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Mozarts mutmaßliches Gästezimmer restauriert

Am Bassinplatz 10 in Potsdam Mozarts mutmaßliches Gästezimmer restauriert

Wo wohnte der geniale Komponist, als er anno 1789 dem preußischen König seine Aufwartung machte? Ein mögliches Domizil befand sich am heutigen Bassinplatz 10. Wie es sich damals so in einem gutbürgerlichen Haushalt in der Residenz lebte, macht eine mustergültige Restaurierung jetzt wieder erlebbar. Das Ergebnis: Auch Bürgerliche wollten wie Könige leben.

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Gunnar Belden wird noch in dieser Woche einziehen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Hat er oder hat er nicht? War Mozart tatsächlich Promi-Schlafgast in dem Bürgerhaus am Bassinplatz 10, das 1773 von Carl von Gontard entworfen wurde? Hundertprozentig belegt ist es nicht, aber auch nicht ganz unwahrscheinlich. Der Kompositeur soll hier 1789 beim Hornisten Türschmidt logiert haben. Gesichert ist, dass er vor dem König konzertierte – aus dem Wechsel an den Preußen-Hof wurde aber nichts. An Gattin Constanze schrieb Mozart: „Mein liebes Weibchen! Potsdam ist ein teurer Ort, und ich muss hier auf eigene Kosten zehren. So musst Du Dich bei meiner Rückkehr schon mehr auf mich freuen als auf das Geld …“

Hermann A

Hermann A. Kremer im Treppenhaus.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Ziemlich unbezahlbar war zumindest das Ambiente am Bassinplatz. Wie es sich einst in besseren bürgerlichen Kreisen so lebte, kann man dank dreijähriger musterhafter Restaurierung jetzt wieder hautnah erleben. „Wir haben hier die am vollständigsten erhaltene Raumfolge in einem barocken Haus“, schwärmten Stadtkonservator Andreas Kalesse und Roland Zurkuhlen von der Unteren Denkmalbehörde am Montag bei einer Führung.

Die Stiftung Kremer

Das „Mozarthaus“ am Bassinplatz 10 im Besitz des Arztes Hermann A. Kremer. Auch die Stadt hat die Restaurierung finanziell gefördert.

Kremer hat die „Potsdam Stiftung Kremer“ ins Leben gerufen. U. a. ist er der Gründer des Museums in der Alexandrowka.

OB Jann Jakobs (SPD) ließ sich dabei von Restauratorin Doreen Duras erklären, wie raffiniert sich die betuchte Bürgerschicht das bewunderte höfische Ambiente in die gute Stube holte. Man ließ sich Vasen, Säulen und Medaillons mit Herrscherporträts einfach an die Wand pinseln. In den Malereien kann man sogar reale künstlerische Vorbilder ausmachen – aus dem Freundschaftstempel und Antikentempel sowie vor allem aus dem Neuen Palais.

Prachtvolle Details sind wieder aufgetaucht

Prachtvolle Details sind wieder aufgetaucht.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Noch in dieser Woche wird sich wieder ein Mieter an den originalen Dielen, Treppen und Türen erfreuen können. Zwar müssen sich Gunnar Belden und seine fünf Mitarbeiter der „Maturias Personalberatung“ auf ein paar Einschränkungen gefasst machen: keine Nägel in die Wände schlagen, Vorsicht mit Flüssigkeiten!

Oberbürgermeister Jann Jakobs (MItte) lässt sich die Besonderheiten der Wohnung erklären

Oberbürgermeister Jann Jakobs (MItte) lässt sich die Besonderheiten der Wohnung erklären.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Aber solche Kleinigkeiten sind leicht zu verschmerzen, wenn man dafür mittendrin in einem barocken Bilderbuch-Ambiente arbeiten darf.

Von Ildiko Röd

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