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Potsdam Mit Selbstbewusstsein in die TV-Branche
Lokales Potsdam Mit Selbstbewusstsein in die TV-Branche
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00:17 15.02.2017
Martin Baden (l.) spielte in der RTl-Soap „Unter Uns“ zwei Jahre lang die Rolle des Nils Hofmann. Quelle: RTL
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Potsdam/Werder

Wie viele junge Menschen wusste auch Martin Baden nach dem Abitur noch nicht, welchen Beruf er lernen möchte. Und wie viele junge Menschen wollte er gern „irgendwas mit Medien“ machen, aber bloß keinen Bürojob. Die Ausbildung zu seiner heutigen Tätigkeit als Schauspieler begann er schließlich erst mit 22 Jahren. Der Grundstein dafür wurde allerdings schon viel früher gelegt, ohne dass Martin Baden es bemerkte. Der gebürtige Werderaner besuchte als einer der ersten Jahrgänge die neu gegründete Waldorfschule in seinem Heimatort. „Diese Jahre habe ich als eine sehr schöne, freie Zeit empfunden“, erinnert er sich heute, „dort wurde man spielerisch, künstlerisch erzogen“.

Das ausdrucksstarke Sprechen brachte ihm sein Vater bei

Hinzu kam der Einfluss des Vaters, der selbst als TV-Sprecher arbeitet. Er brachte dem Sohn schon in der Pubertät bei, wie man Texte ausdrucksstark vorliest. Martin Baden ahnte damals aber noch nicht, dass ihm diese Fähigkeit irgendwann auch beruflich helfen würde. „Ich dachte nur, es kann ja nicht schaden, wenn ich später meinen eigenen Kindern vorlesen möchte“, erzählt er. Auch der Schulunterricht im Darstellenden Spiel, den er ab der 11. Klasse belegte, brachte den Beruf des Schauspielers noch nicht auf seinen Radar.

Erst während des Zivildienstes änderte sich das, als der heutige Potsdamer mit geistig eingeschränkten Menschen Theaterstücke aufführte. Gerade einmal 100 Leute sahen dabei zu – kein Vergleich zu seinen heutigen Rollen, aber Martin Baden empfand sich dabei selbst zum ersten Mal als Unterhalter. Positives Feedback bestärkte ihn zum anschließenden Praktikum in einer Berliner Schauspielagentur und schließlich zur Schauspielausbildung.

Auftritte bei RTL, Pro7, im ARD und ZDF

Heute lebt er von seinen beiden Standbeinen als Schauspieler und TV-Sprecher. Sein Gesicht kennt man unter anderen aus dem NSU-Dreiteiler und Fernsehpreis-Gewinner „Mitten in Deutschland“, der RTL-Soap „Unter Uns“ und Serien wie „Die Bergretter“ und „Großstadtrevier“. Mehr Geld bringt allerdings der Job als TV-Sprecher ein. Regelmäßig kommentiert er große Dokumentationen für private Sender. Die meisten Menschen kennen seine Stimme auch von „The Voice of Germany“, wo er als Off-Sprecher neben den beiden Moderatoren die komplette letzte Staffel kommentierte. „Und das obwohl ich in der Schule beim Vorlesen immer richtig schlecht war“, erinnert er sich lachend.

Baden lernte sich durch die Rollen selbst kennen

Inzwischen hat ihm die Sprecherei finanziell viele Freiheiten ermöglicht, zum Beispiel den Ausstieg aus seiner festen Serienrolle 2012. Denn den tragischen Charakter, den er zwei Jahre lang verkörpert hatte, nahm sich der Potsdamer damals zu sehr zu Herzen. „Ich dachte, wenn es mir schlecht geht, wäre das auch gut für die Rolle“, berichtet er.

In dieser Zeit lernte der Wahl-Potsdamer, dass Gesundheit und Freude am Beruf oberste Priorität haben sollten. In der unbeständigen Schauspielbranche sei es umso wichtiger, mit sich selbst im Einklang zu sein, findet er. Freunde, Familie und persönliche Interessen kommen in seinem Beruf oft zu kurz. „Sich dem Job immer unterzuordnen, macht dich auf Dauer verrückt“, weiß Martin Baden heute, „auch mal Nein zu sagen, musste ich mir erst über Jahre erarbeiten.“

Martin Baden wohnt heute in Potsdam. Derzeit ist er auf der Suche nach einer Eigentumswohnung in Babelsberg. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Aufträge als Schauspieler und TV-Sprecher brachten neben Selbstbewusstsein auch einen stressigen Alltag mit sich. Oft ist Martin Baden in Köln und teilweise mehr am Flughafen als am Film-Set. Für Hobbys und Freunde bleibt ihm deshalb nicht immer genug Zeit. „Wenn ich es schaffe, schwimme ich im Sommer gern durch den Heiligen See“, erzählt er. Im Winter gehören ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in der Brandenburger Straße und eine Party im Waschhaus mit alten Freunden zu seinen liebsten Beschäftigungen. Einmal im Monat besucht er seine Eltern, die noch immer in Werder leben.

Zwischen Familienbesuchen und Drehtagen sucht er außerdem eine Eigentumswohnungs in Babelsberg. Momentan bleibt dafür aber kaum Zeit, denn der 34-Jährige dreht gerade für „SOKO Leipzig“ und den neuen Kinofilm vom Oscar-prämierten „Das Leben der Anderen“-Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck.

Von Victoria Barnack

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