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Potsdam Mittelmark: 100 Prozent für CDU-Kandidat
Lokales Potsdam Mittelmark: 100 Prozent für CDU-Kandidat
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12:07 10.06.2016
CDU-Mann Franz Herbert Schäfer will den Dienstleistungsgedanken in der Verwaltung stärken. Quelle: Jens Steglich
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Mittelmark

Mehr Geschlossenheit kann eine Partei nicht zeigen: Die mittelmärkische CDU geht mit einem Kandidaten ins Rennen um den Chefsessel im Landratsamt, der die einmütige Unterstützung der Parteibasis hat. Bei der geheimen Wahl zur Nominierungsversammlung im Werderander Schützenhaus bekam Franz Herbert Schäfer am Mittwochabend 46 Ja-Stimmen von 46 anwesenden CDU-Mitgliedern. Der Nominierte kommentierte die 100 Prozent Zustimmung mit der Bemerkung schelmisch: „In der Zeitung wird stehen: Sozialistische Verhältnisse in der CDU“.

Schäfer, der in Schenkenberg (Gemeinde Groß Kreutz/Havel) lebt, hatte eine engagierte Bewerbungsrede gehalten, in der sich der Herausforderer von SPD-Amtsinhaber Wolfgang Blasig angriffslustig zeigte. Dass der Landkreis so gut dastehe, sei ein wesentliches Verdienst der mittelmärkischen CDU. „Im Koalitionsvertrag von 2014 finden sich 90 Prozent des CDU-Wahlprogramms“, sagte Schäfer. Der 56-Jährige sieht deshalb die Zeit gekommen, „den Stab selbst in die Hand zu nehmen“ und will im Fall seiner Wahl ein „Landrat der Bürger“ sein.

Landratskandidat

Franz Herbert Schäfer (56) wurde in Siegen (Nordrhein-Westfalen) geboren und ist in einem Dorf in der Nähe von Siegen aufgewachsen.

Er kam 1992 nach Brandenburg und arbeitete für ein Jahr im Justizministerium des Landes und lernte dort seine Frau kennen, mit der er zwei Söhne im Alter von 16 und 19 Jahren hat.

Seit 1993 arbeitet er als Personaldezernent beim Brandenburgischen Oberlandesgericht und ist für mehr als 1300 Mitarbeiter zuständig.

Schäfer lebt seit 1996 mit seiner Familie in Schenkenberg (Gemeinde Groß-Kreutz/Havel).

Seit 2008 gehört das CDU-Mitglied der Gemeindevertretung Groß Kreutz/Havel an und ist Vorsitzender des Gemeindeparlamentes.

In der Kreisverwaltung müsse der Dienstleistungsgedanke „für den Bürger wahrnehmbar in den Vordergrund rücken“. Für den Schenkenberger, der als Personaldezernent beim Brandenburgischen Oberlandesgericht arbeitet, heißt das auch:  Kreisangestellte müssen Ermessensspielräume bei Anträgen so ausschöpfen, „dass dort, wo es möglich ist, im Zweifel zugunsten des Antragstellers entschieden wird“.

Zuvor hatte er scharf kritisiert, dass überall im Landkreis „ein Stöhnen zu vernehmen ist“, wenn es um die Bearbeitung von Anträgen, etwa um Bauanträge, gehe. „Wolfgang Blasig hat 2009 das Amt übernommen. Wenn er im ersten Jahr zunächst schaut und analysiert, wie es läuft, ist das klug. Wenn er im zweiten Jahr zusieht, kann man das noch als besonnen durchgehen lassen. Wenn das im dritten und vierten Jahr immer noch so ist, kann man nur von Zögerlichkeit reden“, sagte der CDU-Landratskandidat.

Blasig hätte in Damsdorf präsent sein sollen, sagte Schäfer

Schäfer warf dem Amtsinhaber zudem vor, in brisanten Situationen keine Präsenz gezeigt zu haben. Er verwies auf eine „riesige Bürgerversammlung in Damsdorf“, als in der früheren Kaserne 600 Flüchtlinge untergebracht werden sollten. „Der Fachbereichsleiter bekam allen Unmut ab, die Spitze des Landkreises ließ sich nicht blicken“, so Schäfer: „Der Landrat hätte dort die Not, in der der Landkreis offensichtlich steckte, erklären und damit für mehr Ruhe sorgen können.“

Schäfer, der verheiratet und Vater von zwei Söhnen ist, war auf Kreisebene bislang eher unbekannt, hat sich aber in Groß Kreutz/Havel großen Respekt erworben. Er ist seit 2008 Vorsitzender der Gemeindevertretung und gilt als Mann des Ausgleichs, der es in der zuvor sehr zerstrittenen Kommune verstand, den politischen Gegner ernstzunehmen und mitzunehmen. Mit dem frisch gekürten CDU-Kandidaten sind es bislang vier Bewerber, die Landrat werden oder bleiben wollen. Neben Blasig und Schäfer stellen sich der Teltower Andreas Schramm für die Piraten und der Borkheider Sven Schröder für die AfD am 25. September zur Wahl.

Vize-Landrat Stein ist mit seinem Job zufrieden

Warum der amtierende CDU-Vizelandrat Christian Stein nicht für die Christdemokarten ins Rennen geht, erklärte Stein (59) so: „Ich habe ein Amt, das mich voll ausfüllt. Ich will es bis zu meinem Eintritt in den Ruhestand mit 65 weiter ausfüllen, um danach den Ruhestand zu genießen.“

Von Jens Steglich

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