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Potsdam Pläne zum RAW entzweit Potsdamer Initiative „Mitteschön“
Lokales Potsdam Pläne zum RAW entzweit Potsdamer Initiative „Mitteschön“
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00:23 03.12.2018
Animation mit dem Blick auf den Neubau mit integrierter Halle des RAW. Quelle: The RAW Potsdam
Südliche Innenstadt

Der angekündigte Neubau auf dem Gelände des einstigen Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) an der Friedrich-Engels-Straße sorgt für einen Richtungsstreit bei der Initiative Mitteschön. Sprecherin Barbara Kuster sieht die Initiative gefordert, ihr Mitstreiter Willo Göpel hingegen mahnt: „Wir sollten uns als Mitteschön nicht in Industriegebieten verkämpfen.“

Wie berichtet, hatte Ludger Brands von der Potsdam School of Architecture die Entwürfe nach der ersten Präsentation in der MAZ heftig kritisiert. „Identität, Maßstab der Stadt“ würden „missachtet“, das Denkmal werde „überbaut und damit desavouiert“. Die 1912 errichtete bis zu 14 Meter hohe Neue Halle des RAW soll für das Projekt mit einem bis zu 33 Meter hohen Neubau überspannt werden, der Investor spricht von 1000 Arbeitsplätzen vorzugsweise in der Digitalwirtschaft.

„Öde Betonkisten oder futuristisch Diffuses unter dem Deckmantel ,modern’“

Skizze des geplanten Neubaus über den RAW-Hallen. Quelle: Stadtverwaltung Potsdam

Kritik kam auch von Wieland Niekisch, dem Stadtbezirksvorsitzenden der CDU in Potsdam-West. In einer polemischen Erklärung vergleicht er zunächst die „massiven Betonfassaden“ für den geplanten Hotelneubau am Freizeitbad „Blu“ mit der Maginot-Bunkerlinie in Nordfrankreich, um dann zum RAW zu kommen: „Und jetzt das einmalige RAW-Denkmal in der Teltower Vorstadt, das nach der zu begrüßenden Restaurierung mit einem gigantischen Torriegel überzogen werden soll.“ Das aber „passt nicht zu Potsdam und seinem Maß“, mahnt Niekisch.

Barbara Kuster begrüßte die Erklärung des Politikers: „Mitteschön schließt sich dieser Meinung an“, erklärte sie per Mail. „Entweder sind es öde Betonkisten oder futuristisch Diffuses, was da unter dem Deckmantel ,modern’ in unserer Stadt gebaut werden soll.“ Kuster fordert: „Der gute Ansatz vom Alten Markt sollte aufgenommen werden. Modern geht auch anders, wie wir gesehen haben.“ Göpel hingegen erklärte, der architektonische Ansatz für das RAW-Projekt sei „nicht falsch“.

Die Initiative „Mitteschön“ formierte sich 2007 im Streit um den am historischen Original orientierten Wiederaufbau des Stadtschlosses. Jüngste Wortmeldung war eine heftige Kritik an dem geplanten Hotelneubau auf dem Eckgrundstück Französische Straße/Am Kanal neben der Hauptost.

Die Stadtverordneten sollen am Mittwoch die Aufstellung eines vorgezogenen Bebauungsplans für das Gelände beschließen. Nach dem aktuellen Zeitplan soll die 100-Millionen-Euro-Baustelle bis 2021 erledigt sein.

Von Volker Oelschläger

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