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Müller gibt Pogida-Leitung an Freundin ab

Pegida in Potsdam Müller gibt Pogida-Leitung an Freundin ab

Die ersten sechs Kundgebungen der Pogida hat der Potsdamer Christian Müller organisiert und geleitet. Jetzt gibt er den „Job“ an seine langjährige Lebensgefährtin Annika Keller aus Berlin ab. Er will damit die Justiz bewegen, ihn nach dem jüngsten Hafturteil doch nicht ins Gefängnis zu schicken.

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Jede Pogida-Demo provoziert mehrere Gegenveranstaltungen und einen massiven Polizeieinsatz.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Der Potsdamer Pogida-Organisator Christian Müller tritt bei den Aktionen der Islamgegner in Potsdam in die zweite Reihe und überlässt seiner langjährigen Lebensgefährtin Annika Keller die Veranstaltungsführung; sie lebt in Berlin. Das wurde am Dienstag bekannt.

Müller will Haftstrafe verhindern

Einer Berliner Zeitung sagte Müller, mit diesem Schritt wolle er die Staatsanwaltschaft milder stimmen, damit von einem Vollzug der erst am vergangenen Freitag verhängten Haftstrafe abgesehen wird. Wegen einer Neujahrsschlägerei hatte er ein Jahr Gefängnis bekommen, doch weil frühere Haftstrafen auf Bewährung ausgesetzt worden waren, könnte ihn dieser jüngste Verstoß gegen die Auflagen für bis zu vier Jahre hinter Gitter bringen. Bereits fünf Mal musste er ins Gefängnis, für insgesamt drei Jahre und zwei Monate.

Pogida-Chef Müller ist bereits 16-mal verurteilt >

Pogida im Bornstedter Feld

Am Mittwoch sammeln sich die Pogida-Anhänger um 18.30 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Kirschallee. Sie wollen durchs Bornstedter Feld marschieren. Weil mit mindestens 300 Teilnehmern gerechnet wird, hat die Polizei offenbar die Potsdamer Straße durch den alten Kern von Bornstedt als Route für den sogenannten Stadtspaziergang ausgeschlossen.

+++ MAZ berichtet am Mittwoch live +++

Drei Gegendemos

Die Polizei sagt nichts Genaueres zur Pogida-Route. Die städtische Veranstaltung „Potsdam bekennt Farbe“ ist fest platziert an der Kirschallee. Der Protestzug „Rassismus tötet“ führt vom innerstädtische Lustgarten aus zum Dorint-Hotel an der Ecke Jägerstraße/Pappelallee. Die Demo „Geflüchtete willkommen – Potsdam bleibt bunt!“ führt von der David-Gilly-Straße des Bornstedter Feldes zur Tramschleife Kirschallee. Weil Pogida und Gegendemonstranten sich auf Sicht- und Hörweite begegnen können sollen, ist der Raum um das Hotel der wahrscheinlichste Begegnungsort und die Pappelallee der ungefährlichste Umzugsweg dorthin.

3 Demos stellen sich am Mittwoch gegen Pogida >

Die letzte Pogida-Kundgebung fand vor einer Woche am Babelsberger Bahnhof  Medienstadt statt

Die letzte Pogida-Kundgebung fand vor einer Woche am Babelsberger Bahnhof Medienstadt statt.

Quelle: Julian Stähle

Flüchtlinge leben in der David-Gilly-Straße

Die Interessenvertretung Bornstedter Feld hat am Mittwoch erklärt, „Hass, Ablehnung und Angst, wie die unbelehrbaren Rechten immer wieder predigen“, passten nicht zur Wirklichkeit im Bornstedter Feld, wo man ein offenes Ohr für Mitmenschen habe, die in Not geraten sind. Die Bewohner hätten die Flüchtlinge in der David-Gilly-Straße angenommen und aufgenommen; viele ehrenamtliche Helfer betreuten die dort lebenden Familien, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende und Initiativchef Matthias Finken und rief zur breiten Teilnahme an der Demonstration des Bündnisses „Potsdam bekennt Farbe“ auf.

1000 Polizisten im Einsatz

Angesichts der angemeldeten Pogida-Teilnehmerzahl setzt die Polizei 1000 Beamte aus vier Bundesländern und der Bundespolizei ein, zudem wurde schwere Räumtechnik geordert. Mindestens ein Wasserwerfer wird vor Ort sein.

Verkehrsbehinderungen ab 17 Uhr

Die unbeteiligten Potsdamer müssen sich wegen der Versammlungen schon ab etwa 17 Uhr auf Verkehrsraumeinschränkungen einstellen. So sind die Kirschallee, die Neue Kirschallee, der Fliederweg und die Tiefgarage unter der Straßenbahnendhaltestelle Kirschallee während der Dauer der Demonstration nicht erreichbar. Die Polizei rät den Anwohnern, ihre Fahrzeuge außerhalb des betreffenden Bereiches zu parken.

Kommende Woche am Bassinplatz

Am Mittwoch der kommenden Woche ist eine Pogida-Veranstaltung mit „Spaziergang“ am Bassinplatz geplant, wo im Januar die erste Demo stattgefunden hatte; sie endete in gewalttätigen Ausschreitungen. In der übernächsten Woche sieht der Pogida-Kalender bislang eine Demo in der Waldstadt vor. Noch nicht vom Tisch ist eine 7-Tage-Demo-Woche durch Babelsberg; diese Drohung hatte der bisherige Anmelder Müller bei der Veranstaltung in Babelsberg vor einer Woche ausgesprochen, weil der „Spaziergang“ auf der Großbeerenstraße in einer linken Blockade stecken geblieben und durch die Polizei auch nicht erzwungen worden war.

Von Rainer Schüler

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