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Mus, Most und Mut

Apfel- und Ritterfest lockte am Wochenende rund 3000 Besucher in den Volkspark Mus, Most und Mut

So knackig! Jakob Lebel sieht einfach zum Anbeißen aus, ob von vorn oder von hinten. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist nicht die Rede von einem neuen Filmstar, sondern ‒ von einem Apfel! Der Name geht auf Jacques Lebel zurück, der die Sorte 1825 im französischen Amiens entdeckte. Am Wochenende kamen Tausende in den Volkspark - und konnten sich auch den Bauch mit Apfelprodukten vollschlagen.

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Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Über die Jahre drangen die großen, flachen Jakob Lebel bis in hiesige Breitengrade vor, zählten einst zu den drei "Reichsobstsorten", die 1922 als wirtschaftlich wichtig empfohlen wurden. Gestern landeten einige Artgenossen auf dem Tisch von Mathias Bartsch. Eine Frau aus Langerwisch hatte dem Pomologen einen Beutel Äpfel ihr unbekannter Sorten aus dem Garten zur Bestimmung mitgebracht. Jakob Lebel sei ein "Verarbeitungsapfel", eigne sich bestens für Mus oder Most, erzählte Bartsch. Im beschränkten Angebot eines herkömmlichen Supermarktes wird man den knackigen Jakob nicht finden. Beim achten Apfel- und Ritterfest im Volkspark konnten die rund 3000 Besucher am Wochenende dagegen viele Entdeckungen machen, beispielsweise himmlische Apfelkrapfen und feine Apfelsuppe schnabulieren.

Pünktlich zur Erntezeit feierte der Mittelalterverein Cocolorus Budenzauber am kommenden Wochenende das historische Apfelfest im Volkspark in Potsdam. An zwei Tagen gab es sowohl Wissenswertes und Kulinarisches rund um die Apfelfrucht als auch ein großes Mittelalterspektakel mit Gauklern, Rittern und mehreren Märkten.

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Festorganisator Dietmar Frick von der mecklenburgischen "Apfelwelt Rollenhagen" bot mehr als fünfzig Apfel- und Birnensorten zum Verkauf an. Fast zwei Tonnen Obst, darunter wohlklingende Sorten wie Gräfin von Paris, Geheimrat Oldenburg oder Hochfeine Butterbirne, hatte Frick nach Potsdam gekarrt. Etliche der Früchte wurden vermostet: "Wer einmal Apfelsaft aus unserer Produktion getrunken hat, will den handelsüblichen nicht mehr", so Frick, der auch Chef des Wandertheaters "Cocolorus Diaboli" und damit zuständig für die Kultur des vom Wetter nicht eben verwöhnten Festes war. So fanden das tschechische Schaukampftheater "Ruprecht" mit einem feuerspuckenden Drachen, das Stelzen- und Maskentheater "Traumfänger", die Gauklergruppe "Max und Moritz im Quadrat" ihr Publikum. Kinder und Eltern hatten ihre Freude bei "Hans im Glück" oder der artistischen Komödie "Schneewittchen", auf die Bühne gebracht von "Cocolorus Märchenspiel". Das Kernobst-Thema des Festes wurde beim offenen "Wilhelm-Tell-Turnier" im Bogenschießen aufgenommen ‒ bekanntlich spielt in Friedrich Schillers Drama der Apfelschuss ja keine geringe Rolle. Da Händler die passenden Utensilien wie Holzschwerter und Helme für Nachwuchsrittersleut’ feilboten, lieferten sich kleine Jungs mutige Schaukämpfe. Ein Wiedersehen mit dem Wandertheater gibt es Pfingsten 2014 beim 10. Ritterfest im Volkspark.

Von Ricarda Nowak

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