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Moritz von Treuenfels debütiert

Premiere am Potsdamer Hans-Otto-Theater Moritz von Treuenfels debütiert

Am Freitagabend beginnt mit dem Stück „Geächtet“ von Ayad Akhtar die diesjährige Saison des Potsdamer Hans-Otto-Theaters. Die Hauptrolle spielt das neue Ensemblemitglied Moritz von Treuenfels. Das Publikum darf auf den 1988 geborenen Schauspieler gespannt sein.

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„Parallelen zum BER sind unangemessen“

Moritz von Treuenfels debütiert am Hans-Otto-Theater.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Wenn sich das Potsdamer Theaterpublikum am Freitagabend um 19.30 Uhr zur ersten Premiere der Spielzeit 2016/17 im Neuen Haus einfindet, werden sich gleich mehrere Fragen beantworten. Eine davon ist natürlich die, ob es auch dem Potsdamer Regisseur von Ayad Akhtars Erfolgstück „Geächtet“, Elias Perrig, gelingen wird, ein ähnlich großes Interesse zu erregen, wie es seinem New Yorker Kollegen 2013 am Broadway gelang. Akhtars Stück wurde dort mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und zum Publikumsrenner.

Manch einer der Premierenbesucher wird aber auch gespannt sein, ob dem neuen Ensemblemitglied Moritz von Treuenfels ein Traumstart gelingt. Er spielt in „Geächtet“ einen jungen Moslem mit pakistanischen Wurzeln. Von Treuenfels ist trotz seiner Jugend nicht ohne Meriten. In Düsseldorf erhielt er den Publikumspreis „Gustaf“ des Schauspielhauses und der Rheinischen Post. Er spielt dort auch weiterhin, nun aber als Gast, in Ferdinand von Schirachs Debütstück „Terror“. Das von der Kritik und Publikum gleichermaßen hochgelobte Stück bezieht die Zuschauer in einen Gerichtsprozess ein und konfrontiert sie per Abstimmung mit der Frage, ob man ein von Terroristen gekapertes Flugzeug abschießen darf, wenn sich dadurch eine größere Tragödie lässt. Von Treuenfels brilliert dort an der Seite solcher Schauspielikonen wie Nicole Heesters.

Befragt, warum er nach Potsdam gekommen sei, verrät der 1988 im ostholsteinischen Eutin geborene Schauspieler, dass ihm Potsdam schon seit seiner Kindheit vertraut ist, weil hier sein Onkel wohne. Der habe den kleinen Moritz auf den Schultern durch den Park Sanssouci getragen und dabei erzählt, dass der hiesige König ein vorzüglicher Flötenspieler gewesen sei. Musik interessierte den Jungen frühzeitig und so begann er mit sieben Jahren Violoncello zu spielen und hatte damit Erfolg. Er erhielt mehrere Preise wurde sogar bei „Jugend musiziert“ ausgezeichnet.

Erst Musiker, dann Schauspieler

Zur Schauspielerei fand er dagegen recht spät, als er bei der Schülerinszenierung in der 12. Klasse seiner Schule die Hauptrolle in Tschechows „Iwanow“ übernahm. Von Treuenfels gelang bereits 2009 auf Anhieb der Sprung an die renommierte „Otto-Falkenberg“ Schauspielschule in München und trat dort sogar schon während seines Studiums an den Münchener Kammerspielen auf. Den Wechsel von Düsseldorf nach Potsdam begründet er auch mit dem Umstand, dass Intendant Tobias Wellemeyer so viele experimentierfreudige junge Regisseure an das Potsdamer Theater holte.

Von Treuenfels’ neue Rolle als Hussein, einem jungen Moslem, der sich in Abe umbenennt, um von der Gesellschaft angenommen zu werden, zeigt die verheerenden Folgen einer gescheiterten Integration auf. Abe nimmt wieder seinen ursprünglichen Namen Hussein an und radikalisiert sich. Akhtars Blick auf eine scheinbar geordnete Welt der Bürgerlichkeit und Toleranz zeigt vor allem, wie dünn das zivilisatorische Eis ist, auf dem wir alle wandeln. Akhtars Stück ist ein bissiges Gesellschaftsdrama zu Themen wie Assimilation und Selbstbehauptung, Hass und Selbsthass. Es lebt von seinen rasanten Dialogen. Ein Paradefeld für gute Schauspieler. Auch für Moritz von Treuenfels.

Premieren am Hans-Otto-Theater

Mit dem Stück „Geächtet“ von Ayad Akhtar wird heute Abend die neue Spielzeit des Hans-Otto-Theaters eröfnet. Das Stück war 2013 ein Sensationserfolg am New Yorker Broadway und wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Die nächste Premiere
folgt am 8. Oktober. Dann wird die Komödie „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ des französischen Autors Joel Pommerat aufgeführt.

Mit dem Gedankenexperiment „Terror“ von Ferdinand von Schirach wird das Publikum am 14. Oktober in der Reithalle vor eine Entscheidung gestellt. Darf ein Pilot der Bundeswehr eine von Terroristen gekidnappte Linienmaschine abschießen, um so die Besucher eines voll besetzten Fußballstadions zu retten?

Als neue Reihe öffnet im Oktober die „Stadt der Zukunft“ ihre Pforten und lädt ein zu Kunst, Diskurs und Begegnungen. Start der Talkrunde ist am 19. Oktober.

Von Lothar Krone

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