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Potsdam Mülldetektive im leimfreien Holzhaus
Lokales Potsdam Mülldetektive im leimfreien Holzhaus
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18:49 14.06.2018
Die Stadt Potsdam hat in der Schinkelhalle den Klimapreis 2018 verliehen. Steve Müller nahm ihn für den SV Babelsberg 03 entgegen. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Prima Klima am Donnerstagabend in der Schinkelhalle in der Schiffbauergasse: Der Potsdamer Klimapreis wurde verliehen. Damit würdigen die Landeshauptstadt, das Energie-Forum, die Stadtwerke und das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung die besten Ideen zum Klimaschutz. Bereits zum siebten Mal war der Preis ausgelobt worden – und rief so viele Bewerbungen wie nie zuvor auf den Plan. Eine Fachjury hatte das letzte Wort und wählte aus den insgesamt 23 Teilnehmern die sechs Preisträger aus: drei in der Kategorie „Schulen“, drei in der Kategorie „Bürger“.

Drei Schulen – ein Problem: Der Müll

Für die Schulen stand in diesem Jahr das Thema Müll im Fokus. Jubeln durften letztlich die Grundschule am Humboldtring, die Neue Grundschule Marquardt und die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule. Kreativ, pfiffig und ansteckend sind die Ideen der Schüler. So schickte die Grundschule am Humboldtring ihre „Mülldetektive on Tour“ ins Rennen, um Schülerinnen und Schüler für das Thema Müll und dessen Folgeschäden zu sensibilisieren, sie aufzuklären und anzuregen, Müll zu vermeiden. Nebeneffekt der Gemeinschaftsaktionen wie Müllsammeln, Upcycling und Stoffbeutelgestaltung? – Ein positives Wir-Gefühl, das nur noch der selbst getextete Müllsong toppt.

Die Neue Grundschule Marquardt – und hier besonders die Klasse 6a – stellte sich die Frage „Alles Müll, oder was?!“. Die Mädchen und Jungen nahmen die Mülltrennung an ihrer Schule unter die Lupe. Prädikat: Mangelhaft! Die Schüler führten zunächst Umfragen durch, veranstalteten später eine Handy-Sammelaktion und Checkups auf bedenkliche Inhaltsstoffe, sie versuchten sich auch an Blogs und Upcycling-Videos und wollen nun Hort, Eltern, Schulleitung und Reinigungsfirma ins grüne Boot holen.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) auf der Bühne. Quelle: Friedrich Bungert

Die Da-Vinci-Schule zeigt mit dem Projekt „Gemeinsam für unsere Zukunft: Jetzt mitmachen!“ ein weiteres Mal ihr kontinuierliches Engagement für den Klimaschutz. Dieses Mal beschäftigte sich die Jahrgangsstufe 9 mit den Themen Konsum und Abfallvermeidung. Die Teenager begaben sich auf einen konsumkritischen Stadtrundgang und verschafften sich bei Interviews in Kosmetik- und anderen Läden einen Eindruck zum täglichen Müllaufkommen im Einzelhandel. Dabei entstand ein unterhaltsamer Kurzfilm, weiter für die Bildung eingesetzt werden kann.

Den Klimapreis 2018 nahmen in der Kategorie „Bürger“ die Vertreter von der Bio-Company-Filiale in der Schiffbauergasse, von Babelsberg 03 und von der Baugemeinschaft Herka 3 entgegen. Quelle: Friedrich Bungert

Das Karli könnte zum Vorbild für innovative Sportanlagen avancieren

In der Kategorie Bürger brillierten in diesem Jahr die Baugemeinschaft Herka 3, die Biocompany-Filiale in der Schiffbauergasse und der SV Babelsberg 03. Die Baugemeinschaft errichtet am Waldpark im Bornstedter Feld ein Holzhaus in KfW-55-Standard – und zwar leimfrei! Verwendung finden Hölzer aus nachhaltiger Forst, die bedenkenlos wiederverwendet oder kompostiert werden können. Die Biocompany-Filiale nutzt derweil die Abwärme ihrer Kälteanlage, um den Markt zu heizen, wodurch der Energieverbrauch und so auch die CO2-Emissionen gesenkt werden. Nulldrei hingegen steckt noch in der Planung: Der Verein möchte sein Stadion, das „Karli“ in ein „Grünes Stadion“ verwandeln. Dafür soll das Flutlicht auf LED umgerüstet und eine Solaranlage errichtet werden. Auch ein nachhaltiges Mobilitätskonzept steht auf der Agenda. So könnte das Karli zum Vorbild für innovative Sportanlagen in Deutschland und Europa avancieren.

Der Klimapreis ist dotiert: Je 1000 Euro erhalten die Gewinner. Von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gab’s zudem die Terrakottafigur „Kleiner König Zukunft“ der Künstlerin Solveig Karen Bolduan. Entscheidend für die Jury waren konkrete Nutzeffekte, die Anwendbarkeit, Kommunikation und Sichtbarkeit, die Kreativität und Originalität, aber auch Innovation und Zukunftsfähigkeit.

Von Nadine Fabian

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