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Potsdam Mit Waffeleisen auf der Westkurve
Lokales Potsdam Mit Waffeleisen auf der Westkurve
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21:57 14.03.2016
Anisa Hofmann trifft schon die ersten Vorbereitungen für die dritte Saison des Bauwagencafés. Quelle: Foto: Marion Kaufmann
Brandenburger Vorstadt

Anisa Hofmann öffnet die Lucke. Sie klappt die hölzernen Fensterläden samt Fenster zur Seite und lässt kalte Winterluft in den Bauwagen. Die 23-Jährige schaut nach draußen, auf den noch leeren Platz vor dem bunten, mit Graffiti besprühten Wagen. Bald werden hier wieder Kinder mit puderzuckerverschmierten Mündern spielen, Rentner ihre Kaffeebecher auf dem Rollatortischchen abstellen, Flüchtlinge Kontakte knüpfen. „Man schaut aus der Luke auf eine bunte Welt“, sagt Anisa Hofmann, eine der „Kaffeetanten“ des Bauwagencafés auf dem Sport- und Spielplatz Westkurve in der Brandenburger Vorstadt.

Im April starten die „Kaffeetanten“ zum traditionellen Frühjahrsputz auf der Westkurve in ihre dritte Saison. Einmal pro Woche, immer mittwochs, öffnen die freiwilligen Helferinnen dann bis in den Herbst hinein den Bauwagen, bieten Kaffee, Saft und Waffeln an oder im Sommer auch mal Quark mit Melone. Die Spenden, die die Hobbybetreiber einnehmen, gehen an die Initiative Westkurve, die den Platz an der Hans-Sachs-Straße mit ihren Nachkriegswohnblöcken seit Jahren belebt. „Das Café hat sich zu einem richtigen Treffpunkt im Kiez entwickelt“, sagt Anisa Hofmann, die in Potsdam Grundschullehramt studiert. Auf Bierbänken vor dem Bauwagen wird geschwatzt, gespielt und gemalt. Der Plausch am Waffeleisen ist auch eine prima Tausch- und Infobörse. Am schwarzen Brett am Sportplatzeingang direkt gegenüber des Bauwagens hängt ein Zettel: „5-köpfige Familie sucht 4-5 Zimmer mit Balkon, max. 1000 Euro kalt.“

Die „Kaffeetanten“ suchen noch Helfer

Die „Kaffeetanten“ wurde die Truppe um Anisa Hofmann irgendwann getauft. Der Name habe sich eingeschlichen, obwohl in der vergangenen Saison auch mal zwei Männer an der Kaffeemaschine standen und die Initiatorinnen den Namen gar nicht so gerne hören. Ein harter Kern von rund sechs Frauen kümmert sich um den Bauwagen, Studenten wie Anisa oder Mütter, die gerade in Elternzeit sind oder verkürzt arbeiten und am Nachmittag ein paar Stunden Zeit für den guten Zweck und den Spaß an der Gemeinschaft entbehren können. Für die neue Saison, sagt Anisa Hofmann, werden noch Helfer gesucht. Die 23-Jährige stammt aus Hessen und ist fürs Studium nach Potsdam gekommen. „Hier fühlt man sich schnell zu Hause“, sagt Anisa über die Brandenburger Vorstadt. „Die Menschen sind unheimlich freundlich und offen.“ Momentan warteten schon alle darauf, dass der Nachbarschaftstreff an der frischen Luft wieder öffnet. Das Besondere sei die Mischung an Leuten, die sich rund um den Bauwagen versammelt. Selbst bei Regen scharen sich Grüppchen vor dem Waffelstand, erzählt Anisa Hofmann. Manchmal schauen nur zehn, an anderen Nachmittagen 50 Leute beim Café vorbei. Aber irgendjemand kommt immer. „Es ist schon vorgekommen, dass der Teig ausgegangen ist und wir noch schnell Zutaten nachkaufen mussten“, sagt die Studentin. Improvisation ist alles. Gerade das Unperfekt-Lockere mache das Café bei den Anwohnern so beliebt, meint sie.

Die Westkurve

Die Bürgerinitiative Westkurve wurde 2007 gegründet und tritt für eine Neugestaltung der Sport- und Freizeitanlage Hans-Sachs-Straße ein.

Die Mitglieder der Initiative haben ihren Lebensmittelpunkt in der Brandenburger Vorstadt. „Uns liegt unser Stadtteil am Herzen“ heißt es auf der Homepage. Die Mitglieder wollen sich aktiv an der Gestaltung der Brandenburger Vorstadt beteiligen und „zu einer gelingenden Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnort beitragen“.

Zu den Aktivitäten zählen Sportangebote wie Fußball, Volleyball, Bogenschießen und Frisbee sowie Feste.

Informationen unter www.westkurve-potsdam.de

Von Marion Kaufmann

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