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Potsdam Museum komplettiert die Königswand
Lokales Potsdam Museum komplettiert die Königswand
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18:11 16.03.2018
Albrecht Schwabe, Jutta Götzmann, Markus Wicke und Oliver Max Wenske mit dem Gemälde Friedrich Wilhelms I. Rechts das Bild seines Sohnes Friedrich II. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Der Soldatenkönig steht in Gala-Uniform mit funkelndem Harnisch vor einem dunklen Baldachin aus Samt mit gülden schimmernden Fransen. Im Hintergrund zur Linken klein die einstige Gloriette vom Bassin, jenes nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragene Häuslein, in dem der Monarch der Legende nach mit seinem Tabakskollegium tagte, rechts die Hausgiebel der Zweiten Barocken Stadterweiterung. Beides Sinnbilder für die in seiner Regierungszeit gestaltete Stadtlandschaft.

Mit dem Gemälde von Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) konnte jetzt eine empfindliche Lücke in der Königsgalerie des Potsdam-Museums geschlossen werden. Die Bildnisse von Friedrich I. (1675-1713) bis zu Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) hängen in der Abteilung „Abbild und Ideal“ am Eingang der Ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte: Erzählt wird hier von einer 200 Jahre währenden Entwicklung der Potsdamer Kulturlandschaft als Umgebung der Königsresidenz.

Vom Soldatenkönig gab es in der Ständigen Ausstellung „Potsdam. Eine Stadt macht Geschichte“ bisher nur ein kleineres Bild, es hängt in der Abteilung „Einquartieren und Paradieren“ zur Geschichte der Garnisonstadt. Das am Freitag vorgestellte Gemälde wurde vor zwei Jahren in einem Potsdamer Antiquariat entdeckt.

Der Verein Arbeitsgemeinschaft für die Wiederherstellung der Potsdamer historischen Innenstadt (Agaphi) erwarb es für das Potsdam-Museum. Restauriert wurde das Bild mit finanzieller Unterstützung des Rohdich’schen Legatenfonds, dessen Geschichte bis in die Zeit des Soldatenkönigs zurück reicht.

General von Rohdich und der Legathenfonds

„Den Helden ein Muster/ Den Bürgern ein Trost/ Den Armen ein Vater/ Drei Königen werth.” Das steht auf einer 1790 von dankbaren Bürgern gestifteten Gedenktafeln für Friedrich Wilhelm von Rohdich (1719-1797). Die Tafel, bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts am Alten Rathaus, ist heute im Potsdam-Museum zu sehen.

Die militärische Karriere Rohdichs begann 1736 unter Friedrich Wilhelm I. in der Garde der „Langen Kerls”. Von Friedrich II. wurde der General 1779 zum Stadtkommandanten von Potsdam ernannt. In dieser Funktion übernahm er auch die Leitung des Militärwaisenhauses, dessen unmenschlichen Betrieb er in den nächste Jahren grundlegend reformierte.

Im Testament verfügte der kinderlos gebliebene General die Gründung einer Stiftung, deren Tradition von dem der Bundeswehr eng verbundenen Rohdich’schen Legatenfonds gepflegt wird. Das nächste Spendenprojekt in Potsdam soll nach Angaben des Vorsitzenden Albrecht Schwabe der Garnisonkirche zukommen.

Der Förderverein des Potsdam-Museums, der die Spenden für Erwerb und Restaurierung vermittelt hatte, finanzierte den Bildrahmen.

Bei dem um 1739/40 entstandenen Gemälde von einem unbekannten Künstler handelt es sich nach Einschätzung von Museumsdirektorin Jutta Götzmann um ein „Beamtenstubenporträt“: „Dabei handelt es sich um ein Porträt, das für den öffentlichen Raum und nicht für den privaten oder höfischen Gebrauch geschaffen wurde und damit um eine Art Funktionsmalerei, bei der es weniger um die künstlerische Raffinesse als vielmehr um eine plakative, eindeutige Lesbarkeit ging: Der König sollte trotz physischer Abwesenheit bei seinen Untertanen präsent sein.“

Auf Nachfrage versichert Götzmann, dass die Könige für solche Bilder keinesfalls selbst Modell gestanden hätten. Nach Angaben von Restaurator Oliver Max Wenske wurde das Gemälde in seiner 260-jährigen Geschichte in einigen Partien teils mehrfach übermalt, an manchen Stellen fehlte die ursprüngliche Farbe komplett. Der Restaurierung seien umfassende Untersuchungen voraus gegangen.

Erstmals wurde das Bild im vergangenen Jahr in der Ausstellung „Gläserne Welten – Potsdamer Glasmacher schneiden Geschichte“ gezeigt. Friedrich Wilhelm I. spielte eine wichtige Rolle bei der Verlegung der Glashütte von Potsdam nach Zechlin. Schon damals sei klar gewesen, dass das Bild anschließend „an unsere Königswand in unserer Ständigen Ausstellung kommen soll“, so Jutta Götzmann.

Der Rohdich’sche Legatenfonds hat sich mit seiner Spende bereits zum zweiten Mal an einem Projekt für das Potsdam-Museum beteiligt. Auch die Restaurierung der Gedenktafel zur Erinnerung an Friedrich Wilhelm von Rohdich (1719-1797) in der Abteilung „Einquartieren und Paradieren” sei aus Mitteln des Fonds finanziert worden.

Von Volker Oelschläger

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