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Potsdam Moderne Kunst für historische Sporthalle
Lokales Potsdam Moderne Kunst für historische Sporthalle
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19:08 30.05.2018
Rainer Düvell aus Berlin schraubt ein Netzwerk aus neonfarbenen Stangen an die alte Klinkerfassade. Das soll die Entwicklungswege des Gebäudes und der Nutzer symbolisieren und ist auch an Innenwänden zu sehen als eine Art Chronik. Quelle: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

Die Jury des Wettbewerbes wusste nicht, wen sie da vor sich hatte: Ohne Kenntnis der Einreicher bewertete sie die anonymen Vorschläge für ein Kunstwerk an der historischen Motor-Sporthalle in Babelsberg. Die wird seit Herbst 2017 saniert für 6,7 Millionen Euro. 2,1 Millionen davon gab der Bund und stellte eine Forderung: „Kunst am Bau“ sollte auf die Halle und ihre Geschichte aufmerksam machen, „Kunst am Bau“ war weit verbreitet zu DDR-Zeiten und danach unmodern geworden. Nun also die Wiedergeburt.

Rund 50 Künstler und Teams hatten sich am Wettbewerb des Kommunalen Immobilienservice (Kis) beteiligt; die Ideenvielfalt war so groß, dass man sechs Teilnehmer ausloste und zwei weitere bestimmte. Sie konnten die nördliche Schaufassade und die Dachfläche des Eingangsportals nutzen, das Foyer und den Windfang, den Zaun an der nördlichen Grundstücksgrenze oder den Pflasterbelag vor dem Haupteingang. Wenige entschieden sich für Zaun, Pflaster oder den Innenraum, die meisten reizte die Stirnseiten-Fassade und der Platz davor. Das Rennen machte der Berliner Architekt und Bildhauer Rainer Düvell mit einem Netz aus gelbgrün metallicfarbenen Aluminiumstangen, die auch im ehe trüben Herbst und Winter ganz stromlos leuchten.

Düvells Kunstwerk mit seinen 24 Sechs-Meter-Stangen wird im September an die Fassade geschraubt und findet sich als aufgemaltes Netzwerk auch auf Innenwänden wieder. Dort soll es die vielfältigen Wege des Bauwerkes und seiner sportlichen Nutzer über die Jahrzehnte zeigen: historische Markierungen werden ins Netz eingetragen. Die Kosten für den Wettbewerb und die Umsetzung belaufen sich auf rund 75000 Euro.

In der Begründung der Jury heißt es: „Der Entwurf einer auf die Außenfassade der Motorsporthalle gesetzten Aluminiumkonstruktion zeichnet sich durch eine starke Außenwirkung aus.“ Das Kunstwerks verspreche große Sichtbarkeit, lebe eigenständig auf der Fassade und erlaube viele Deutungen, die „nicht zwingend auf die Nutzung des Gebäudes verweisen“.

Kunst am Bau an der Motor-Sporthalle: „Und: Action“ wollte leuchtende Sport-Vignetten an die Fassade bringen, die sich „bewegen“, wenn der Betrachter sich bewegt. Quelle: Rainer Schüler

Das machten andere Teams anders. Die Darstellung „Und:Action“ nutzt scheibenförmige Leuchtbilder an der Fassade. Der Betrachter blickt durch eng „vergitterte“ Scheiben am Zaun dorthin, und wen er sich hin und her bewegt, bewegt sich auch das jeweilige Sport-Bild: ein Sprinter läuft dann vorwärts oder rückwärts, je nachdem, in welche Richtung der Betrachter sich vor dem Metall-Raster am Zaun bewegt. Dieser Entwurf hatte aber nicht genug Fernwirkung. Auch dem Gewirr der bunten Spielfeldlinien der neuen Halle, auf die Außenfassade und den Platz davor gemalt, fehlte die gewünschte Erkennbarkeit aus größerer Entfernung,

Die heutige Sporthalle des SV Motor Babelsberg wurde 1910 als Industriehalle erbaut und seit 1955 als Sporthalle genutzt. Seit 1993 ist der SV Motor Babelsberg neben dem Schulsport Hauptnutzer. Der Verein wurde 1949 als Betriebssportgemeinschaft „Karl Marx“ der VEB Karl Marx Babelsberg gegründet. 1950 wurde er in „BSG Motor Babelsberg“ umbenannt und war bis 1990 unter dem Namen bekannt. Dem Verein verdankt die Halle ihren Namen.

Die nach dem Sportverein Motor Babelsberg benannte Traditionshalle wird derzeit saniert und bekommt ein Kunstobjekt vor die Hauptfassade gehängt.

Der Kommunale Immobilien Service saniert und erweitert die Halle zurzeit. Im ersten Bauabschnitt wurden ab Herbst 2016 ein Seitenflügel abgerissen und eine neue Einfeldhalle gebaut, die barrierefreien erschlossen ist.

Der Altbau erhält einen Eingangsbereich und eine innere Erschließung mit einem Wartebereich. Die Sporthalle soll in ihrer technisch-industriellen Anmutung erhalten bleiben. Der ehemalige zentrale Hallenzugang an der Nordfassade wird wieder als zentraler Haupteingang geöffnet und baulich hervorgehoben.

Von Rainer Schüler

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