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Potsdam Hier soll eine Kita für 160 Kinder entstehen
Lokales Potsdam Hier soll eine Kita für 160 Kinder entstehen
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12:00 07.12.2018
Dieses Werkstattgebäude der früheren Kaserne Krampnitz soll zu einer Kita für rund 160 Kinder umgebaut werden. Der Kern des Hauses ist die lichtdurchflutete zweigeschossige Montagehalle. Quelle: GMP International
Krampnitz

Einst wurden Militärfahrzeuge in der zweigeschossigen Halle im früheren Kasernenareal Krampnitz repariert. Künftig könnten dort nicht nur Kinder spielen, sondern die Anwohner sich versammeln, Sport treiben, Feste feiern, Konzerte oder Theatervorstellungen sehen und sich als Gemeinschaft im neuen Stadtteil von Beginn an zusammenfinden.

Die ungewöhnliche Kombination könnte ein Schatz des Areals werden

„Heute würde man Gebäude nicht mehr in solchen Kombinationen bauen, doch sie sind die Schätze solcher Gebiete“, sagte Uli Hellweg, Stadtplaner und Mitglied des Forums Krampnitz.

Ein Werkstattgebäude der früheren Kaserne Krampnitz soll zu einer Kita für rund 160 Kinder umgebaut werden.

Dort wurde am Donnerstagabend die Machbarkeitsstudie des Architektur Büros Gerkan, Marg & Partner (Gmp) zur verfallenen Montagehalle vorgestellt. Die Idee, dort eine Kita mit einer öffentlichen Nutzung zu verbinden, stieß auf große Begeisterung.

Halle könnte gleichzeitig zum Kitabetrieb von anderen genutzt werden

„Es sieht verheerend aus. Man kann sich kaum vorstellen, dass dort eine Kita entstehen soll“, sagte Gmp-Architekt Markus Pfisterer über den aktuellen Zustand des Denkmals. Doch die Visualisierungen machten deutlich, wie dank der zahlreichen vorhandenen Oberlichter ein heller, 700 Quadratmeter großer Mehrzweckraum entstehen könnte.

„Die Kita braucht so eine hohe Halle nicht unbedingt, aber wir haben diskutiert, wie man verschiedene Nutzungen in dem Gebäude zusammenbringen kann und empfehlen den Erhalt der Halle“, sagt Pfisterer. Sie könnte einfach vom Kita-Trakt getrennt werden und dadurch sogar gleichzeitig zum Kitabetrieb extern genutzt werden.

Es muss ein Träger gefunden werden, der beides betreiben will

„Aber es muss erwähnt werden – das hat seinen Preis. Ein solcher Umbau ist teurer als eine übliche Kita. Wir suchen daher auch einen Träger, der gewillt ist, beides mit Leben zu füllen und diese Halle mitzufinanzieren“, sagte Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos). Für ihn wäre die kombinierte Nutzung ein „Zeichen für die Qualität der geplanten Konversion“.

Claus Wartenberg (SPD), der als Fahrlands Ortsvorsteher auch für Krampnitz verantwortlich ist, deutete bereits eine Lösung an. „Wir sind seit einem halben Jahr in Gesprächen mit der Kirche über die Trägerschaft an einer Kita in Krampnitz. Dass die neuen Einwohner hier nicht nur etwas für ihre Kinder finden, sondern auch einen Begegnungsbereich für sich haben, trifft bei der Kirche auf ein sehr konkretes Interesse“, sagte Wartenberg.

Im Sommer 2021 kommen die ersten Mieter der Deutsche Wohnen

Im Sommer 2021 werden nach aktuellem Zeitplan die ersten Mieter einziehen. Im Bereich der denkmalgeschützten sogenannten Klinkerhöfe hat der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen (DW) bereits die Bauanträge für die ersten vier Gebäude gestellt. Ab Sommer 2019 entstehen dort 186 Wohnungen. Voraussichtlich acht Monate später wird mit dem Bau von 250 weiteren Wohnungen begonnen, wie der Projektleiter der DW, Alexander Salimi, im Forum bekanntgab.

Für die ersten Mieter wird es eine temporäre Kita geben. Spätestens im August 2022 soll dann die erste Krampnitzer Grundschule mit einer integrierten Kita eröffnet sein. Dafür soll Anfang 2019 ein Wettbewerb für Architekten und Freiraumplaner durchgeführt werden. Bereits im Mai soll ein Gewinner feststehen.

Idee für die Bauphase: Baumaterial und Aushub über den Wasserweg abwickeln

Eine logistische Idee für die Bauphase des gesamten Wohngebiets für 10 000 Menschen brachte Georg Bittcher (Die Andere) ein. Er schlug ein temporäres Baulogistikzentrum am Ufer des Krampnitzsees vor, um über den Wasserweg den Aushub und jene Baumaterialien, die in Massen anfallen, abzuwickeln und der B 2 damit viel Schwerlastverkehr zu ersparen. „Das ist ein interessanter Aspekt, den wir prüfen sollten“, sagte Rubelt dazu.

Frühere Ideen für die Nachnutzung

Seit Anfang der 1990-er steht das Kasernengelände Krampnitz leer. Für die Nachnutzung gab es diverse Ideen: Als Gewerbefläche, Motocross-Strecke und sogar als Fußball-Erlebniswelt samt Museum sollte das Areal entwickelt werden. Auch ein Stadionneubau für die Fußballerinnen von Turbine Potsdam zur WM 2011 wurde erwogen.

2007 kaufte ein dänischer Investor die Fläche – für einen Villenvorort mit Reitsportzentrum. Der Verkauf wurde zum Skandal mit jahrelangem Rechtsstreit um die Eigentumsverhältnisse, aber der Grundgedanke einen neuen Stadtteil zu etablieren, blieb. 2013 fiel der Grundsatzbeschluss, dass das unter städtischer Regie geschehen soll. Die Einwohnerzahl wurde von 3800 auf 10 000 aufgestockt.

Von Peter Degener

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