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Potsdam Museum bekommt wertvolles Bild geschenkt
Lokales Potsdam Museum bekommt wertvolles Bild geschenkt
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15:50 14.04.2016
Michel Hirsch (1719 - 1777) war der erste Rabbiner in Potsdam. Sein Grabstein auf dem jüdischen Friedhof der Stadt ist noch erhalten. Quelle: Potsdam-Museum
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Potsdam

Der Förderverein des Potsdam-Museums hat am Dienstag ein Porträt des ersten bekannten Potsdamer Rabbiners Michel Hirsch als Schenkung an das Museum übergeben. Das Porträt ist als Reproduktion auch in der von Robert Kaelter 1903 herausgegebenen „Geschichte der Jüdischen Gemeinde zu Potsdam“ enthalten. Eine Erstausgabe dieses seltenen und wertvollen Buches wurde ebenfalls vom Förderverein aus einem Jerusalemer Antiquariat erworben und ist Bestandteil der Schenkung.

Violonist Daniel Hope ist Nachfahre des Potsdamer Geistlichen

Michel Hirsch (Jechiel Michel) lebte von ca. 1719 bis 1777 und übte seine Funktion als erster Rabbiner Potsdams (belegt seit 1743) sehr viele Jahre ehrenamtlich aus. Sein Geld verdiente er als Besitzer je einer Hanffabrik in Westfalen und in Potsdam, für deren Produkte er das Monopol in ganz Brandenburg hatte. Darüber hinaus war Hirsch Kassierer der kurmärkischen Judenschaft. Sein Grabstein ist – stark verwittert – auf dem jüdischen Friedhof erhalten. Einer der Nachfahren von Michel Hirsch ist der weltbekannte Violonist Daniel Hope (aktuelle Einspielung „My Tribute to Yehudi Menuhin“ – Deutsche Grammophon), der seinen Potsdamer Vorfahren in seinem Buch „Familienstücke: eine Spurensuche.“ im Stammbaum aufführt.

Berühmter Kupferstecher schuf die Radierung

Die Radierung mit dem Porträt von Michel Hirsch aus dem Jahre 1762 stammt vom Kupferstecher, Maler und Radierer Georg Friedrich Schmidt (1712-1775). Schmidt besuchte seit dem Jahre 1727 die Akademie, bildete sich, nachdem er von 1730 bis 1736 im Artilleriekorps gedient hatte, in Paris unter dem Kupferstecher Nicolas Larmessin weiter. Im Jahre 1742 erwarb er die Aufnahme in die französische Akademie. 1744 folgte er einem Ruf als Hofkupferstecher nach Berlin, 1757 nach Sankt Petersburg, wo er unter anderem das Bildnis der Kaiserin Elisabeth stach und eine Kupferstecherschule organisierte. Ab dem Jahre 1762 wirkte er wieder zu Berlin und starb dort am 25. Januar 1775.

Vorbild war der Maler Rembrandt

Schmidt hat sowohl Blätter in regelmäßigem, glänzendem, jedoch etwas kaltem Stich als besonders geistreiche Radierungen ausgeführt, in welchen er sich ganz an Rembrandt anschloss, dessen Radierungen er auch bisweilen nachgeahmt hat. Die Zahl seiner Blätter beläuft sich auf 200. Schmidt war mit dem Hofmaler Antoine Pesne befreundet.

Die wertvolle Radierung wurde vom Förderverein des Potsdam-Museums im Auktionshaus Ahlden erworben und aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert.

Von MAZ online

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