauerte der Workshop, der mit Theorie begann. „Es ging darum, zu erklären, was Roboter eigentlich sind. Wofür braucht man sie?“ sagt Christina Wolff. Das sollte freilich nicht zu trocken vermittelt werden. Deswegen ging es auf Exkursion. Mit Wolff und ihren Mitarbeiterinnen sind die Kinder ins Anwendungszentrum „Industrie 4.0“ der Universität am Campus Griebnitzsee gefahren. Dort haben sie sich angesehen, wie sich Roboter einsetzen lassen. Auch das Hasso-Plattner-Institut haben sie besucht und mit Virtual-Reality-Brillen die Stadt erkundet, die von Studenten für ihre Abschlussarbeit programmiert worden waren. „Das fanden alle ziemlich cool“, sagt Wolff.

„Ich kann mir vorstellen, Bioinformatik zu studieren.“

Sie will den Mädchen zeigen, dass MINT alles andere als Klischees bedeutet: „Es geht eben nicht nur um das Programmieren am Computer, nerdig sein und Pizza essen, sondern es hat ganz viel mit Kreativität zu tun, mit Spiel und Spaß.“ Die Mädchen haben sowohl mit Hilfe von Apps auf dem Tablet als auch auf dem Desktop programmiert. In kleinen Teams haben sie sich einen Roboter geteilt. Marla Bartosch ist so begeistert von der Materie, dass sie nun darüber nachdenkt, sie zu studieren. „Früher habe ich Computer nur zum Aufsatzschreiben oder Youtube-Gucken genutzt, mehr aber auch nicht“, sagt sie. „Jetzt weiß ich, was man mit ihnen alles machen kann. Und ich kann mir vorstellen, Bioinformatik zu studieren. Weil ich Bio, Mathe und Physik sehr mag. Und ich finde Informatik verbindet das sehr schön“, sagt Bartosch.

In der Feedbackrunde kündigt Christina Wolff an, bei der „First Lego League“ das erste reine Mädchenteam zusammenstellen zu wollen. Bei dem Roboterwettbewerb können alle unter 16 Jahren mitmachen. Sofort sind Finger in der Luft. Die Mädchen wollen auf jeden Fall dabei sein. Wolff grinst.

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