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Moschee-Streit in Potsdam scheint beigelegt

Potsdam Moschee-Streit in Potsdam scheint beigelegt

Auch an diesem Freitag haben wieder mehrere hundert Muslime an der Al Farouk Moschee gebetet. Weil die Moschee zu klein ist, weichen viele auf die Straße aus. Das gefällt nicht allen. Die AfD hatte zu einer Kundgebung aufgerufen, die wurde von Linken gestört. An der Moschee sind unterdessen Hetz-Aufkleber aufgetaucht.

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„So ein Ding verpflichtet“

Freitagsgebet vor der überfüllten Moschee Am Kanal.

Quelle: Foto: gartenschläger

Innenstadt. Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) hat dem Verein der Muslime in Potsdam gestern bei einem Gespräch die Orangerie der Biosphäre als Ausweichquartier für das Freitagsgebet angeboten. Der Verein werde sich das Gebäude anschauen und in den nächsten Tagen entscheiden, ob es als Gebetsraum in Frage kommt, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow der MAZ. Bereits ab kommenden Freitag könne die Orangerie genutzt werden. „Wir müssen gucken, ob dieser Raum geeignet ist“, sagte Imam Kamal Mohamad Abdallah, Vorbeter in der Moschee. Die Biosphäre sei „ein bisschen weit entfernt“.

Man habe bereits viele Angebote bekommen, jedoch seien die Mieten für die Räume zu hoch gewesen. Interesse habe der Moschee-Trägerverein an einem leerstehenden Supermarkt am Bisamkiez gezeigt. „Hauptsache, wir finden eine langfristige Lösung“, sagte der Imam.

AfD postierte sich nicht in Sichtweite der Muslime – Antifa störte die Kundgebung

Mehr als 200 Muslime mussten am Freitag wieder auf der Straße beten. Dagegen hatte die rechtspopulistische AfD gestern Stimmung („Der Islam gehört nicht zu Deutschland“) machen wollen – wie schon am Freitag zuvor. Einige Parteimitglieder postierten sich mit ihrem Infostand in der Joliot-Curie-Straße – nicht in Sichtweite der Gläubigen. Die Polizei hatte dem Imam vor Beginn des Gebetes geraten, sich „nicht provozieren zu lassen“. Muslime boten Passanten einen süßen Gruß: Jeder, der mochte, durfte bei Keksen zugreifen. Weniger nett ging es naturgemäß zwischen AfD-Leuten und Linken zu. Der Stand der AfD wurde von der Antifa gestört. Daraufhin erteilte die Polizei Platzverweise.

Orangerie soll eine Übergangslösung sein

„Es ist damit sichergestellt, dass die Freitagsgebete künftig in einem entsprechend großen Raum stattfinden können. Ich freue mich, dass wir dem Verein mit seiner Gemeinde in einer Notsituation helfen können“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Mit dem Angebot der Stadt werde nach der Prüfung dutzender Liegenschaften nun ein Versprechen zur Unterstützung bei der Suche nach einem Gebetsraum eingelöst. Zunächst war auch die Fachhochschule am Alten Markt als zentralerer Standort im Gespräch gewesen. Dort seien aber keine geeigneten Räume gefunden worden, sagte Brunzlow. Die Orangerie würde jeweils freitags an den Verein vermietet. Dies sei aber nur eine Übergangslösung für den Winter, bis ein neuer Standort für ein größeres Gemeindezentrum gefunden sei.

Hetzbotschaften klebten an der Moschee

Seit Monaten sucht der Verein der Potsdamer Muslime fieberhaft nach größeren Räumen. Durch den Zuzug von Flüchtlingen hat sich die Zahl der Gläubigen, die am Freitagsgebet in Brandenburgs einziger Moschee teilnehmen, verdreifacht. Der 120 Quadratmeter große Raum war längst nicht mehr ausreichend. Am vergangenen Mittwoch hatte es bereits ein Vorgespräch im Rathaus gegeben. Dabei hatte sich für die Al Farouk Moschee Am Kanal, die einzige Moschee Brandenburgs, eine Lösung angebahnt.

Wiederholt wurden laut Verein Hetzsaufkleber an der Moschee angebracht, auch gestern mit der auf Arabisch formulierten Forderung nach „Schließung aller Moscheen in Deutschland“. Der Sozialbeigeordnete Schubert entfernte mit Vereinsmitgliedern die Sticker.

Von Ricarda Nowak und Marion Kaufmann

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