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Potsdam Mitteschön will mehr Historisches im Block III
Lokales Potsdam Mitteschön will mehr Historisches im Block III
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20:24 15.03.2018
Hans-Joachim Kuke vom Stadtschlossverein. Quelle: Michael Hübner
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Innenstadt

Die Bürgerinitiative Mitteschön wünscht sich mehr Mitsprache für die Bürger bei der Errichtung der neuen Wohnkarrees, die zwischen Landtag und Stadt- und Landesbibliothek auf dem FH-Areal entstehen sollen. Die Initiative will sich nicht damit abfinden, dass nur wenige Fassaden historisch rekonstruiert werden. „Es ist nicht einzusehen, dass ein Interessent an einem der Grundstücke offenbar aus dem Bewerbungsverfahren ausgeschlossen wird, wenn er eine historische Fassade bauen will“, kritisiert Hans-Joachim Kuke vom Stadtschlossverein. Auch Mitteschön-Sprecherin Barbara Kuster befürchtet in den Karrees eine zu große Uniformität und mangelnde Plastizität. Wie berichtet, läuft derzeit die Ausschreibung des Sanierungsträgers für den Block III – das Karree gegenüber vom Landtag.

Die Fachhochschule wird ab dem 6. November abgerissen. Im September starteten Abriss-Gegner einen 24-stündigen Staffellauf gegen den Rückbau. Quelle: Friedrich Bungert

Was Mitteschön Sorgen macht: Als einzige historische Fassaden sind das Haus am Alten Markt 17 – ein Knobelsdorff-Bau – und der „Plögersche Gasthof“ an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße vorgesehen. Dabei seien für das Haus des Brauers Ludwig Krüger sogar Entwurfsskizzen von Knobelsdorff erhalten, auch zwei andere Gebäude stammten „mit großer Wahrscheinlichkeit von Knobelsdorff“, so Kuke: „Völlig unverständlicherweise sind sie gar nicht erst als Leitbauten definiert worden.“ Das Leitbautenkonzept und die Verfahrensregelungen für das laufende Interessenbekundungsverfahren für Block III würden Rekonstruktionen nur durch Kann-Bestimmungen und Empfehlungen anstelle von bindenden Vorgaben zulassen.

Alte Ansicht des Plögerschen Gasthofes. Quelle: Otto Zieler

Ein Negativ-Beispiel in der Mitte ist aus Kukes Sicht der „Einsiedler“ an der Schlossstraße/Friedrich-Ebert-Straße: Hier sei die Rekonstruktion des berühmtesten Hotels der Stadt verhindert worden: „Und das, obwohl ein Investor die originalgetreue Fassadenrekonstruktion angeboten hatte.“ Für Block III sei der Zug aber noch nicht abgefahren. „Solange nicht die Bauarbeiten losgehen, lassen sich noch Dinge korrigieren“, so Kuke.

Sanierungsträger-Chef Bert Nicke sagte auf Anfrage, man sei sich mit Mitteschön „darin einig, in der Mitte ein lebendiges und attraktives Quartier auf dem historischen Stadtgrundriss schaffen“ zu wollen – inklusive der detailgetreuen Rekonstruktion einiger historischer Fassaden. Über die Gestaltung der übrigen Fassaden im Block III soll eine Kommission mit Fachleuten und Bauausschuss-Mitgliedern im Rahmen des laufenden Investorenwettbewerbs entscheiden, so Nicke: „Dabei wären nach den Gestaltungsvorgaben im Ergebnis sowohl historisierende als auch moderne Fassadengestaltungen denkbar.“

Sanierungsträger-Chef Bert Nicke zeigt auf dem Modell den künftigen Block III gegenüber vom Landtag. Quelle: Pro Potsdam

Nicke betont, dass man in der ersten Verfahrensphase nur die Nutzungskonzepte, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Investoren und eingereichte Referenzen zur Bewertung hinzugezogen habe – Gestaltungsentwürfe hätten noch gar nicht vorgelegen: „Die Sorgen von Mitteschön, dass wir Investoren wegen vorgelegter Baukonzepte ausgeschlossen hätten, sind deshalb unbegründet.“

Entwürfe werden öffentlich gezeigt

Die Wünsche von Mitteschön für die Gestaltung der Wohnkarrees auf dem FH-Areal sind im Video „Potsdam, eine Stadt zum Verlieben“ auf www.mitteschoen.de zu finden.


Im Rahmen der Grundstücksausschreibung im Block III werden laut Sanierungsträger „zur Sicherung der Transparenz des Verfahrens“ alle Entwürfe anonymisiert in der Infobox am Alten Markt und im Internet gezeigt – bevor die Auswahlkommission entscheidet.

Von Ildiko Röd

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