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Potsdam Mit Tempo für Schule, Sport und Kultur
Lokales Potsdam Mit Tempo für Schule, Sport und Kultur
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21:15 01.08.2017
Noosha Aubel (parteilos) beim Leisten des Amtseides von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Quelle: Foto: Friedrich Bungert
Potsdam

Sie hätte auch Baudezernentin werden können. Noosha Aubel erwarten in Potsdam viele Baustellen und das nicht nur im übertragenen Sinn. Neue Schulen müssen dringend gebaut werden in der wachsenden Stadt, in Babelsberg, aber auch im Norden, wo die neue Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport erst seit zwei Wochen wohnt. Alle Umzugskisten im Bornstedter Feld seien aber schon ausgepackt, das neue Zuhause für ihren Mann und die beide kleinen Töchter eingerichtet. „Tempo ist eines meiner Charakteristika“, sagt die 41-Jährige ohne Parteibuch, die am Dienstag im Rathaus ihre Ernennungsurkunde erhalten hat.

Die neue Grundschule im Bornstedter Feld wird für ihre persönlichen Belange nicht mehr schnell genug fertig. Ihre ältere Tochter wird nächstes Jahr eingeschult, die Schule soll erst im Schuljahr 2019/20 eröffnen. Die typischen Potsdamer Probleme wie Schulplatznot lernt Noosha Aubel also auch von einer privaten Seite kennen. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) macht ihr Mut fürs neue Amt: „Die erste Hürde haben Sie schon genommen“, so Jakobs. „Sie haben eine Wohnung und Kitaplätze gefunden.“ Und Letzteres, wie Aubel betont, ganz ohne Schützenhilfe vom Sozialbeigeordneten Mike Schubert (SPD), der wie Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) zur Vereidigung der neuen Kollegin in den Blauen Salon gekommen ist.

Diplom-Pädagogin mit steiler Karriere

Nicht nur in Umzugs- auch in Karrierefragen ist die Diplom-Pädagogin mit Master of Organizational Management nicht langsam. 2004, mit 29 Jahren, startete die gebürtige Hannoveranerin als Jugendhilfeplanerin im rheinländischen Viersen. Seit 2008 war sie Leiterin des Amtes für Jugend, Schule und Sport in der 55 000-Einwohner-Stadt Hilden. Nun trägt sie in Potsdam die Verantwortung für 300 Mitarbeiter und einen Etat in Höhe von 77 Millionen Euro. Die junge Mutter folgt auf Iris Jana Magdowski (CDU), deren Amtszeit nach acht Jahren endete und der Kritikern anlasteten, in den letzten Jahren vor allem im Bildungsbereich wenig bewegt zu haben. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass Magdowski im Rathaus ausgebremst wurde. Das Verhältnis zwischen ihr und Jakobs galt als angespannt. „Es ist nicht so, dass vorher gar nichts gemacht wurde“, betonte Jakobs am Dienstag. Teilweise müsse man aber „nachjustieren“.

Nachjustieren, möglichst zügig, den Schulentwicklungsplan voran

„Wir sind nicht nur dafür zuständig, dass ausreichend Papierhandtücher auf den Schultoiletten liegen“, sagt sie. „Schule ist immer mehr Lern- und Lebensort. Da kann man auch als Kommune aktiv werden.“ Für gute Ganztagsangebote will sie sich einsetzen, dafür, dass Kinder am Nachmittag gute Lern- und Freizeitmöglichkeiten haben, egal aus welchem Elternhaus sie stammen. Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit – typische SPD-Schlagworte, mit denen auch Manja Schüle, die Büroleiterin von Bildungsminister Günter Baaske, in Potsdam in den Bundestagswahlkampf zieht. Offenbar Zufall. Sie habe nicht vor, in eine Partei einzutreten, betont Noosha Aubel. „Ich bin hier nicht auf dem Ticket einer Partei ins Amt gekommen.“ Das Gespräch mit dem Bildungsministerium wolle sie aber bald suchen. Womöglich wird es dabei auch um freie Schulen gehen. In Hilden seien 50 Prozent der Schulplätze von freien Trägern zur Verfügung gestellt worden – ein enorm hoher Wert. Ob das auch ein Ziel für Potsdam sein könnte, müsse sich zeigen.

Vorliebe für Jazz und Alternative

Schnell einarbeiten muss sich die Halb-Inderin in die Kulturszene, die im alten Job nicht zu ihrer Zuständigkeit gehörte. Auch dabei lässt Noosha Aubel nichts anbrennen. Sie hat die künftige Intendantin des Hans-Otto-Theaters, Bettina Jahnke, bereits kürzlich in Düsseldorf gesprochen. Jahnke, die im Sommer 2018 an die Potsdamer Bühne kommt, hat angekündigt, einen Großteil des Ensembles austauschen zu wollen. Auch die Zukunft der Künstler im Rechenzentrum ist ein umstrittenes Thema, mit dem sich die gerne Jazz und Alternative hörende neue Dezernentin jenseits von schönen Konzertbesuchen beschäftigen muss. Welcher ihrer drei Bereiche ihr besonders liegt? „Ich will kein Lieblingskind heranzüchten“, sagt Noosha Aubel. Sport mag sie jedenfalls und startet dabei nicht gemächlich. Gleich morgen geht es auf Turnhallenbaustellentour durch die Stadt. Sie selbst geht gerne joggen. Tempoläufe. Was sonst.

Das Quartett ist komplett

Noosha Aubel
(parteilos) ist Anfang März von der Stadtverordnetenversammlung für acht Jahre zur neuen Beigeordneten für Bildung, Kultur und Sport gewählt worden. Sie erhielt im ersten Wahlgang 39 Ja- und 13 Nein-Stimmen. Damit ist die Beigeordnetenriege nach langer Zeit und mehreren Personalquerelen wieder komplett.

Bernd Rubelt (parteilos) war im Januar zum Baubeigeordneten gewählt worden, nachdem der erste Kandidat, Christof Nolda (Grüne), im Dezember 2016 durchgefallen war.

Mike Schubert (SPD) war vergangenen Juli erst im dritten und letzten Wahlgang zum Sozialbeigeordneten gewählt worden.

Burkhard Exner (SPD) ist seit August 2002 Finanzbeigeordneter und seit 2006 auch Bürgermeister.

Von Marion Kaufmann

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